25.10.2020 - 09:09 Uhr
EschenbachOberpfalz

Corona: Herbstliches Garteln als Zeitvertreib

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Daheim bleiben lautet die Devise angesichts der steigenden Infektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Neustadt/WN. Gut, wer da einen Garten besitzt. Langweilig wird es dort kurz vor Wintereinbruch nämlich nicht.

Ob Laub zusammenfegen oder Sträucher zurückschneiden: In einem Garten gibt es immer viel zu tun – besonders im Herbst. Da wird die Corona-Quarantäne bestimmt nicht langweilig.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Die Corona-Pandemie zwingt die Menschen im Herbst nun wieder mehr daheim zu bleiben. Doch die Keller und Dachböden sind schon seit der ersten Virus-Welle ausgiebig entrümpelt und aufgeräumt worden. Was also nun? Wer einen Garten hat, dem stellt sich diese Frage nicht. Denn dort gibt es in der Herbstzeit genug zu tun, weiß Hans Rupprecht. Der Vorsitzende des Eschenbacher Obst- und Gartenbauvereins gibt Tipps, wie das Paradies vor der Haustür den Winter gut übersteht.

Im Sommer hört man sie oft brummen, die Rasenmäher. Im Herbst sollte das nicht mehr so häufig sein. "Jetzt sollte man wirklich den letzten Rasenschnitt machen, sonst geht die Grasnarbe kaputt", erklärt Hans Rupprecht. Die Rasenmäher dürfen also langsam ihr Winterquartier beziehen, rät der Experte. Wichtig bei der herbstlichen Rasenpflege sei auch, das herabgefallene Laub stets abzurechen. "Entweder auf den Kompost damit, oder man macht einen Haufen für Igel. Aber nicht auf dem Rasen belassen, sonst kann es sein, dass der darunter liegende Rasen verfault." Den Laub-Haufen könnte zwar eine hungrige Amsel wieder ein wenig verteilen, aber das sei in Ordnung. "Es muss nicht alles geleckt sein", sagt der 59-Jährige.

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Einen Rat hat der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins auch für Topfpflanzen, die nur für warme Monate geeignet sind. "Was nicht winterfest ist, sollte man jetzt ins Winterquartier bringen. Das kann eine Garage sein", sagt er. Zum Schutz vor Kälte kann die Erde in den Töpfen zusätzlich mit Reisig oder Laub bedeckt werden, auch ein Jutesack zum Umwickeln sei gut. Gießen muss man diese Pflanzen in den Wintermonaten natürlich trotzdem – "mindestens einmal im Monat richtig kräftig". "Die Masse der Pflanzen, die kaputt wird, erfriert nicht, sondern vertrocknet", weiß Rupprecht.

Jetzt sollte man wirklich den letzten Rasenschnitt machen, sonst geht die Grasnarbe kaputt

Hans Rupprecht, Obst- und Gartenbauverein Eschenbach

Ziergräser, die mittlerweile gerne in Gärten vorkommen, sollte man jetzt nicht mehr zurückschneiden, rät er außerdem. "Die Grasbüschel nur zusammenbinden, damit sie durch Schnee und Wind nicht auseinandergetrieben werden." Im Frühjahr können sie dann geschnitten werden. Hecken und Bäume sollten dagegen jetzt zurechtgestutzt werden. "Die darf man ja erst seit 1. Oktober aus naturschutzrechtlichen Gründen wieder beschneiden", betont der 59-Jährige. Gut sei eine Pyramidenform, weil so die Schneelast auf den Ästen nicht zu groß werde. Kräuter, die im Beet wachsen, könne man stehen lassen. "Die meisten Kräuter sind winterhart, und Salbei macht sich hervorragend in Advents oder Weihnachtskränzen", gibt er einen Deko-Tipp für die kommenden Monate. Aber auch für Wintertees eignen sich die getrockneten Salbeiblätter, genau wie Zitronenmelisse und Pfefferminze. Bei Rosen und Hortensien sei im Oktober ebenfalls nichts zu tun. "Hortensienblüten machen sich schön im Raureif, und wir müssen auch an die Insekten denken."

Einen Tipp hat Rupprecht zum Schluss noch für Gartenteichbesitzer. Damit die Wasseroberfläche nicht komplett gefriert und die Wasserbewohner genügend Sauerstoff bekommen, rät er, ein PVC-Rohr mit einem Durchmesser von 120 Millimeter vom Ufer aus ein Stück ins Wasser zu schieben. Ein zusammengebundener kleiner Strohbüschel, den man dagegen komplett ins Wasser wirft, habe den gleichen Effekt.

Hans Rupprecht kennt sich aus mit dem Garteln. Er ist Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Eschenbach.

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