31.01.2021 - 15:13 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Ernährungsberaterin Kristina Heinzel-Neumann hat Tipps für die Umsetzung der Neujahrsvorsätze

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„Na, das Jahr 2020 war aufregend genug. Dieses Jahr setze ich mal aus.“ So werden viele denken, wenn's um die guten Vorsätze geht. Diplom-Ökotrophologin Kristina Heinzel-Neumann aus Erbendorf beschäftigt sich mit diesem Thema und hat Tipps.

Ökotrophologin Kristina Heinzel-Neumann erklärt, wie man Neujahrsvorsätze dauerhaft durchhält.
von Jochen NeumannProfil

Vorsätze für das neue Jahr werden viele ausgesprochen. Doch sie auch zu halten, ist meist schwieriger. Ernährungsberaterin Kristina Heinzel-Neumann hat sich diesem Thema angenommen. Dabei geht es ihr aber nicht allein nur um Ernährung, sondern rund um den Körper und den Geist. "Das neue Jahr ist bereits wieder vier Wochen alt und so mancher gut geplante, mit viel Motivation herbei gesehnte Neujahrsvorsatz ist im Trubel des Alltags schon wieder untergegangen", sagt Heinzel-Neumann. "Ach ja, da war doch was", werden sich viele fragen. Zu Beginn mit viel Motivation eingestiegen, ist man nach einiger Zeit enttäuscht und man ärgert sich.“

Ideen und Motivation

"Wir haben tolle Ideen, viel Motivation und wollen Großes bewirken und dann geht uns so schnell die Luft aus", weiß die Ernährungsberaterin. "Unser Gehirn liebt das Bekannte", stellt sie fest. "Sobald wir uns neue Gewohnheiten aneignen wollen, ist das im Gehirn so, als ob wir durch dichtes Buschwerk eine neue Straße schlagen wollen." Dies sei nicht einfach, koste viel Kraft, Zeit und Motivation, um das Ziel im Fokus zu halten.

"Wie einfach sind da doch unsere alten Trampelpfade und Muster im Gehirn, die gerade dann wieder gerne genutzt werden", sagt Heinzel-Neumann. "Und bei Stress wird aus der geplanten Yoga-Einheit doch wieder ein Couchabend mit der heißgeliebten Schokolade." Die Expertin weiß auch den Grund. Unser Gehirn kenne das Wort "nicht" oder "nein" nicht, sagt sie. "Alle Vorsätze, die sozusagen negativ formuliert sind, verwirren unser Gehirn." Als Beispiel nennt sie den Satz: "Ich will keine Schokolade mehr essen“. Im Gehirn wird damit gleich an etwas Verbotenes gedacht. "Unser Fokus liegt dann gleich auf dem, was wir eigentlich vermeiden wollen." Sinnvoll sei es deshalb, dem Gehirn gleich klare Zielanweisen zu geben. "Ich möchte einmal am Tag Gemüse essen" – dieser Satz legt den Fokus auf das Ziel und das ist bereits der halbe Weg.

Nicht selbst unter Druck setzen

"Wichtig dabei ist die Frage, ob die entsprechenden Neujahrsvorsätze auch wirklich den persönlichen Zielen und Wünschen entsprechen." Es stelle sich die Frage, ob es sich um Erwartungen aus dem eigenen Umfeld handelt oder weil man das so macht. "Ziele umzusetzen, die nicht unsere eigenen sind, fällt uns sehr schwer", so die Ernährungsberaterin. "Der Kopf mag zwar an der Umsetzung beteiligt sein, wenn jedoch das Herz fehlt, sinkt die Motivation schnell und der Neujahrsvorsatz ist rasch vergessen", sagt sie.

"Wenn wir uns selbst unter Druck setzen, entsteht innerlich ein Gegendruck und bereits ein Gefühl des Scheiterns und dem sich klein fühlen." Der dadurch entstehende Stress führe zu einer Abwärtsspirale von "ich muss doch" und "wieder versagt". "Gerade die Kraft, die dadurch verschwendet wird, kann viel besser für die eigenen Ziele und die eigene Motivation genutzt werden", so Kristina Heinzl-Neumann. "Ein wohlwollender Umgang mit sich selbst schafft Freiheit und Motivation, die auch bei Rückschlägen noch erhalten bleiben."

Es ist nie zu spät

"Es werden sich jetzt viele fragen, wie Neujahrsvorsätze eigentlich erfolgreich funktionieren", stellt Heinzel-Neumann fest. "Am Rande bemerkt: Die kann man sich auch gerne unterm Jahr setzen, denn es ist nie zu spät dafür." Der erste Schritt sei, zu erkennen, wie weit man bereits gekommen ist. Denn der eigene Körper habe bisher bereits sein Bestes gegeben und in den meisten Situationen des persönlichen Lebens gut begleitet.

"Wenn man sich wohlfühlt, darf alles so bleiben." Wichtig sei nach ihren Worten die liebevolle Annahme des eigenen Körpers, der Gewohnheiten und das Ausrichten auf das neue Ziel." Wenn Veränderungen gewünscht werden, sollte ein konkretes Ziel formuliert werden. "Das sollte so ausgesprochen werden, als ob es bereits erreicht wurde", so die Ökotrophologin. "Ich fühle mich wohl und bin beweglich."

Gewisse Begeisterung

Als zweiten Schritt nannte sie, sich für das Erreichen des Ziels zu begeistern. "Ist es eine bestimmte Bewegungsart oder welches Gemüse esse ich gerne." Hilfen seien nach ihren Worten, Wochentage festzulegen, beispielsweise "Ich esse jeden Mittwoch ein vegetarisches Mittagessen." Wichtig sei, dass das gesteckte Ziel konkret, positiv, machbar und motivierend klingt, so Heinzel-Neumann. "Denn eine Gelinggarantie für das Ziel ist dann erreicht, wenn man Freude und Motivation beim Gedanken der Umsetzung verspürt." Zum Start der „verspäteten“ Neujahrsvorsätze im Bereich Ernährung hat die Diplom-Ökotrophologin Kristina Heinzel-Neumann gleich ein Rezept für einen winterlichen Avocado-Salat parat, dass den Einstieg vielleicht erleichtert.

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Winterlicher Avocado-Salat.
Service:

Gesund und schmackhaft: Winterlicher Avocado-Salat

Zutaten: 2 bis 4 Avocados; 2 Stauden Chicorée; 1 Zwiebel; 1-2 Frühlingszwiebeln; 1 Zitrone; 2 EL Olivenöl; winterlicher Salat (Feldsalat, Eisberg, Romana, Ergänzungen: Tomaten, Oliven, Artischockenherzen. Zubereitung: Die Avocados halbieren, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch herausnehmen. Die Zwiebel fein würfeln. Die Avocado in Stücke schneiden. Die Frühlingszwiebel waschen und in Ringe schneiden. Den Chicorée halbieren, die Wurzel entfernen und den Chicorée in feine Streifen schneiden. Den Salat zupfen, danach Chicorée und Salat waschen. Alles in eine Schüssel geben und mit Salz, Zitronensaft und Olivenöl abschmecken. Besonders schön schaut der Salat aus, wenn man ihn in der ausgehölten Avocado-Schale serviert.

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