03.11.2020 - 15:33 Uhr
EbnathOberpfalz

Auf dem Kolping-Weg in Ebnath die Schönheit der Natur entdecken

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Um Adolph Kolping zu Gedenken, errichtete die Kolpingsfamilie Ebnath vor zehn Jahren einen Rundweg. Gespickt mit Zitaten des Gesellenvaters lädt der Weg zum Genießen, Verweilen und Staunen ein.

Karl Eichhorn, Hubert Knott und Carolin Knott sind auf den Kolping-Weg stolz.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Adolph Kolping war für die katholische Sozialbewegung ein Wegbereiter und ist bis heute ein Vorbild. An seinem Todestag, dem 4. Dezember, gedenkt das Kolpingwerk weltweit seinem Gründer. Um Adolph Kolping auch im Alltag zu begegnen, entwickelte die Kolpingsfamilie in Ebnath einen Rundweg – den Kolping-Weg. „Ziel war es zunächst, den Zusammenhalt in unserer Gemeinschaft zu stärken“, erklärt Carolin Knott, Vorsitzende der Kolpingsfamilie Ebnath.

Mehrmals im Jahr zieht es den Verein zur Kapelle und zur Mariengrotte auf dem Kalvarienberg. „Der Berg und die Grotte haben für unseren Verein eine ganz besondere Bedeutung“, ergänzt Zweiter Vorsitzender Hubert Knott. Für die Organisatoren stand deshalb vor zehn Jahren fest, dass der Kolping-Weg dorthin führen muss.

Ausgangspunkt des drei Kilometer langen Rundwegs ist der Kolping-Gedenkstein, an dem sich Schloßstraße und Burgweg kreuzen. „Den Gedenkstein haben wir zur Seligsprechung Kolpings aufgestellt“, erzählt Karl Eichhorn stolz, der vor ein paar Jahren zum Ehrensenior ernannt wurde. „Karl übt dieses Ehrenamt mit vollem Einsatz und fast sein ganzes Leben aus “, erklärt Hubert Knott. Nur drei Mitglieder erhielten bisher diesen Ehrentitel. Als am 27. Oktober 1991 Adolph Kolping von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen wurde, waren Eichhorn und weitere Kolpingbrüder in Rom mit dabei. „Als wir zurückkamen haben wir beschlossen, ihm ein Denkmal zu setzten“, erzählt er. Den Grund stellte die Gemeinde zur Verfügung, der Gedenkstein besteht aus Kösseinegranit aus dem nur wenige Kilometer entfernten Schurbach.

Verantwortung für die Welt

„Wenn wir als Kolpingsfamilie zur Kapelle oder zur Grotte gehen, treffen wir uns am Gedenkstein und sprechen ein kurzes Gebet“, erklärt Carolin Knott. Der erste Wegweiser führt auf den Hofweiherweg, dem man entlang der Fichtelnaab Richtung Bahnhofstraße folgt. An den Wegesrändern hat die Kolpingsfamilie zehn Tafeln aufgestellt. Auf diesen finden Spaziergänger die bekanntesten Zitate des Gesellenvaters: „Froh und glücklich machen, trösten und erfreuen, ist im Grunde doch das Glücklichste und Beste, was der Mensch auf dieser Welt ausrichten kann.“

„Die Zitate motivieren und vermitteln ein positives Gefühl“, erzählt Carolin Knott. Ein weißer Pfeil mit dem Aufdruck „Rundweg“ und dem Abbild Kolpings zeigen nach links in die Bahnhofstraße. „Wir haben versucht, so wenig Straßen wie möglich zu überqueren, um den Weg familienfreundlich zu gestalten“, sagt Knott. An einem Wegkreuz biegt der Kolping-Weg dann in den Luisenburgweg ab.

„Ab hier können sich Kinder frei bewegen und ihre Umgebung erkunden“, weiß Helmut Knott. Auch den Erwachsenen rät er, immer wieder anzuhalten und sich umzusehen. „Die Natur ändert sich mit jedem Tag“, sagt er. Auch der Blick in die Landschaft ist einzigartig, denn hier treffen das Fichtelgebirge und der Steinwald zusammen: Schneeberg und Ochsenkopf zur rechten, Armesberg zur linken. „Adolph Kolping versuchte, die Christen an ihre Verantwortung für die Welt zu erinnern“, zitiert Hubert Knott Papst Johannes Paul II. – ein Aufruf, der heute so aktuell sei wie nie.

Ort zum Krafttanken

Im Wald gabelt sich der Luisenburgweg. „Wer jetzt geradeaus geht, kann weiter zur Kösseine wandern“, erklärt Helmut Knott. Um auf dem Kolping-Weg zu bleiben, müssen Spaziergänger aber nach rechts auf den „Fränkischen Gebirgsweg“ abbiegen. Die letzten Meter geht es dann bergauf Richtung Kalvarienberg, wo dann die Kapelle mit Kreuzweg und die Mariengrotte auf die Spaziergänger warten. „Der Ort lädt zum Verweilen, Krafttanken und zu einer Brotzeit ein“, schwärmt Carolin Knott.

Alleine ist man auf dem Kalvarienberg selten. „Die Mariengrotte und der Kreuzweg werden gut besucht“, weiß Hubert Knott. Nicht nur Vereine, sondern auch Spaziergänger nehmen sich für diesen Ort Zeit. Die Pflege des Kreuzwegs und der Mariengrotte hat die Kolpingsfamilie Ebnath übernommen. „Mehrmals im Jahr oder nach Stürmen überprüfen wir die Wege und kontrollieren die 13 Stationen. Der Kreuzweg im Lärchenwald unterhalb der Kapelle entstand 1976 auf Initiative von Johann Würstl und Josef Hoffmann. Die Gemälde auf den Granitsteinen fertigte der Ebnather Künstler Robert Kainz an. Er verstand es, aus tiefer Gläubigkeit heraus auf das Wesentliche dieses Leidensweges aufmerksam zu machen. Im Winter nehmen wir die Bilder ab“, erklärt Knott.

Maiandacht im Internet

Besonders stolz sind die Vorsitzenden auf „ihre“ Mariengrotte, die 1999 von zwei Kolpingbrüdern geschaffen wurde. Normalerweise werden hier die Maiandachten der Kolpingsfamilie gefeiert – allerdings nicht in diesem Jahr. Wegen Corona fand die Andacht ohne die Öffentlichkeit statt. „Damit trotzdem alle dabei sein konnten, haben wir die Maiandacht gefilmt und auf Youtube hochgeladen“, erzählt Carolin Knott. Das Video sahen bereits 360 Personen.

Der Rückweg zum Gedenkstein verläuft über einen Wanderweg zum Kalvarienbergweg, letzte Kolping-Wegweiser führen über die Schwarzenreuther Straße zum Ausgangspunkt der Wanderung. Die Begeisterung für Adolph Kolping stammt in Ebnath nicht von ungefähr: Aus der Gemeinde stammt Domvikar Harald Scharf. Bis 2012 war Scharf 18 Jahre als Kolping-Diözesanpräses im Bistum Regensburg aktiv. Die Ideen und Werke Adolph Kolpings leben auch 155 Jahre nach seinem Tod weltweit weiter. „Sein Anliegen war es, junge Menschen in ihren Familien, Beruf und Gesellschaft zu unterstützen und zu begleiten“, erklärt Carolin Knott. Vor der Corona-Pandemie bot die Kolpingsfamilie Ebnath viele Veranstaltungen für Familien an, hat sogar eine aktive Jugendgruppe – die „Kolibris“. „Sobald es wieder möglich ist, werden wir wieder etwas organisieren“, erklärt Carolin Knott. Den Kolping-Gedenktag werden sie in diesem Jahr zusammen in der Kirche in Ebnath feiern.

Mehr zum Thema Wandern finden Sie auf unserer Übersichtsseite

Die genaue Wegbeschreibung des Kolping-Wegs finden sie im "BayernAtlas"

Hintergrund:

Adolph Kolping

  • Adolph Kolping wird am 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln geboren. Mit 13 Jahren beginnt er eine Lehre zum Schuhmacher. Er geht auf Wanderschaft und lernt das Elend der wandernden Gesellen kennen.
  • Mit 23 Jahren will er Priester werden und erhält finanzielle Unterstützung. Er holt das Abitur nach und bekommt ein Stipendium für ein Theologiestudium, das er 1844 abschließt.
  • 1845 wird er zum Priester geweiht, arbeitet als Kaplan und Religionslehrer in Elberfeld. Im „Katholischen Jünglingsverein zu Eberfeld“ engagiert er sich und nimmt er sich vor, weitere Gesellenvereine für junge Handwerker zu gründen.
  • Kolping lässt sich im April 1849 als Domvikar nach Köln versetzen, gründet kurze Zeit später den Kölner Gesellenverein.
  • Kolping stirbt am 4. Dezember 1865 und wird am 27. Oktober 1991 selig gesprochen.

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