11.11.2020 - 11:32 Uhr
EschenbachOberpfalz

Eschenbacher Rußweiher sitzt auf dem Trockenen

Hält der Eschenbacher Rußweiher Winterschlaf? Wenig erinnert seit Wochen an die mediterrane Atmosphäre, die die Besucher so schätzen. Der 24 Hektar große Weiher liegt brach. Warum das so ist, erklärt Martin Schusser vom Sportangelverein.

Seit circa einem Monat zeigt der Rußweiher seine "Moorseite".
von Walther HermannProfil

Seit dem turnusgemäßen Abfischen am 2. und 3. Oktober gibt der 24 Hektar große „Kleine Rußweiher“ zu erkennen, warum mit ihm als größtes Moorbad Nordbayerns geworben wird. Bis auf den sandigen Uferstreifen präsentiert er sich ganz und gar in seiner moorhaltigen Bodenschicht.

Wie Martin Schusser versichert, habe die Schlammschicht nach dem Einbringen eines Schlammlösemittels jedoch erkennbar abgenommen. Der Vorsitzende des Eschenbacher Sportanglervereins spricht von übereinstimmenden Erkenntnissen der Helfer beim Abfischen und bestätigt damit bisherige Erfolgsberichte der Stadt Eschenbach. Im bisherigen Trockenliegen des Sees sieht er eine in der Teichwirtschaft übliche und erforderliche Maßnahme zur Fischbewirtschaftung. Dazu zählt er auch das Aufbringen von Kalk. Zum Monatsende kündigt Schusser ein Schließen des Mönchs an und erhofft sich ausreichend Niederschläge und Schmelzwasser für die kommenden Monate, damit der Rußweiher wieder voll Wasser laufen kann.

Das große Abfischen am Eschenbacher Rußweiher

Eschenbach

Der Rußweiher ist aber nicht nur für seine großen Karpfen und Waller beim Abfischen bekannt, auch Seefeste wurden dort schon immer gerne gefeiert – wie das Rußweiherfest vom 21. bis 23. Juli 1951 oder das "Kreis-Seefest" im Jahr 1954.

Viel Werbung machte die Stadt für das „Kreis-Seefest“ vom 3. bis 5. Juli 1954. Mit einem Faltblatt rief sie auf: „Kommen Sie zu uns nach Eschenbach! Sie werden es nicht bereuen. Entspannung und Erholung werden Ihnen in reichem Maße zuteil! Vielleicht ist Ihnen einer der nachfolgenden Tipps von Nutzen.“ Beschrieben wird die Anreisemöglichkeit per Bahn, Omnibus, Auto und Motorrad. Angepriesen werden reichlich Übernachtungsmöglichkeiten und gute und preiswerte Verpflegung. Ergänzend dazu schlägt die Stadt Spaziergänge zum und um den Obersee vor. Für weitere Wanderwege empfiehlt sie die Übersichtstafel am Rathaus und schließt mit der Aussage: „Wer könnte sich dem eigenartigen Reiz entziehen, den Eschenbach ausübt? Eine Perle der Oberpfalz bester Tradition!“

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