25.06.2021 - 08:35 Uhr
EbnathOberpfalz

Unwetter in Ebnath 1881: "Wie ein vom Feinde beschossenes Dorf"

Vor 140 Jahren wurde Ebnath von einem schlimmen Unwetter heimgesucht. Ein Pfarrer, der damals unterwegs war, hielt seine Erinnerungen fest.

Unter diesem Felsvorsprung hat der Pfarrer damals bei dem Unwetter Schutz gefunden.
von Externer BeitragProfil

Im Notizenbuch für die Schule Ebnath beziehungsweise der Schulchronik, die der Ebnather Lehrer Joseph Schinabeck am 1. September 1969 angelegt hat, steht geschrieben: "Seit 1881 ist eine Wallfahrt verbürgt. Anlass war damals die vollständige Zerstörung der Fluren durch schweres Hagelwetter. Die Wallfahrt soll schon Anfang der 1700er Jahre im Zusammenhang mit einer Hungersnot gelobt worden sein."

An Johanni, 24. Juni, 1881 sei demnach am Nachmittag um 4 Uhr über Ebnath, Schwarzenreuth, Grünlas und Hölzlashof ein Hagelwetter hereingebrochen, "so arg und verheerend, dass die ältesten Leute sich eines solchen nicht erinnern". Halmfrüchte, Kartoffeln und Gras seien zu Boden geschlagen worden, "die Bäume der Äste beraubt, die Tiere auf den Feldern wurden erschlagen und die Dächer der Gebäude total zertrümmert". Weiter steht in der Chronik: "Ebnath sah aus wie ein vom Feinde beschossenes Dorf. Der Hagel von der Größe der Hühnereier lag im Garten des Bäckers Egid König 3 Fuß tief", wird der Niederschlag beschrieben.

Pfarrer Ketterer von Pullenreuth hat sich an jenem Johanni-Nachmittag 1881 gerade auf dem Wege nach Ebnath gemacht, als ihn das Unwetter überraschte. "Mit Müh und Not konnte er unweit Hölzlashof in dem Wiesentale neben ,Fritzenwebers‘ Wiese (Söllner Johann, Ebnath -63- ) einen vorspringenden Felsen erreichen, der Schutz gewährte, sonst wäre er von den hühnereigroßen Hagelkörnern erschlagen worden." So viel Glück wie sein Herrchen hatte sein Hund allerdings nicht: "Sein Hund jedoch wurde von den herabprasselnden Hagelkörnern so schwer getroffen, dass er tot zusammenbrach." Noch lange sei das Tier auf dem Platze gelegen. "Blutend im Gesicht setzte Herr Pfarrer Ketterer seinen Weg nach Ebnath fort und berichtete Herrn Pfarrer Robert Schricker über das soeben Erlebte", schließt der Bericht über das Unwetter, das die Gemeinde vor 140 Jahren heimgesucht hat.

Am Tag genau 140 Jahre - am Donnerstagnachmittag, 24. Juni - später wütete wieder ein Unwetter über Ebnath: Hagelkörner haben dabei so manche Terrasse verwüstet. Ob das ein Zufall war, wird sich der ein oder andere Ebnather da gefragt haben.

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Ebnath
Genau 140 Jahre später, am 24. Juni, gab es ein schweres Gewitter mit Hagel in Ebnath.

"Ebnath sah aus wie ein vom Feinde beschossenes Dorf. Der Hagel von der Größe der Hühnereier lag im Garten des Bäckers Egid König 3 Fuß tief."

Aus der Ebnather Schulchronik

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