14.10.2020 - 12:30 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Corona macht Bistro „IQ“ Garaus

Das Sportheim des TSV Erbendorf steht nach zwei Jahren wieder ohne Pächter da. Siegfried Hartmannsgruber war das finanzielle Risiko in der Gastronomie während der Coronakrise zu hoch.

Der TSV Erbendorf betreibt sein Sportheim seit einigen Tagen wieder selbst. Siegfried Hartmannsgruber hat den Pachtvertrag für sein Bistro „IQ“ am Kreinzl aufgelöst. Schuld ist die Coronakrise.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Von Wolfgang Benkhardt und Lucia Seebauer

Der TSV Erbendorf ist wieder auf Pächtersuche. Siegfried Hartmannsgruber hat das Handtuch geworfen. Der Erbendorfer hat den Pachtvertrag mit dem TSV Erbendorf für sein Bistro "IQ" am Kreinzl aufgelöst. Siegfried Hartmannsgruber war 2018 mit einem für ein Sportheim ungewöhnlichen Konzept angetreten.

Er wollte mit einem Bistro-Café und einem schönen Biergarten (mit Blick auf den Sportplatz) im Kreinzl am Stadtrand von Erbendorf einen Ort der Begegnung schaffen, der nicht nur von Sportlern gerne aufgesucht wird. Seine Vision war es, auch Leute, die nichts mit Sport am Hut haben, im "IQ" zusammenzubringen. Dazu hatte er auch Live-Musik mit Künstlern geplant. Doch die Coronakrise machte ihm hier einen Strich durch die Rechnung. Nach gut zwei Jahren hat er das Bistro nun aufgegeben.

Finanzielles Risiko zu hoch

"Eine pulsierende Gaststätte ist der Herzschlag eines Ortes" – so steht es auf der Webseite des Bistro. Die Entscheidung sei Hartmannsgruber nicht einfach gefallen. "Wir haben alles saniert und umgebaut. Eigentlich ist es dort richtig schön", betont er. Jedoch zeichne sich für den ehemaligen Pächter bezüglich der aktuellen Situation momentan keine Änderung ab. "Es wird ja eher alles schlechter als besser", erklärt er auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. In der Zeit des Lockdowns wurde der Kegelbetrieb eingestellt und Fußballspiele sind weggefallen. "Das macht 50 Prozent der Einnahmen aus", sagt er.

Als Privatmensch muss man ja auch schauen, wie man über die Runden kommt. Wir haben Familie und da hat man Verantwortung. Es war eine rationale Entscheidung.

Siegfried Hartmannsgruber, ehemaliger Pächter Bistro "IQ" Erbendorf

Zwar läuft beides langsam wieder an, dennoch ist das finanzielle Risiko für den Wirt zu hoch. "Als Privatmensch muss man ja auch schauen, wie man über die Runden kommt. Wir haben Familie und da hat man Verantwortung. Es war eine rationale Entscheidung." Hartmanngruber habe auch Coronahilfen beantragt und bekommen, aber: "Das funktioniert nur eine gewisse Zeit lang." Er selbst versteht nicht, warum es bundesweit keine einheitlichen Regeln für die Gastronomie gibt. Er ist sich sicher: "In der jetzigen Situation wird man das Sportheim nur nebenberuflich betreiben können."

Zudem sei das Lokal klein, Hygienemaßnahmen nur schwer umzusetzen. Weiterhin hätten gerade ältere Menschen Angst, sich in einem Wirtshaus mit dem Coronavirus zu infizieren. So hat der 54-Jährige beschlossen, wieder in seinen früheren Beruf als Bauleiter einzusteigen.

Auf der Suche nach neuen Pächter

Der TSV bewirtschaftet das Sportheim seit einigen Tagen wieder in Eigenregie. "Natürlich sind wir auf der Suche nach einem Pächter" sagt TSV-Vorsitzender Bernhard Reis. Er weiß aber auch, dass es in einer Zeit der Coronakrise ungemein schwierig ist, einen geeigneten Wirt zu finden.

Zita und Franz Bauer schließen nach 21 Jahren ihre Metzgerei in Premenreuth

Reuth bei Erbendorf

Für Sie empfohlen

 

 

 

Videos aus der Region

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.