06.04.2020 - 15:55 Uhr
EschenbachOberpfalz

Nach der Hochzeit auf Überraschungstour

Eine Hochzeit ohne Eltern, Verwandte oder Freunde zu feiern ist nicht einfach. Doch einige Überraschungen, die auf das Brautpaar warten, gleichen das etwas aus.

Tanja und Florian Braun auf der Überraschungstour nach ihrer standesamtlichen Trauung.
von Jürgen MaschingProfil

Tanja Dunzer aus Eschenbach und Florian Braun aus Waldeck hatten lange Vorbereitungen getroffen: Alles war geplant für den schönsten Tag im Leben. Doch plötzlich kam alles anders. Denn wer heiratet, will mit Familie und Freunden feiern. Doch in Zeiten des Coronavirus' ist dies eher schwer oder gar unmöglich.

So erreichte das Paar vor einiger Zeit die Absage aus Weiden, wo der Termin für die standesamtliche Hochzeit eigentlich feststand. Doch die beiden Verliebten wollten so schnell nicht aufgeben. Und so kam es, dass sie am Wochenende in Speinshart heirateten. In der Wieskapelle im Klosterhof vollzog Bürgermeister Albert Nickl die Trauung.

Doch dabei gab es weitere Hindernisse zu bewältigen: In die Kapelle dürfen laut Auflagen nur fünf Personen, und das waren Albert Nickl, das Brautpaar und die Trauzeugen. Eltern, Verwandte und Freunde mussten fernbleiben. Nach einigen Überlegungen fand sich ein Videofilmer aus Eschenbach, der in der Wieskapelle eine Videokamera installierte und so die Hochzeit filmte.

Traurig war zudem noch, dass nach der Trauung niemand die beiden Frischvermählten in den Arm nehmen konnte. Doch nach der Zeremonie erwartete Tanja Dunzer und Florian Braun eine Überraschungstour: Am Hochzeitswagen hing ein Zettel mit einer vorgegebenen Wegstrecke, die abzufahren war.

Gleich beim ersten Halt warteten die Verwandten und bei "Tage wie dieser" von den "Toten Hosen" flossen die ersten Tränen. Auch ein Hochzeitstanz durfte nicht fehlen, wenn auch der Walzer etwas moderner gehalten war.

Weiter ging es zur nächsten Station, wo ein Freund das junge Ehepaar empfing. Auch hier wurde bei der Gratulation natürlich der Abstand gewahrt. Hochzeitsspiele durften nicht fehlen: So musste das frisch vermählte Paar an Station Nummer drei im Krummen Weg in Eschenbach Rosen einsammeln.

Ein weiterer emotionaler Halt wurde bei Oma und Opa eingelegt, die ihre Enkelin leider nicht in den Arm nehmen konnten. "Aber das holen wir alles nach", versprach Tanja Braun. Auch bei der vorletzten Station wurde auf Abstand geachtet, als dem Hochzeitspaar mit einer Angel ein großes Herz übergeben wurde. Die letzte Adresse war das elterliche Haus in der Esperngasse, wo es als Geschenk einen Obstbaum gab.

Auch die Überraschungsrunde wurde gefilmt. "Wir haben mit nichts gerechnet, und nun sind wir platt", erklärte der Bräutigam am Ende der Feiertour. Die Frischvermählten mussten dann aber Abschied von den Gratulanten nehmen, da sie in Teublitz wohnen. "Aber wir werden die Feier mit allen nachholen", sagten sie zu. Ihr besonderer Dank galt Bürgermeister Albert Nickl, der die Trauung doch noch möglich gemacht hatte.

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