23.08.2020 - 10:39 Uhr
EbnathOberpfalz

Volltreffer nach Typisierung in Ebnath

Die Typisierungsaktion „Schenke eine zweite Chance“ in Ebnath bringt einen Riesenerfolg. Der 27-jährige Sebastian Küffner aus Nagel könnte einem Amerikaner das Leben retten.

Der 27-jährige Sebastian Küffner (Mitte) aus Nagel könnte einer Amerikanerin das Leben retten. Darüber freuen sich Johannes Bauer, Karin Pöllath, Josef Söllner und Sandra Schmelber.
von Autor SOJProfil

Fast genau zwei Jahre ist es her, als die Ebnather Johannes Bauer, Sandra Schmelber, Karin Pöllath und Josef Söllner die Bevölkerung zu einer Registrierungsaktion der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) in die Schulturnhalle nach Ebnath eingeladen haben. Der Traum der Verantwortlichen, mit dieser Aktion Leben retten zu können, scheint jetzt in Erfüllung gegangen zu sein.

"Wir freuen uns riesig mit den Initiatoren vor Ort, dass nun der erste Stammzellen-Spender aus der Registrierungsaktion in Ebnath hervorgegangen ist - dass also tatsächlich einer der vielen hilfsbereiten Menschen, die sich auf dieser Veranstaltung registriert haben, einem lebensbedrohlich erkrankten Menschen eine zweite Chance auf Leben schenken konnte", so Konstanze Burkard, Direktorin Spender-Neugewinnung und Corporate Communications der DKMS in ihrer Mitteilung an Johannes Bauer.

Ganze Familie dabei

Der Spender kommt aus dem Nachbarort Nagel. Der 27-jährige Sebastian Küffner hatte sich zusammen mit seinen zwei Brüdern und seiner Mutter in Ebnath registrieren lassen. Bei einer Voruntersuchung in Dresden stellte sich heraus, dass Küffner der perfekte Spender ist. Die periphere Stammzellenspende über das Blut wurde ebenfalls in Dresden vorgenommen. Die Entnahme ist sehr gut verlaufen - seine Stammzellen gingen an eine Patientin in den USA. Das heißt, wenn beide - Spender und Empfänger - einverstanden sind und alles gut geht, wird Sebastian Küffner aus Nagel die Empfängerin eines Tages auch kennenlernen dürfen.

"Schenke eine zweite Chance", war das Motto der Spendenaktion, die federführend von Johannes Bauer zusammen mit Sandra Schmelber, Karin Pöllath und Josef Söllner vor zwei Jahren organisiert worden war. 461 potenzielle Spender waren dem Aufruf gefolgt und damals nach Ebnath gekommen. Rund 40 000 Euro wurden damals für die Aktion von Bürgerinnen und Bürgern, von Firmen und Institutionen gespendet. Ein unglaublicher Erfolg, für den sich die Verantwortlichen nochmals bei allen Spendern bedanken wollen.

So läuft eine Stammzellenspende ab

Konnersreuth

Es ist jetzt fast zwei Jahre her und trotzdem denken die Initiatoren oft an diese schöne und beeindruckende Zeit zurück. Wenn sie zurückschauen, können sie heute noch nicht glauben, welch große Bereitschaft zu helfen entgegengebracht wurde. Besonders der Zusammenhalt in der kleinen Fichtelgebirgs-Ortschaft war für alle ein wunderbares Erlebnis.

"Sebastian Küffner hat bestätigt, dass all die Mühe der Menschen, welche uns unterstützt haben, nicht umsonst waren" sagt Johannes Bauer. "Ohne Sebastian, der sich bei uns hat registrieren lassen, wäre jetzt für einen Menschen der Traum von der zweiten Chance zu Ende gewesen. Dies gibt uns Mut und macht uns stolz." Deshalb gilt auch weiter: Blutkrebs macht keine Corona-Pause und auch heute sind unzählige Patienten weltweit auf die Übertragung gesunder Stammzellen eines passenden Stammzellen-Spenders angewiesen, um zu überleben. Die DKMS führt wegen der Corona-Pandemie seit März keine öffentlichen Registrierungsaktionen durch, um die Gesundheit aller Menschen zu schützen und dazu beizutragen, die Pandemie einzudämmen. Deshalb konnten in diesem Jahr bisher weit weniger neue potenzielle Stammzellspenderinnen in die Datei aufgenommen werden als geplant.

Rückstand aufholen

Doch mit erweiterten Onlineangeboten und der Unterstützung vieler hilfsbereiter Menschen soll der Rückstand jetzt aufgeholt werden: "Es ist jederzeit ganz unkompliziert möglich, sich online von zu Hause aus zu registrieren und auch andere Menschen dazu zu motivieren", sagt Konstanze Burkard. Und weiter: "Bitte helfen Sie mit, registrieren Sie sich und motivieren Sie auch Ihre Mitmenschen. Gemeinsam können wir viel erreichen!"

Hintergrund:

Es geht auch online

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann aktiv werden und sich mit wenigen Klicks über www.dkms.de/de/spender-werden das Registrierungsset nach Hause bestellen. Die Registrierung geht einfach und schnell: Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen und einer genauen Anleitung kann der Wangenschleimhautabstrich unkompliziert daheim durchgeführt werden. Anschließend werden die Proben per Post direkt ins Labor geschickt, damit die Gewebemerkmale bestimmt werden können.

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