04.05.2020 - 15:56 Uhr
EbnathOberpfalz

Teamplayer freut sich auf Anpfiff

Das war ein fulminanter Wahlabend am 15. März. Als Newcomer hat Wolfgang Söllner eindrucksvoll für die CSU den Bürgermeistersessel in Ebnath zurückerobert. Wie tickt denn eigentlich der neue Rathauschef?

Wolfgang Söllner.
von Manfred Hartung Kontakt Profil

Oberpfalz-Medien hat dem neuen Rathauschef von Ebnath einige Fragen gestellt.

ONETZ: Was war für Sie ausschlaggebend, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren?

Wolfgang Söllner: Ich bin mit und in unseren örtlichen Vereinen aufgewachsen und das hat mich natürlich geprägt. Egal ob im Sportverein, als Ministrant, als JU- oder mittlerweile als CSU-Ortsvorsitzender, das Engagement in unserer Gemeinde war mir immer schon sehr wichtig. Und so landet man dann auch irgendwann in der Kommunalpolitik. Ich finde es wichtig, dass sich auch jüngere Menschen vor Ort in gemeindliche Entscheidungen einbringen. Als man an mich mit der Frage heran getreten ist, ob ich mir eine Nominierung als Bürgermeisterkandidat vorstellen könnte, da habe ich nicht lange überlegen müssen.

ONETZ: Wie bereitet man sich auf die Arbeit als Rathauschef vor?

Wolfgang Söllner: Ich habe durch meine berufliche Tätigkeit als verbeamteter Tierarzt schon seit längerer Zeit Einblick in die öffentliche Verwaltung. Die Abläufe in Gemeinden, Landratsämtern und auch an den Bezirksregierungen sind mir also nicht fremd. Dennoch ist das Amt des Bürgermeisters natürlich nochmal eine andere Herausforderung und auch mit viel Verantwortung verbunden. In die wichtigen Themen vor Ort habe ich mich bereits die letzten Monate eingearbeitet. Zudem hat sich unser amtierender Bürgermeister Manfred Kratzer dankenswerter Weise viel Zeit für mich genommen, um die Amtsübergabe gut zu gestalten.

ONETZ: Wie lief Ihr erster Tag als Bürgermeister ab?

Wolfgang Söllner: Ich werde im Rathaus sein und mich mit unseren Bauhofmitarbeitern treffen und habe natürlich auch im Sitz unserer Verwaltungsgemeinschaft Neusorg vorbei geschaut. Es war für mich wichtig, gleich zu Beginn möglichst präsent zu sein.

ONETZ: Erwarten Sie angesichts der Coronakrise einen schwierigen Start ins neue Amt?

Wolfgang Söllner: Der Start ist für alle neu gewählten Mandatsträger eine sicher nicht einfache Situation. Es werden auf absehbare Zeit kaum öffentliche Veranstaltungen stattfinden können. Das macht es zunächst natürlich schwer, nah bei den Bürgern zu sein. Auch die wirtschaftliche Situation im Bund oder im Freistaat macht mir ein bisschen Sorgen. Ich hoffe, dass auch in Zukunft weiter in den ländlichen Raum investiert wird. Eine Gemeinde wie Ebnath ist auf Fördergelder angewiesen.

ONETZ: Wirkt der SPD-Auszug noch nach?

Wolfgang Söllner: Wenn man ehrlich ist, dann wirkt diese schwierige Situation bei mir natürlich massiv nach. Von meiner Seite werden aber keine Schuldzuweisungen kommen. Ich habe großen Respekt vor jedem, der sich in der Gemeinde ehrenamtlich eingebracht hat. Und dazu gehören selbstverständlich auch die scheidenden Gemeinderäte. Ich habe vor der Wahl damit geworben, dass wir wieder mehr Miteinander in der Gemeinde hinbekommen müssen. Das ist auch weiterhin meine feste Überzeugung. Und da muss ich bei mir selber anfangen und versuchen, mit gutem Beispiel voranzugehen. Einfacher ginge das natürlich mit einem voll besetzen Gemeinderat. Man muss jetzt versuchen, das Beste daraus zu machen.

ONETZ: Wie sehen die ersten Arbeitsschritte aus, welche großen und kleinen Ziele haben Sie sich gesetzt ?

Wolfgang Söllner: Die ersten Arbeitsschritte sind zum Teil schon geschehen. Ich habe bereits jetzt einen guten Draht zu den fleißigen Mitarbeitern in unserer Verwaltungsgemeinschaft und ich bekomme dort jegliche Unterstützung. Das ist wichtig, weil es mehrere große Projekte gibt, die zügig voran kommen müssen, auch weil Förderzusagen zum Teil mit Fristen belegt sind. Zentrales Thema ist dabei natürlich die Neugestaltung des Marktplatzes. Auch im Straßen- und Kanalbereich stehen uns das nächste Jahrzehnt enorme Investitionen bevor. Ein großes, wenn auch zugegeben schwer umzusetzendes Ziel ist die langfristige ärztliche Nahversorgung. Ich werde nichts unversucht lassen, hier in den nächsten Jahren zusammen mit unserem örtlichen Allgemeinmediziner Dr. Jochen Geißler und den umliegenden Gemeinden eine Lösung zu finden.

ONETZ: Mit welchem Gefühl gehen Sie in Ihre erste Gemeinderatssitzung „als Chef“?

Wolfgang Söllner: Ich freue mich auf die erste Gemeinderatssitzung, der "Chefsessel" ist dabei aber Nebensache. Ich bin ein Mannschaftsspieler und sehe den Gemeinderat zusammen mit dem Bürgermeister als eine Einheit, parteiübergreifend. Trotz der Vorfreude ist natürlich, wie erwähnt, auch ein weinendes Auge dabei. Ich hätte mir einen gemeinsamen Start mit allen Vertretern des Gemeinderats gewünscht. Dennoch überwiegt jetzt der Optimismus, dass wir die nächsten Jahre einiges voranbringen können.

Hintergrund:

Wolfgan Söllner ist ...

... 36 Jahre alt, von Beruf beamteter Tierarzt an der Regierung von Oberfranken (Veterinäroberrat) und ledig. Hobbys sind Lesen, Sporteln (aktiv mit dem Rad und passiv als großer Fan der DJK Ebnath). Wenn es die Zeit erlaubt, dann ist er auch gerne für einen Urlaub am Meer zu haben. Nach der Studienzeit in München und mehreren Berufsjahren in Forchheim war er froh und dankbar, wieder „unser wunderschönes Fichtelgebirge jeden Tag vor der Haustüre zu haben“.

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