17.09.2020 - 16:50 Uhr
EschenbachOberpfalz

Musikkabarett mit kuriosen "Raritäten" von Stephan Zinner

Als Kabarettist hat Stephan Zinner stets einen pfiffigen Spruch auf Lager, als Musiker trifft er jeden Ton und als Schauspieler begeistert er ein großes Publikum. Das Multitalent überzeugt auch bei einem Auftritt in Eschenbach

Unter dem Programmtitel "Raritäten" gibt Kabarettist Stephan Zinner in Eschenbach ein Sammelsurium von Beobachtungen und Eindrücken zum Besten.
von Robert DotzauerProfil

Eine "Leberkäs-Line" wollte er schon aufmachen, verriet Stephan Zinner auf Einladung des städtischen Kulturbeauftragten Michael König bei einem kurzweiligen Kabarettabend im Atrium der Markus-Gottwalt-Schule. Dem Publikum allerdings Leberkässemmeln anzubieten, war dann doch des Guten zuviel. Vielmehr erklärte Zinner in seinem Programm „Raritäten“, dass im Leben meist nichts richtig nach Plan laufe – und dass das aber gar nicht so schlimm sei.

Sein fünftes Programm sei in einem kleinen Hotel in Ostfriesland entstanden, ganz nah am Ende der Welt, behauptete Zinner. Der humorvolle Oberbayer machte sich vor gut 100 Besuchern Gedanken über Dinge, die in der heutigen Zeit Raritäten, also sehr selten geworden sind: flotte Bedienungen, aufmerksame Kellner, sportliche Bademeister, "dufte Bienen". Ganz einfachen Kaffee mit „Muich“ könne er nicht mehr bestellen, ohne schief angesehen zu werden, berichtete er. Auf der Bühne des Innenhofes der Volksschule verzückte der Künstler mit mitreißenden Bonmots voll nostalgischer Erinnerungen, wiederentdeckter Fettnäpfchen und Überraschungen.

Für zwei Stunden wurde das Atrium zu einem kulturellen Epizentrum. Dem begeisterten Publikum verriet der Künstler viel über gegenseitige Harmonie, das Leben und Leben lassen, die Krimis des Schauspielers Zinner und eben über „Raritäten“. Gezeichnet von den Erfahrungen vergangener Tage mit wilden Begegnungen, jammernden Rentnergruppen und "Steckerlhaxen in Trekkingsandalen" war der Künstler auf der Suche nach der guten alten Zeit. War früher wirklich alles besser? Auf gar keinen Fall, lautete seine Antwort schließlich.

Doch ein paar Dinge vermisste er dann schon. Und so machte sich Stephan Zinner auf die Suche nach Wertvollem und Liebgewonnenem. Natürlich streifte er auch ganz aktuelle Themen, wie die gute Münchner Luft und Söders Regierungsstil, und auch die Gitarre wurde zum kuriosen Instrument. Überhaupt: Die "Klampfn" gehörte sprichwörtlich zum guten Ton des Abends und die hinreißende Balladenstimme ging herunter wie guter Wein. Dabei rechnete der 1974 im oberbayerischen Trostberg geborene Zinner beim Eschenbacher Publikum auch mit einer gewissen Dialektfestigkeit, um die Tiefe des Programms miterleben zu können.

Alles, was der Schauspieler, Sänger und Poet auf den Punkt brachte, so als säße man neben ihm in der Lieblingskneipe, sei seinen Lebenserfahrungen und Beobachtungen abgerungen, betonte der Künstler mit einem verschmitzten Lächeln. Ein köstlicher Kabarettabend verzückte ein begeistertes Publikum.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.