04.09.2020 - 10:53 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Ende einer Ära in der Fußballabteilung des TSV Erbendorf

18 Jahre stand Bernhard Reis an der Spitze der Fußballabteilung. Schon seit längerem wollte er das Amt abgeben. Nun hat er einen Nachfolger gefunden.

Mit einem Geschenk für den Garten bedankte sich Stefan Klamt (rechts) bei Bernhard Reis.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Bei den Fußballern des TSV Erbendorf endete am Donnerstagabend eine Ära. Mit stehenden Ovationen verabschiedeten die Mitglieder den 66-Jährigen Bernhard Reis aus dem Amt des Abteilungsleiters. Sein Nachfolger ist der bisherige Zweite Vorsitzende Stefan Klamt, der die Arbeit künftig auf viele Schultern verteilen will.

Im Vorfeld der Jahreshauptversammlung hatte der 49-jährige Klamt fleißig Gespräche geführt. Das Ergebnis war ein 18-köpfiges Team, das Klamt den Mitgliedern präsentierte. Der Erbendorfer setzt auf neue Strukturen und mehr Arbeitsteilung. Von der Wahl seines Teams machte er seine Kandidatur als Vorsitzender abhängig. Denn er könne das Amt nicht so zeitintensiv ausfüllen wie sein Vorgänger Reis, begründete er dies. Er wolle die Aufgabe im Team angehen, erklärte der frühere Stürmer der Ersten Mannschaft.

Stefan Klamt (Vierter von links) steht als Vorsitzender an der Spitze der TSV Fußballabteilung. Seine Stellvertreter sind Norbert Martetschläger (Zweiter von links) und Fabian Kastner (Vierter von rechts). Neue Schriftführerin ist Ulla Böhm. Den vakanten Posten des Jugendleiters übernahm Marco Manze (Dritter von rechts). Reinhold Kastner (links) ist sportlicher Leiter, Wolfgang Hoffmann (rechts) Sponsoring-Beauftragter und Herbert Stengl (Dritter von links) kümmert sich als Administrator um das Postfach des Bayerischen Fußballverbands. Bürgermeister Johannes Reger (Zweiter von rechts) leitete die Wahl.

Die Mitglieder gingen diesen Weg mit. Stellvertretender Vorsitzender ist nun der bisherige Dritte Vorsitzende Norbert Martetschläger. Für ihn rückt Fabian Kastner neu in den Vorstand auf. Um die Kassengeschäfte kümmert sich weiter Berthold Seitz. Das zuletzt vakante Amt des Schriftführers übernahm Ulla Böhm, die auch stellvertretende Schatzmeisterin ist. Sportlicher Leiter bleibt Reinhold Kastner. Um die zuletzt ebenfalls unbesetzte Aufgabe der Jugendleitung kümmert sich Marco Manze. Neu im Vorstand sind zudem als Sponsoring-Beauftragter Wolfgang Hoffmann und als Administrator für das Postfach des Bayerischen Fußballverbands Herbert Stengl . Die weiteren Mitarbeiter wurden nicht gewählt, sondern werden vom Vorstand berufen. Auch für Reis gibt es wieder einen Posten. Er soll als stellvertretender Sponsoring-Beauftragter weiter seine Kontakte für den TSV Erbendorf nutzen.

Glanzlichter hervorgehoben

Reis erklärte, dass er zwar mit Wehmut scheide, ihm das aber andererseits auch leicht falle, denn mit Stefan Klamt habe er den idealen Nachfolger. "Ich weiß, dass es super weitergehen wird." Und das sei ihm ungemein wichtig. Der 66-Jährige nahm den Abschied auch zum Anlass, um namentlich vielen fleißigen Helfern und Weggefährten zu danken, die in all den Jahren mit ihm die Fußballsparte vorangebracht haben, angefangen von den Betreuern über die Schiedsrichter und das Grillpersonal bis hin zum Helferlein-Team auf der wunderschönen städtischen Sportanlage. Sie seien für ihn alle Glanzlichter dieser 18 Jahre gewesen.

Dickes Lob für den Trainer

Hochzufrieden zeigte sich sportlicher Leiter Kastner mit der Arbeit von Trainer Muhammet Dal und Betreuer Matthias Linkel, welche die Philosophie des TSV Erbendorf, eigenen Talenten eine Chance zu geben, perfekt umsetzen würden. Der 36-köpfige Kader der beiden Seniorenmannschaften besteht mit einer Ausnahme nur aus Erbendorfer Aktiven. Mit einem Altersschnitt von 22,5 Jahren ist das wohl die jüngste Truppe, die der TSV im Seniorenbereich je hatte. Der Umbruch scheint bewältigt zu sein und die Erste ist wieder eine feste Größe in der Kreisliga. Kastner: "Wir sind auf einem verdammt guten Weg."

Die Nachwuchsarbeit soll auch künftig der Schlüssel zum Erfolg sein. Bei den A-Junioren gibt es derzeit jedoch eine Durststrecke. In der neuen Saison kann hier aus Personalmangel keine Mannschaft gemeldet werden. Bei den B-, C- und D-Junioren gibt es Spielgemeinschaften mit dem TSV Reuth. Bei den E- und F-Junioren stellt der TSV alleine Mannschaften, ebenso bei den Bambini. Allerdings macht sich auch hier Corona negativ bemerkbar. In vielen Teams sind wegen der Spielpause beziehungsweise der Ansteckungsgefahr Aktive weggebrochen. Beeindruckt von den Bilanzen zeigte sich Bürgermeister Johannes Reger, der die Zusammenarbeit von Bauhof und TSV bei der Pflege der Sportanlage am Kreinzl gerne fortsetzen möchte. So soll die Tribüne gemeinsam renoviert werden. Er lud die TSV-Verantwortlichen zudem ein, bei der Verlegung des Spielplatzes von der Kemnather Straße auf den Bolzplatz am Kreinzl Ideen einzubringen. Reine Formsache war die Entlastung des Kassiers und des Vorstands. Blumen gab es für Ulla Böhm, die spontan das Amt der Coronabeauftragten übernommen und damit geholfen hatte, die Krise zu meistern.

Stefan Klamt will die Arbeit auf viele Schultern verteilen.

Als Ziele des neuen Vorstands nannte Klamt die Weiterentwicklung der beiden Herrenmannschaften. Die Erste solle so bald wie möglich in die Bezirksliga gebracht werden. Und die Zweite Mannschaft solle in naher Zukunft ebenfalls eine Klasse höher kicken. Auch einen Vereinsbus hat er auf der Agenda stehen. Zudem kündigte Klamt an, dass der TSV die Jugendturniere auf dem Sportgelände am Kreinzl wiederbeleben und sich wieder am Ferienprogramm der Stadt beteiligen wolle.

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Sport
Im Blickpunkt:

TSV-Fußballer wollen wieder Punktspiele

Der neue Vorstand nutzte die Jahreshauptversammlung auch zu einem Votum der Mitglieder zur Basisumfrage des Bayerischen Fußballverbands. Die knapp 50 Mitglieder, zumeist aktive Fußballer oder Betreuer, hielten die Entscheidung, dass die Staatsregierung Wettkampfspiele im Amateurfußball verbietet, für nicht richtig. Sie wollen, dass der Punktspielbetrieb so bald wie möglich wieder aufgenommen wird und sprachen sich dafür aus, dass der Bayerische Fußballverband notfalls die Fortsetzung des Spielbetriebs einklagen soll. Doch auch wenn dies nicht von Erfolg gekrönt sein wird, war dem neuen Abteilungsleiter vor der Zukunft nicht bange. Klamt: "Egal wie es ausgeht, wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken und euch fit halten. Anderen Vereinen geht es auch nicht besser."

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