25.11.2019 - 14:10 Uhr
EschenbachOberpfalz

Bürgermeisterkandidat Thomas Riedl stellt Visionen für Eschenbach vor

Die Freien Wähler Eschenbach sind bereit für die Kommunalwahl 2020. Sie schicken Thomas Riedl in das Rennen um das Amt des Bürgermeisters und präsentieren 16 Bewerber für den künftigen Stadtrat.

Thomas Riedel (vorne, Mitte) und 15 weitere Freie-Wähler-Kandidaten stellen sich am 15. März dem Votum der Eschenbacher. Zur Kandidatur gratulieren Landtagsabegordneter Tobias Gotthardt (vorne links), FW-Kreisvorsitzender Karl Meier (oben, Zweiter von rechts) und Landratskandidat Tobias Groß (oben, Dritter von links).
von Walther HermannProfil

Aufbruchsstimmung herrschte am Sonntag in „Matth sein Wirtshaus“. In der Nominierungsversammlung fielen in Anwesenheit des Landtagsabgeordneten Tobias Gotthardt, Landratskandidaten Tobias Groß und des Vorsitzenden der Freie-Wähler-Kreisvereinigung Neustadt-Weiden Karl Meier viele Worte der Anerkennung und Zuversicht.

Bürgermeister Kandidat Thomas Riedl räumte zunächst ein, dass es nicht selbstverständlich ist, sich als Kandidat für den künftigen Stadtrat zur Verfügung zu stellen. Er zeigte sich stolz auf einen „sehr gemischten Kreis an Bewerbern“, in dem so ziemlich alle Berufe vertreten seien - „von der Altenpflegerin bis zum Zeitsoldaten“.

Der Wahlausschuss unter Leitung von Karl Meier hatte leichte Arbeit, das Wahlprozedere abzuwickeln. Nach dem Vorstellen der Stadtratskandidaten bestand in der Versammlung Einigkeit darüber, an der vorgeschlagenen Platzierung der Bewerber keine Änderung mehr vorzunehmen und eine Blockwahl abzuhalten, die ein einstimmiges Votum erbrachte. Vor der Wahl des Bewerbers für das Amt des Bürgermeisters stellte Thomas Riedl, mehrmals unterbrochen von spontanem Applaus, sein Programm vor. Er betonte, dass er sich trotz kritischer Stimmen erneut als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung stellt, und kündigte dafür „ausschlaggebende Beweggründe“ an. Der Sparkassenfachwirt ging auf seinen Werdegang bei den Freien Wählern seit 2001 ein und zählte verschiedene Ehrenämter im örtlichen Vereinsleben auf. Als ausschlaggebenden Punkt, erneut zu kandidieren, nannte er die Situation, dass erstmals kein amtierender Bürgermeister zu einer Wahl antritt. Er sei daher wiederholt zur erneuten Kandidatur ermuntert worden. Riedl stellte auch Vergleiche an zu großen politischen Parteien, bei denen die Parteizentrale die Richtung vorgebe. Bei den Freien Wählern seien die Kommunen die Parteizentrale, wo Ideen und Probleme gesammelt würden, die dann den Abgeordneten als Hausaufgabe mit nach München gegeben werden. „Deshalb ist es Zeit für einen FW-Bürgermeister“, versicherte er.

Seine Aufgabe als Bürgermeister sah er darin, neben der Leitung der Verwaltung „als Motor der Stadtentwicklung zu wirken, zwischen den Fraktionen zu vermitteln, jeden einzelnen Stadtrat mitzunehmen und alle Vorschläge und Ideen zu prüfen, um die besten Entscheidungen zu finden“. Voraussetzung dafür sei, „weitgehend neutral zu bleiben und nicht mit Unterstützung der eigenen Fraktion alles durchzuwinken“. Seinen Leitspruch formulierte er so: „Es geht nicht nebeneinander, schon gar nicht gegeneinander, es geht nur miteinander.“

Dass das bisher im Stadtrat Erreichte keinen Stillstand bedeutet, zeigte Riedl mit einer Videopräsentation zu Straßenbau, Baugebieten, Kindergarten, Waldfriedhof, Taubnschuster, Vermessungsamt, Landratsamt, offener Ganztagsschule und dem von den Freien Wählern in Bayern vorangetriebenen Breitbandausbau auf. „Eine Bauplatzerschließung im großen Stil kann nicht die einzige Lösung sein“, betonte er, fand dafür zahlreiche Argumente und nannte die Beseitigung von Leerständen und Baulücken als zentrale Aufgabe. Riedl griff das Stichwort „Innen statt Außen“ auf und kündigte an: „Ich will zusammen mit Programmen der Staatsregierung an Konzepten arbeiten, um die Stadtkerne am Leben zu erhalten.“

Programmatische Aussagen machte der Bürgermeisterkandidat zu zeitnahen Überlegungen für eine sinnvolle Erweiterung des nahezu „ausverkauften“ Gewerbegebiets und zu Möglichkeiten für Veranstaltungen am Rußweiher. Er bezeichnete sich nicht als Gegner einer Festhalle, hielt jedoch mit Blick auf einen CSU-Vorschlag „mit Kosten von über drei Millionen ohne Nutzungskonzept“ ein Großprojekt für nicht vertretbar und rief dazu auf, das Augenmaß nicht zu verlieren.

Mit einem Anstoß zu „Kommunalen Stadtwerken“ betrat Riedl Neuland. Unter deren Dach könnten der Energiesektor mit Erneuerbaren Energien, Wasser, Abwasser, Rußweiherbad, Erschließung von Baugebieten und das Modernisieren von Altbauten zusammengefasst werden. Im Zuge der Erweiterung des Gewerbegebiets „Am Stadtwald“ hielt er es in Anbetracht des zunehmenden Verkehrs für sinnvoll, eine Ortsumgehung Ost nochmals zu überprüfen. Er zeigte sich stolz, ein Eschenbacher zu sein, resümierte „Eschenbach geht es gut“ und sah in seiner Vision „Eschenbach 2026“ eine schuldenfreie Vorzeigekommune im Landkreis, „zu der ich sagen kann: Eschenbach geht es besser.“

Die Liste der Freie-Wähler-Bewerber für den Stadtrat:

Thomas Riedl, Sparkassenfachwirt (55 Jahre), Elisabeth Gottsche, Sozialwirtin (56), Karl Lorenz, Oberstudienrat i.R., zweiter Bürgermeister (68), Hubert Schmidt, Handwerksmeister (59), Richard Plößner, Kaminkehrermeister (51), Tanja Kallmünzer, Diplomkommunikationsdesignerin (57), Michael Brüchner, AOK-Betriebswirt (33), Erwin Traßl, selbstständiger Bilanzbuchhalter (55), Werner Fahrnbauer, Zollbeamter (55), Anja Plößner, technische Zeichnerin (46), Alexander Schuller, Betriebswirt, Wirtschaftsinformatiker (48), Sabrina Ott, gerontopsychiatrische Pflegefachkraft (25), Wolfgang Jellen, Diplomchemiker (64), Andre Riedl, Fachwirt für Finanzen, Zeitsoldat (24), Matthias Schwemmer, Schreinermeister (36),Thomas Mikolei, Kriminalbeamter (47). Nachrücker: Lidia Theobald, Sozialversicherungsfachangestellte (31) und Daniel Schwabbauer, IT-technischer Assistent (29).

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