27.12.2020 - 13:15 Uhr
EschenbachOberpfalz

Krippenfeier in Corona-Zeiten: Vom Wunder der Weihnacht

Krippenspiel und Christmette sollten wegen in Corona in Eschenbach nicht ausfallen. Deshalb war diesmal vieles anders als sonst.

"Ein Kind ist uns geboren". Mit einer innigen Krippenfeier eröffnete die Katholische Pfarrgemeinde das Fest der Liebe an einem ungewöhnlichen Ort. Wegen der Corona-Pandemie verlegte die Pfarrei das Krippenspiel auf den Bildungshügel der Stadt.
von Robert DotzauerProfil

Der Heilige Abend und die Kirche – für viele Menschen gehört diese Gleichung zu den Weihnachtsfeiertagen. In diesem Jahr war alles anders. Die Corona-Pandemie gefährdete das Ritual. Krippenspiel und Christmette deshalb ausfallen lassen? Das ging dann doch nicht, sagten sich Eschenbachs Stadtpfarrer Thomas Jeschner, Pfarrvikar Gerald, Pastoralreferent Alfred Kick und die Laienhelferinnen- und Helfer unter der Regie von Roland Stengel und Franziska Schrembs.

Speziell für die jungen Familien gedacht, gehört die Krippenfeier wenige Stunden vor dem Besuch des Christkinds zum festen Bestandteil der Brauchtumspflege. Doch die staatlichen Corona- Infektionsschutzvorgaben ließen 2020 den „Weg nach Betlehem“ nicht zu. So setzten die Ministranten der Pfarrei St. Laurentius die Weihnachtsgeschichte auf dem Vorplatz des Gymnasiums in Szene, um es allen Familien zu ermöglichen, ohne Platzkarten, aber mit Abstand mitfeiern zu können.

Entgegen der Weihnachtsgedanken der meisten Menschen mit dem Wunsch nach Zuneigung, Wohlwollen und Geborgenheit stellte sich im berühmten Weihnachtsevangelium nach Lukas das Geschehen zur Geburt Christi auf dem Eschenbacher Bildungshügel ganz anders dar. Da mussten die hochschwangere Maria und an ihrer Seite Josef den ziemlich anstrengenden Weg ins Bergland bei Jerusalem bewältigen. Niemand fand sich, der sie bei sich aufnehmen wollte. Ganz unvorbereitet und improvisiert wurde das Kind geboren und in ein einfaches Kripplein gelegt. Auch die Hirten, die zum Stall kamen, waren überrascht, als ein Engel verkündete: „Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bringe euch gute neue Mär“.

Alle Jahre wieder steht diese Szene im Mittelpunkt eines Krippenspiels, das die Kinder fasziniert. Auch wenn in der Feier Ochs und Esel fehlten, stellten die kleinen Darsteller Maria Kraus als Maria und Benny Fox als Josef voller Innigkeit in der fallenden Dämmerung des Heiligen Abends die Geschichte vom Jesukind in Krippe und Stall berührend nach.

Nahtlos nahm Stadtpfarrer Thomas Jeschner die Botschaft von der Geburt Jesu auf und brachte die Weihnachtsbotschaft an die zirka 100 Gläubigen gewandt auf den Punkt: „Ihr seid alle Hirten, die heute vorsichtig, aber mutig hierher kommen, um das Weihnachtsfest nicht nur im Kreis der Familie, sondern vor der Krippe zu beginnen.“ Gleichzeitig empfahl der Geistliche den Besuchern, mit offenen Herzen die frohe Botschaft des Weihnachtsgeschehens in eine dunkle Welt hinauszutragen, um Licht, Freude und und die unstillbare Sehnsucht nach Frieden zu schenken. Dann bekomme das Weihnachtsfest auch den Stellenwert, das ihm zugedacht sei – als Fest der Liebe.

Kinder machen begeistert mit

Eschenbach

Einfühlsam umrahmte die Trompetengruppe der Musikschule im Vierstädtedreieck unter Leitung von Schulleiter Joachim Steppert mit weihnachtlichem Liedgut die Einstimmung auf den heiligen Abend. Gut besucht waren auch die Christmetten. Parallel fanden sie aus bekannten Gründen bereits um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche und in der Maria-Hilf-Bergkirche statt.

Auch dunkle Regenwolken hielten die zirka 100 Eschenbacher nicht davon ab, das Krippenspiel im Freien auf dem Schulgelände des Gymnasiums zu besuchen.
Musikalisch umrahmte die Feier mit weihnachtlichem Liedgut eine Trompetengruppe der Musikschule unter Leitung von Joachim Steppert.
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