27.05.2021 - 15:54 Uhr
EschenbachOberpfalz

Pfingstbotschaft für Häuslebauer: Stadtrat Eschenbach bringt Bebauungsplan für neues Baugebiet auf den Weg

Die Rußweiherstadt plant für die Zukunft. Einem neuen Baugebiet im Bereich Kalkofen ordnet Bürgermeister Marcus Gradl bis zu 70 neue Bauplätze zu.

Die bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen südlich des Wohnbereiches Wolfsbühl-Kalkofen und der Grafenwöhrer Straße sollen als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden.
von Walther HermannProfil

Im öffentlichen Teil seiner Mai-Sitzung befasste sich der Stadtrat eingehend mit Bebauungsplänen für die Bereiche Wolfsbühl und Kalkofen.

Da das Landratsamt angekündigt hatte, den beantragten Abriss eines Satteldaches sowie die Aufstockung einer bestehenden Garage im Wohngebiet „Am Kalkofen“ wegen Verstoßes gegen die Festsetzungen des bestehenden Bebauungsplanes „Wolfsbühl-Kalkofen“ vom 28. Juni 1994 abzulehnen, sahen sich Verwaltung und Stadtrat veranlasst, dessen Änderung zu beschließen.

Es wurde ein Absatz mit dem Wortlaut eingefügt: „Abweichend von der offenen Bauweise in den Bereichen A und B ist eine Aufstockung von Garagen an der Grundstückgrenze beziehungsweise die Wohnraum-Erweiterung an nur einer Grundstücksseite mit einer Länge von maximal 14 Metern und einer Wandhöhe von 7 Metern zulässig.“ Die Änderung soll den kompletten Geltungsbereich des Bebauungsplanes umfassen.

"Baugebiet Kalkofen II"

„Wir müssen uns Gedanken machen: Wo können wir künftig Bauplätze anbieten?“ Mit dieser Aussage leitete Marcus Gradl über zur Beratung und Beschlussfassung für die Einleitung des Verfahrens zur 15. Änderung des Flächennutzungsplanes „Baugebiet Kalkofen II“.

Der Bürgermeister gab bekannt, dass die Stadt für ein neues Baugebiet Flächen erworben habe und stellte den vom Architektur- und Ingenieurbüro Schultes dafür vorbereiteten Lageplan vor. Auf ihm ist der Geltungsbereich des künftigen Baugebiets dargestellt.

Die Aussprache dazu eröffnete Thomas Riedl mit einem Hinweis auf die „derzeit enorme Nachfrage nach Bauplätzen“. Obwohl er das Vorhaben als „überdimensioniert“ betrachtete, kündigte er für die Freien Wähler an: „Wir werden zustimmen.“

Seinen Einwand „überdimensioniert“ begründete er mit dem neuen Wohnraum im ehemaligen Pfarr- und Jugendheim sowie im US-Wohnbereich Netzaberg, für den der Nutzungsvertrag nach sieben Jahren auslaufe. Riedl rief dazu auf, Netzaberg nicht aus den Augen zu lassen, und hielt es für sinnvoll, beim Träger des Wohnareals nachzufragen, „wie sich die Situation dann darstellt“.

Wie sehr sich die Verwaltung mit dem Thema Netzaberg bereits befasst hat, legte der Bürgermeister dar. Er berichtete von Vorgesprächen bei der Regierung der Oberpfalz wegen einer möglichen künftigen Nutzung der auf zwölf Wohnquartiere verteilten 832 Gebäude mit Schulen, Tankstelle und kleinem Einkaufsmarkt. Es gelte, auf eine solche Situation vorbereitet zu sein, sich zu überlegen, was mit dem großen Areal geschehen solle, und „ein Konzept dafür in der Schublade“ zu haben.

Gradl dachte an eine „Forschungseinrichtung mit Wohnen“ und zeigte sich überzeugt: „Etwas Besseres als einen Hochschulstandort gibt es nicht.“ Zur aktuellen Situation räumte er ein, dass mit dem Regierungswechsel in Washington ein Abzug von US-Einheiten noch abgewendet werden konnte und das US-Militär vielmehr „sogar noch aufbaut“.

Klaus Lehl empfahl, mit dem Bauinvestor vom Netzaberg Kontakt aufzunehmen und zu erfragen, ob er noch im Besitz der Wohnungsimmobilie sei. Er erinnerte an die langen „Vorlaufsverhandlungen“ für den zeitlich begrenzten Mietvertrag und hielt es für erforderlich, sich mit dem Thema „intensiv auseinanderzusetzen“.

Den Einwand „überdimensioniert“ griff Harald Neustätter auf. Mit Hinweis auf die schnell vergebenen mehr als 60 Grundstücke in der Flur Steinäcker sprach er dem Baugebiet „Kalkofen II“ eine „richtige Größe" zu. Gleicher Meinung war CSU-Sprecher Korbinian Dunzer, der unter Hinweis auf die „expandierenden Eschenbacher Betriebe“ die aktuelle Rathauspolitik als richtig einstufte.

Als problematisch wertete Thomas Ott Verkehrserschließung und Entwässerung. Der SPD-Sprecher zeigte sich zwar solidarisch mit der Einschätzung von Thomas Riedl, sprach sich aber dennoch für „Klotzen und nicht Kleckern“ aus.

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„Wir werden in naher Zukunft Bewerbern Bauplätze anbieten“, kündigte Marcus Gradl an und zeigte sich zuversichtlich, dass dann an der Reaktion der Bedarf absehbar werde. Als Vergleich dazu diente ihm die überaus schnelle Vergabe der 30 Bauplätze im Gebiet "Esperngasse-Ost".

Für "Kalkofen II" hielt er 50 bis 70 Bauplätze für möglich. Zum bereits laufenden Verfahren "spezielle artenschutzrechtliche Prüfung" (saP-Umweltschutz) berichtete er von „keinen negativen Äußerungen“ bisher.

Nach der Zusicherung, dass wegen der Zufahrtssituation von der Grafenwöhrer Straße aus das Staatliche Bauamt bereits eingebunden sei, fasste das Gremium den einstimmigen Beschluss: „Der Stadtrat beschließt die Aufstellung eines qualifizierten Bebauungsplanes in der südlichen Verlängerung des Bereiches 'Wolfsbühl-Kalkofen' . Das Gebiet soll als Allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden. Der Bebauungsplan erhält die Bezeichnung 'Am Kalkofen II'.“

„Wir werden in naher Zukunft Bewerbern Bauplätze anbieten.“

Bürgermeister Marcus Gradl

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