09.08.2020 - 10:18 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Plattform für Kunst und Kultur in Erbendorf

Der Anfang ist gemacht. Der zukünftige Kunst- und Kulturverein Erbendorf (KuKuvE) lud Interessierte zur ersten Infoveranstaltung ein. Die Initiatoren Jürgen Frischholz und Sohn David stellten Ziele und Visionen vor.

David Frischholz und Jürgen Frischholz (von links) sind die Initiatoren des Kunst- und Kulturvereins Erbendorf.
von Jochen NeumannProfil

Eigentlich hätte das erste Treffen bereits im Frühjahr stattfinden sollen. Doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Die Initiatoren, Jürgen und David Frischholz, nutzten die verstrichene Zeit zur Vorbereitung der Gründung des Kunst- und Kulturvereins Erbendorf, kurz KuKuvE, und knüpften Kontakte mit örtlichen Vereinen und Kunstschaffenden.

Die Gründung des KuKuVE im April wurde verschoben

Erbendorf

„Unser Vorhaben ist der Versuch, die Kulturszene zu beleben.“ Mit diesen Worten begrüßte Jürgen Frischholz etwa zehn Interessierte im Aribo-Hotel, darunter Bürgermeister Johannes Reger. Eigentlich wären es nach den Worten von Frischholz mehr gewesen. „Viele Anrufe haben wir von Leuten erhalten, die wegen ihres Urlaubs an diesem Abend verhindert sind.“

Bei der ersten Informationsveranstaltung präsentierten die beiden Initiatoren das Konzept für den Kunst- und Kulturverein. Dabei ging David Frischholz auf den Status Quo des Kulturlebens in der Steinwaldstadt ein. „Auf den ersten Blick findet man beispielsweise im Internet nicht viel zu Kunst und Kultur in Erbendorf.“ Es gebe viele Menschen, die für sich künstlerisch tätig seien, aber nicht in die Öffentlichkeit treten.

„Der neu zu gründende Verein soll gerade diesen Menschen eine Plattform geben“, so David Frischholz. Denn mit der Gründung des Kunst- und Kulturvereins soll jedem Kulturschaffenden im Raum Erbendorf ein Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht gegeben werden. „Unsere Idee ist, innerhalb des Vereins Szenenbereiche mit eigenen Leitern zu etablieren.“

Die Initiatoren könnten sich unter der Rubrik „Bildende Künste“ die Bereiche Malerei, Kunsthandwerk, Fotografie und Grafik, um nur einige zu nennen, vorstellen. Auf der anderen Seite schwebt ihnen die darstellende Kunst mit Musik, Literatur, Brauchtum, Tanz, Theater, Gesundheit, aber auch Filmkunst vor. „Denn es gibt viele Hobbyfilmer.“

„Die vielen Facetten und Möglichkeiten zeigen, dass man Kultur und Kunst nicht mit einem Wort beschreiben kann“, stellte Jürgen Frischholz fest. Er könne sich Ausstellungen ebenso vorstellen wie Workshops oder Kurse für Einsteiger, beispielsweise für Fotografie, Schnitzerei oder Malerei. Zum Thema Literatur merkte er an, dass es auch in Erbendorf Autoren gebe. Wichtig sei den Initiatoren, dass das Brauchtum gepflegt werde.

„Um das alles unter einen Hut zu bringen, ist das Ziel die zeitnahe Gründung des Kunst- und Kulturvereins Erbendorf“, sagte David Frischholz. „Der Verein soll das Angebot zu Kunst und Kultur fördern und bündeln.“ Der KuKuvE als Anlaufstelle wolle aber nicht den etablierten Vereinen die Arbeit wegnehmen. „Vielmehr möchten wir Künstler und Kulturschaffende herauslocken“, ergänzte Jürgen Frischholz. „Wir haben bereits viel Zustimmung seitens der Vereine und von einzelnen Personen erhalten. In Erbendorf gibt es über 80 Vereine, wir haben die Stadt, die Schulen, Firmen und Privatleute“, wies er auf das große Potenzial für Kooperationen hin. „Nicht zuletzt hat die Steinwaldstadt eine starke Jugend, die mit eingebunden werden könnte.“ Vollste Unterstützung erfahren die Initiatoren von der Stadt Erbendorf. „Das neue Bürgerhaus dürfen wir auch mit Leben erfüllen“, so Jürgen Frischholz. Einen Einblick gewährten die beiden Initiatoren in ihre Visionen. So seien regelmäßige Stammtische ebenso angedacht wie ein Kreativ-Cafe und ein eigener KuKuvE-Kalender.

David Frischholz und Jürgen Frischholz informierten einige interessierte Bürger über die Ziele des neuen Vereins.
Hintergrund:

Gründung steht bevor

Zum weiteren Vorgehen führten die Initiatoren aus, dass die Meinungen der Bürger wichtig seien. „Wir werden auch weiterhin Vereine ansprechen.“ Nach zwei weiteren Infoveranstaltungen soll der Verein voraussichtlich im September aus der Taufe gehoben werden. Einen Dank sprach Jürgen Frischholz schon an Georg Neumann aus, der die Plakate gestaltet und erste Logoentwürfe eingebracht hat.

  • Lücken im Kulturbereich: Von Seiten der Teilnehmer gab es zum Konzept positive Resonanz. „Ideen kann man viele haben, aber sich zu trauen, diese auch umzusetzen, ist mutig“, wie ein Besucher anmerkte. „In Erbendorf ist gar nichts los“, sagte ein anderer. Bürgermeister Johannes Reger stellte fest, dass Erbendorf im Bereich der Musik gut aufgestellt sei. „Bei manchen anderen Themenbereichen, beispielsweise der bildenden Kunst, haben wir fast nichts.“ Nach seinen Worten wäre es eine gute Geschichte, eine Kunstszene zu entwickeln. Hier könnten auch die Schulen mit eingebunden werden.
  • Versteckte Talente animieren:
    „Wir müssen die Leute neugierig machen“, stellte Jürgen Frischholz fest. „Wir wollen aber nicht Veranstalter, sondern eine Plattform für Kunst und Kultur sein. Nur miteinander können wir etwas bewegen.“ Die versteckten Talente in der Stadt müssten herausgeholt und animiert werden. „Zudem haben wir eine schöne Natur und Werte, die es zu vermitteln gilt. Wir müssen die Kräfte bündeln.“
  • Pläne für Bürgerhaus: Frischholz lud alle interessierten Bürger zu den Folgeveranstaltungen ein. So werden am Donnerstag, 13. August, um 19.30 Uhr im Aribo-Hotel die Pläne für das Bürgerhaus durch die Stadt Erbendorf vorgestellt, ebenso das Konzept der Kooperation zwischen der Stadt und dem Kunst- und Kulturverein. Am Donnerstag, 20. August, um 19.30 Uhr wird im Aribo das Thema Kunst und Kultur in der Umgebung aufgegriffen und der Weg zur Vereinsgründung aufgezeigt.

Infos unter

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