29.11.2021 - 18:24 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Kranke Eschen ein Problem in Ensdorf

Die Existenz der Esche ist bedroht. Auch der Gemeindewald in Ensdorf ist stark vom Eschentriebsterben betroffen. Viele Bäume müssen gefällt werden, um die Sicherheit der Menschen am Eggenberg nicht zu gefährden.

Bürgermeister Hans Ram (links) und Förster Anton Preischl begutachten die geschädigten Wurzeln der umgefallenen Esche am Ensdorfer Eggenberg.
von Autor TRAProfil

Im vergangenen Oktober fegte der Orkan Ignatz über Deutschland hinweg. Auch in Bayern hat das Sturmtief gewütet, den Landkreis Amberg-Sulzbach aber weitgehend verschont. Im Wald der Gemeinde Ensdorf unterhalb des Eggenbergs am Aufgang zum Kreuzweg und zum Landschaftskino jedoch hat der Wind zahlreiche, teilweise mächtige Bäume entwurzelt und umgeworfen. „Fast ausschließlich waren es Eschen“, konstatierte Bürgermeister Hans Ram bei einer Begehung. Grund hierfür ist das „Eschentriebsterben, eine schwere Baumkrankheit, die durch den aus Ostasien eingeschleppten Pilz ,Falsches Weißes Stengelbecherchen‘ verursacht wird“, erklärte der für den Ensdorfer Gemeindewald zuständige Förster Anton Preischl.

In Asien besiedelt der Pilz als harmloser Blattpilz die dort heimischen Eschenarten. Bei der Gemeinen Esche, der in Ensdorf vorherrschenden Art, infizieren die Pilzsporen im Sommer jedoch die Blätter, von wo aus der Erreger in die Triebe vordringt. Dort entwickeln sich die typischen olivbraun bis orange verfärbten Rindennekrosen, die zum Absterben der Triebe führen. Geschwächte Bäume bieten eine gute Ansiedlungsfläche für sekundäre Schadorganismen wie den Hallimasch, welche sich rasch im Wurzelsystem ausbreiten. Die betroffenen Bäume sterben entweder innerhalb weniger Jahre stehend ab oder verlieren ihre Stabilität und fallen um.

Das Eschentriebssterben wurde in Deutschland im Jahr 2009 festgestellt. „Bis heute sind keine wirkungsvollen Maßnahmen gegen die Baumkrankheit bekannt, weshalb die Existenz der Esche als wertvolle Baumart bedroht ist“, erläuterte der Förster und ergänzte: „Dabei ist die Esche ein als Möbel- und Brennholz wertvoller heimischer Laubbaum, auch hinsichtlich des Klimawandels, da die Esche mit der Erwärmung gut zurechtkommt“. In der momentanen Situation wird deshalb so verfahren, dass Eschen, die keine äußerlichen Krankheitssymptome oder nur einen geringen Befall aufweisen, stehen gelassen und gefördert werden. Sie sind möglicherweise weniger anfällig oder resistent und könnten diese Eigenschaft an ihre Nachkommen übertragen.

Um eine mögliche Gefährdung für Fußgänger oder Radfahrer auszuschließen, müssen entlang des Kreuzweges zum Eggenberg aber bereits geschädigte Eschen aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden. Dabei sollen nicht alle Bäume auf dem Holzmarkt angeboten werden, sondern teilweise aus Gründen des Naturschutzes als Totholz oder als Erlebnisspielplatz für Kinder am Wegrand liegen gelassen werden. Das sei auch eine Bereicherung für den in Kürze öffnenden Baumlehrpfad, betonte Bürgermeister Hans Ram.

Auch in Amberg gibt es Probleme mit kranken Eschen

Amberg

„Bis heute sind keine wirkungsvollen Maßnahmen gegen die Baumkrankheit bekannt, weshalb die Existenz der Esche als wertvolle Baumart bedroht ist.“

Förster Anton Preischl

Bürgermeister Hans Ram (rechts) und Förster Anton Preischl begutachten die geschädigten Wurzeln der umgefallenen Esche
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