26.07.2021 - 10:25 Uhr
EschenbachOberpfalz

Forstbetriebsgemeinschaft Eschenbach: Wechsel an der Spitze

Markus Heining, Manfred Schmid und David Karl (von rechts) danken Reinhard Wiesent für 14 Jahre erfolgreiche Geschäftsführertätigkeit bei der Forstbetriebsgemeinschaft Eschenbach.
von Walther HermannProfil

Die Forstbetriebsgemeinschaft Eschenbach vermarktete im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 21.287 Festmeter Holz und erhöhte ihren Mitgliederstand von 822 auf 916. Nun gibt es auch eine Veränderung in der Führungsriege: David Karl folgt auf Reinhard Wiesent als Geschäftsführer.

FBG-Vorsitzender Reinhard Wiesent begann seinen Vereinsbericht mit einer Bildernachlese zur 50-Jahr-Feier im März 2020. Mit dem Fazit „Wir wachsen weiter“ freute er sich über die Zunahme des Mitgliederstands um 94 Waldbesitzer mit einer Fläche von 730 Hektar. Damit bringen die Mitglieder aus den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Neustadt/WN, Tirschenreuth, Bayreuth und Nürnberger Land eine zu betreuende Fläche von 6546 Hektar ein. Mit dem Hinweis darauf, dass 46,7 Prozent der Waldbesitzer eine Besitzgröße von 1 bis 5 Hektar und 27,6 Prozent der Waldbesitzer eine Besitzgröße von 5 bis 10 Hektar einbringen, sprach er vom „Problem zersplitterter Waldflächen“, das aufwändige Bündelungsaktionen für Abfahrbereitstellungen bedürfe.

Großen Stellenwert maß er der Katasterneuvermessung und der Windwurfaufarbeitung bei. „Auch der Eichenprozessionsspinner war im Frühjahr 2020 wieder unterwegs“, erinnerte Wiesent und warnte vor gesundheitlichen Risiken. Zum Witterungsverlauf 2019/2020 zog er das Fazit: „Die Stresssituationen für unsere Wälder setzten sich auch im Jahr 2020 fort. Witterungsextreme wie Sturm, Hitze und fehlende Niederschläge in den Sommermonaten nehmen nun schon seit Jahren zu.“ Als Hauptschadensgebiete des Borkenkäfers nannte Nachfolger David Karl die Gemeinden Kirchenthumbach, Auerbach, Königstein und Edelsfeld, aus deren Wäldern von Mitte Juni bis September ein Großteil der 10.500 Kubikmeter Schadholz vermarktet wurden. Karl befasste sich zudem mit der staatlichen Förderung zur Borkenkäferbekämpfung und berichtete von 163 Mitgliedern, für die Fördermittel beantragt wurden. Er rief zur Forsthygiene, zu regemäßigen Kontrollgängen und zum Verbringen von befallenem Holz aus dem Wald auf.

Das regelmäßige Pflanzen hielt Wiesent in Zeiten des Klimawandels für besonders wichtig. Er rief dazu auf, den Wandel mit einer guten Mischung von Bäumen zu begleiten und Monokulturen zu vermeiden. Die im Herbst 2019 und Frühjahr 2020 erfolgten Pflanzenbestellungen bezifferte er mit 51.620 Stück Laubholz und 8685 Stück Nadelholz.

Den Jahresabschluss zum 30. September 2020 trug Hubert Irlbacher vor. Er sprach von einer Bilanzsumme von 959.110 Euro, einem Holzhandelerlös von 661.041 Euro und sonstigen Dienstleistungen in Höhe von 274.222 Euro. Forstdirektor Moritz Neumann stellte die zur Änderung anstehenden Passagen der Satzung vor. Demnach erstreckt sich der Geschäftsbezirk der FBG nicht mehr nur auf „das Gebiet folgender Kommunen: VG Eschenbach, Stadt Grafenwöhr, VG Pressath, VG Kirchenthumbach und daran angrenzende Gemeinden“, sondern auf das Gebiet von Kommunen in fünf Landkreisen. Ersatzlos entfällt der Absatz: „Die Mitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn mindestens ein Zehntel der stimmberechtigten Mitglieder anwesend ist.“ Neumann versicherte, dass die neue Satzung bereits ministeriell abgesegnet ist. Von 1007 Mitgliedern waren zur Abstimmung über die Satzungsänderung 120 anwesend. Sie stimmten der Änderung zu.

Der 26-jährige Forstwirt David Karl, er hatte sich an der Forstschule Lohr zum Techniker ausbilden lassen, stellte sich der Versammlung als Nachfolger von Reinhard Wiesent vor und dankte ihm für „das Heranführen an die Aufgaben der Geschäftsführung“. „Die zunehmenden Mitgliederzahlen und die vermarkteten Holzmengen sprechen Bände“, bescheinigte Marcus Gradl der FBG. Als er die Arbeit der Gemeinschaft als „bombastisch“ bezeichnete, brandete Applaus auf. Mit einer kurzen Laudatio wandte sich Manfred Schmid an den aus Altersgründen ausgeschiedenen Geschäftsführer Reinhard Wiesent. Der stellvertretende Vorsitzende blickte zurück auf dessen 14-jährige Tätigkeit, während der er sich „erfolgreich eingebracht, viel angestoßen und stets neue Ziele gesetzt hat“. Mit seinem Vorstandskollegen Markus Heining und David Karl übergab er einen Präsentkorb.

 

 

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