25.06.2021 - 11:06 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Bischof em. Wilhelm Schraml seit 60 Jahren im Dienst des Herrn

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Bischof em. Wilhelm Schraml, Ehrenbürger der Stadt Erbendorf, feiert am Samstag nicht nur seinen 86. Geburtstag. Kommende Woche steht auch sein 60. Priesterjubiläum an.

Wilhelm Schraml als Primiziant 1961 in Erbendorf am Kaiserberg.
von Jochen NeumannProfil

Für Bischof em. Wilhelm Schraml ist das Jahr 2021 ein Jahr mit vielen Jubiläen: Neben seinem Geburtstag und dem 60. Jahrestag seiner Priesterweihe, sind es heuer 35 Jahre, dass er zum Weihbischof geweiht, und 20 Jahre, dass er zum Bischof von Passau ernannt wurde.

Wilhelm Schraml wurde am 26. Juni 1935 als zweites von drei Kindern des Bäckermeisterehepaars Karl und Justine Schraml geboren. Sein Abitur legte er 1956 im Studienseminar St. Augustin in Weiden ab. Nach seinem Studium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Regensburg wurde Schraml am 29. Juni 1961 von Weihbischof Josef Hiltl im Regensburger Dom zum Priester geweiht. Vor allem vielen älteren Erbendorfern ist heute seine große Primizfeier in seiner Heimatstadt noch gut in Erinnerung.

Erste Stelle in Falkenstein

In der Pfarrei Falkenstein trat Schraml seine erste Kaplanstellte an. Unterbrochen von einer kurzen Zeit in der Pfarrei Kirchenthumbach erfolgte im Jahre 1966 der Sprung nach Regensburg in die Pfarrei St. Konrad.

Geprägt durch seine Herkunft hatte sich der Jubilar schon früh in der Kolpingbewegung engagiert. Kein Wunder, dass ihm 1971 die Aufgabe eines Diözesanpräses der Kolpingfamilien des Bistums Regensburg übertragen wurde. 1983 folgte die Aufnahme Schramls in das Regensburger Domkapitel.

Drei Jahre später ernannte ihn am 7. Januar 1986 Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof von Regensburg. Die Weihe zum Bischof erfolgte am 8. März 1986. Der Papst war es auch, der Schraml am 13. Dezember 2001 zum 84. Bischof von Passau berief. Sein Wahlspruch damals wie heute: "Jesus Christus als den Herrn verkündigen".

Bundestverdienstkreuz

Für seinen überaus großen Einsatz zugunsten von sozial Schwachen, Alten und Behinderten in der Funktion als Bischofsvikar für alle caritativen Werke der Diözese Regensburg erhielt er 1985 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, 2004 schloss sich die Verleihung des Bayerischen Verdienstordens an.

Für sein Wirken übertrug ihm die Stadt Erbendorf bei einer Feier am 26. Oktober 2001 die Ehrenbürgerwürde. Die Wertschätzung der Stadt zeigt auch die Benennung eines Straßenzugs im Wohngebiet "Brückelpoint" nach seinem Namen: "Bischof-Schraml-Straße".

Im Vorfeld seines 75. Geburtstages im Jahr 2010 hat der Bischof dem Papst entsprechend der kirchenrechtlichen Vorgaben seinen Rücktritt angeboten, den der damalige Papst Benedikt XVI. nicht angenommen hat. Erst am 1. Oktober 2012 nahm der Heilige Vater den Amtsverzicht von Bischof Wilhelm Schraml an.

Der Papst hat daraufhin Wilhelm Schraml zum "Apostolischen Administrator" ernannt. "Mit allen bischöflichen Rechten und Pflichten" leitete der Apostolische Administrator die Diözese Passau, bis ihn Anfang September 2013 Papst Franziskus von diesem Amt entband.

Mit Heimat verbunden

Seinen Ruhestand verbringt Bischof emeritus Wilhelm Schraml seitdem in Altötting. Übrigens hat ihm die Kreisstadt Altötting im Jahr 2015 ebenfalls die Ehrenbürgerwürde verliehen. Bischof Wilhelm Schraml war und ist stets seiner Geburts- und Heimatstadt Erbendorf verbunden geblieben. Schon alleine den Hunderten von Firmlingen, denen er das Sakrament der Firmung spendete. Unter anderem weihte er 1996 den neuen St.-Elisabeth-Kindergarten ein. Den kirchlichen Segen ließ er 2009 dem generalsanierten Rathaus mit neuem Rathausplatz zuteil werden und auch 2016 der neuerrichteten Stadthalle.

Aber das größte Geschenk machte Bischof Wilhelm Schraml anlässlich seines 50. Priesterjubiläums seiner Heimatpfarrei: 2011 stiftete er drei neue Glocken für die Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt, die er auch selbst segnete.

Nicht zuletzt zeigt sein Bischofswappen seine Verbundenheit in seine Heimat: Denn in seinem viergeteilten Wappen neben zwei Passauer Wölfen und einer goldenen Harfe findet sich das Gnadenbild von Altötting - und eine grüne Fichte, die symbolisch für Erbendorf und den Steinwald steht.

Vor Kurzem feierte Bruder Michael Primiz in Erbendorf

Erbendorf
Hintergrund:

18 Primizianten

Primizianten aus Erbendorf in den vergangenen 100 Jahren (in Klammern das Jahr der Priesterweihe):

  • Josef Legath (1922)
  • P. Placidus Sigismund Neugirg, OSB (1923)
  • Josef Schwab (1923)
  • Josef Schultes (1923)
  • Friedrich Kreuzer (1925)
  • P. Tuto Max Fenzl, OFM (1926)
  • Josef Bollmann (1926)
  • Josef Schleicher (1935)
  • Johann Liedl (1938)
  • Martin Liedl (1940)
  • Adolf Böckl, Hauxdorf (1951)
  • Karl Reber, Salesianer (1960)
  • Bischof em Wilhelm Schraml (1961)
  • Albert Kreuzer (1963)
  • Willy Legat, Hauxdorf (1964)
  • Josef Meister, Inglashof (1966)
  • Werner Sulzer (1994)
  • P. Michael Bäumler, OSB (2021)

 

 

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