01.11.2020 - 13:51 Uhr
EschenbachOberpfalz

Eschenbach: Viele Bauprojekte stehen an

Zwölf Einzelmaßnahmen mit geschätzten Gesamtkosten von 1,8 Millionen Euro umfasst die Eschenbacher Bedarfsmitteilung 2021 zur Städtebauförderung. Besonders die ehemalige Volksschule ist ein jahrelang diskutiertes Thema im Stadtrat.

Der ehemaligen Volksschule II droht 2021/22 die Spitzhacke.
von Walther HermannProfil

Grunderwerb, Abbruch alter Bausubstanz, Fassaden- und Neugestaltung: Zum alljährlichen Beschlussprozedere des Stadtrats zum Ende des Jahres gehören die beabsichtigten Maßnahmen und Investitionen für die kommenden vier Jahre. Dabei handelt es sich stets um Grobschätzungen für Projekte, für die noch keine zeitliche Vorgabe besteht. Mit der Bedarfsmitteilung will die Regierung frühzeitig über Vorhaben der Kommune informiert werden, um eventuell benötigte Fördergelder bereitstellen zu können. Es besteht keine Pflicht, die beabsichtigten Maßnahmen zu realisieren.

Kämmerer Karl Stopfer stellte dem Gremium die in Zusammenarbeit mit der Stadtbau Amberg angemeldeten Einzelmaßnahmen vor, die nach dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ (ehemals Bund-Länder-Städtebauförderprogramm) Fördermöglichkeit genießen. Dazu zählte er den Grunderwerb der Wohneinheiten Stirnberg 12 bis 16, 22, 25 und 26 für 475 000 Euro. Für deren Teilabbruch enthält die Mitteilung für die Jahre 2021 und 2022 zudem Aufwendungen von jeweils 250 000 Euro.

Grundstücke nun in kommunalem Besitz

Eschenbach

Für den Abbruch der „Klarnervilla“ und der ehemaligen Volksschule II sind für 2021 300 000 und für 2022 nochmals 200 000 Euro angesetzt. Die Bedarfsmitteilung 2020 hatte für beide Vorhaben nur 205 000 Euro vorgesehen. Der Erwerb der Anwesen Jahnstraße 9 (Praun) und Kirchenthumbacher Straße 2 (Bundscherer) ist mit voraussichtlich förderfähigen Kosten von 180 000 beziehungsweise 190 000 Euro ein weiterer Großposten der Bedarfsmitteilung. In anderer Größenordnung bewegt sich der „städtebaulich bedingte Mehraufwand Neubau Pfarrheim“ mit 450 000 Euro, aufgeteilt auf die Jahre 2021 und 2022.

Die Neugestaltung der Bahnhofstraße, sie war bereits im Vorjahr in der Bedarfsmitteilung für das Fortschreibungsjahr 2021 mit 300 000 Euro enthalten, soll nun im Jahr 2022 angegangen werden. Auch die Sanierung der Felsenkeller, sie sollte ebenfalls 2020 begonnen werden, ist nun für die Jahre 2022 und 2023 für insgesamt 150 000 Euro vorgesehen. Der größte Posten für die Fortschreibungsjahre 2022 bis 2024 ist die Neugestaltung von Oberer Stirnbergstraße, Stirnbergstraße, Pappenberger Weg und Stegentumbacher Straße mit voraussichtlich förderfähigen Kosten von insgesamt 2,2 Millionen Euro. Zur Umsetzung der angemeldeten beabsichtigten Maßnahmen gab der Kämmerer zu bedenken: „Manche Vorhaben stehen schon länger an. Sie werden irgendwann realisiert werden.“ Zu den Vorhaben Stirnberg war sich Peter Lehr sicher, dass es eine Erweiterung des Förderprogramms zu berücksichtigen gilt. Das Gremium stimmte der vorgestellten Bedarfsmitteilung einstimmig zu.

Ein möglicher Abbruch der ehemaligen Volksschule II gab erstmals in der Oktobersitzung 2009 des Stadtrats Anlass zu einer regen Aussprache. Willi Trummer verwies auf ein Gespräch mit Vinzenz Dachauer und war sich mit dem Ehrenbürger einig: „Es wäre eine Sünde, das Gebäude abzureißen!“ Dachauer hatte es als „stabilen Bau“ bezeichnet, den die Firma Gossen „für den eigenen Bedarf noch verstärkt hatte“.

Errichtet wurde das Bauwerk in den Jahren 1957/1958 für die Oberrealschule (Gymnasium), die es zehn Jahre lang nutzte. Von 1968 bis 1973 belegte es (einschließlich der Nebengebäude) die Firma Gossen. Bis zur Fertigstellung des Anbaues an die Volksschule (Einweihung am 24.10.2006) war es als „Volksschule II“ Unterrichtsstätte für die Hauptschüler. Seit mehreren Jahren werden die Räume von verschiedenen Vereinen genutzt. Im ersten Stock befindet sich die vom Arbeitskreis Asyl aufgebaute Kleiderkammer, die inzwischen allen Bedürftigen zur Verfügung steht.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.