26.07.2021 - 10:46 Uhr
EschenbachOberpfalz

An Drohnen geht nichts mehr vorbei: Jagdgenossenschaft Eschenbach zieht Bilanz

Überwiegend zur Instandsetzung ausgewaschener Flurwege in Hanglagen setzt die Jagdgenossenschaft 2020 erhebliche Mittel ein.
von Walther HermannProfil

Der Jagdgenossenschaft Eschenbach ist sehr am Unterhalt der Flurwege gelegen. Im Jahr 2020 gab sie deshalb knapp 16.000 Euro für den Wegeunterhalt aus, wie aus der Jahreshauptversammlung zu entnehmen ist. Breiten Raum nahmen auch die Berichte der Jagdpächter ein. Vorsitzender Georg Karl stellte außerdem fest: „Es wurden ziemlich viele Sauen geschossen.“

Einblicke in die Finanzen gab Richard Ficker. Den erneuten Rückgang der Rücklagen begründete er mit den erhöhten Aufwendungen für den Unterhalt der Wege in den Fluren der Mitglieder. Waren für den Wegeunterhalt im Jahr 2017 nur 4514 Euro ausgegeben worden, steigerten sich die Aufwendungen im Jahr 2019 auf 11.700 Euro und im Jahr 2020 auf 15.965 Euro. Dennoch resümierte er: „Wir können wieder investieren.“

Seitens der Jagdpächter sprach Martin Gottsche von einem guten und tragbaren Zustand des Wegenetzes. Für sein Revier bescheinigte er den Jagdgenossen einen erfüllten Abschussplan und zeigte sich erfreut, dass es um das Schwarzwild „relativ ruhig“ geworden ist. Insbesondere sei „in der Problemzone Runkenreuth inzwischen Ruhe eingekehrt“. Dass der Schwarzwildbestand sehr überschaubar geworden ist, sah er im nassen Frühjahr und weniger Frischlingen begründet. Sorge aus jagdlicher Sicht machten ihm die angekündigten Neubaugebiete und die damit verbundenen Sicherheitsabstände beim Waffengebrauch. Er sah 100 Hektar nicht mehr bejagbare Fläche voraus. Dies gelte es bei der nächsten Neuvergabe der Jagd zu berücksichtigen. Sein besonderes Augenmerk richtete Gottsche auf die Rehkitz-Rettung und gab zu bedenken: „Früher sind wir den Mähfahrzeugen selbst vorausgelaufen, jetzt ist dies läuferisch nicht mehr zu schaffen.“ Er berichtete vom Experiment "Drohnentechnik", mit dem gute Erfahrungen gemacht wurden und folgerte daraus: „An Drohnen geht nichts mehr vorbei.“

Von einem Jagdjahr der Höhen und Tiefen berichtete Toni Ackermann. Für den Jagdbogen I erklärte er: „Abschussvorgabe Reh- und Rotwild erfüllt und 32 Sauen erlegt.“ Nach seinen Erkenntnissen fördere der Anbau von Mais und Weizen das Auftauchen von Wildschweinen. Er rief dazu auf, Vorkommnisse umgehend zu melden. Als auffällig wertete er das Verhalten des Rotwildes nach der Grasernte: mangels Gras fresse es Mais.

Mit einer Stimmenthaltung sprachen sich die Jagdgenossen schließlich dafür aus, den Jagdpachtschilling weiterhin für den Wegebau zu verwenden. Eine längere Aussprache entwickelte sich zum Vorschlag von Georg Karl, sich an der Finanzierung einer Drohne zu beteiligen. Im Raum stand schließlich eine Beteiligung der Stadt, für die nach bisherigen Erfahrungen eine Drohne bei der Vermisstensuche wertvolle Hilfe leisten könnte. Den verbleibenden Teil könnten sich Jagdgenossen und Jagdpächter teilen. Auf Nachfrage nannte Karl Beschaffungskosten von circa 8000 Euro. Der Vorsitzende betonte, dass zum Einsatz der Drohne eine Berechtigung vorliegen muss und zwei bis drei Suchhelfer erforderlich sind. Bei einer Stimmenthaltung traf die Versammlung den Beschluss, sich bei der eventuellen Anschaffung einer Drohne finanziell zu beteiligen. Bürgermeister Marcus Gradl dankte der Jagdgenossenschaft für die gute Zusammenarbeit und verwies auf die Vorteile der Kernwegenetz-Regelung.

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