18.08.2020 - 12:13 Uhr
EbnathOberpfalz

Ebnaths Bürgermeister Wolfgang Söllner 100 Tage im Amt: Mit Ehrgeiz und Gelassenheit

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Keine Angst vor großen Tieren hat Wolfgang Söllner. Der 36-Jährige neue Bürgermeister von Ebnath ist Veterinär-Oberrat an der Regierung von Oberfranken in Bayreuth. Mitte März ist eine Aufgabe hinzugekommen.

Nicht nur die Blumenkästen sollen in Ebnath blühen. Bürgermeister Wolfgang Söllner und seine Mitstreiter im Gemeinderat wollen den 1300-Einwohner-Ort noch lebens- und liebenswerter machen. Der 36-Jährige will nicht alles auf einmal zerreißen, sondern Schritt für Schritt in die Zukunft gehen.
von Manfred Hartung Kontakt Profil

Wolfgang Söllner ist ein echtes Ebnather Gewächs, auch wenn er am 28. September 1983 auf oberfränkischem Boden das Licht der Welt erblickt hat - nämlich im Krankenhaus in Marktredwitz. Anschließend kehrte der Bub umgehend ins Dorf zurück, wo er Kindergarten und Volksschule besuchte.

Der Bildungsweg führte das Kind ein zweites Mal für längere Zeit nach Oberfranken - nämlich an das Gymnasium in Wunsiedel, das Söllner 2003 mit einem sehr ordentlichen Abitur verließ. In München folgte das Studium der Tiermedizin bis 2010, nachdem die Humanmedizin auch in der engeren Auswahl gestanden hatte. Vielleicht haben Opa und Oma den Ausschlag gegeben, die einst eine Landwirtschaft betrieben.

Forchheim und Bayreuth

Seinen Doktor machte Wolfgang Söllner an der Klinik für Wiederkäuer der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Und schon wieder sollte Oberfranken eine weitere Stufe auf der Karriereleiter sein - als Amtstierarzt am Landratsamt in Forchheim. Fünf Jahre später fand Söllner seinen beruflichen Ankerpunkt in Bayreuth.

Sein Beamtenverhältnis ermöglichte es ihm relativ problemlos, nach der Kommunalwahl seine "eigentliche" Arbeitszeit um 50 Prozent zu reduzieren, um sich ausreichend in die aufwendige Kommunalpolitik reinknien zu können. Die Arbeitsteilung funktioniert reibungslos, die Chefetage in Bayreuth legt ihm keine Steine in den Weg.

Was in Ebnath so alles gebaut wird

Ebnath

Politisches Interesse entwickelte sich beim frisch gebackenen Bürgermeister bereits in der Jugendzeit. "So mit 15 oder 16 Jahren bin ich zur Jungen Union in Ebnath gegangen." Seit ungefähr sechs Jahren ist Söllner Mitglied der Ebnather CSU, seit drei Jahren ihr Vorsitzender. Eines Tages seien Vertreter der Partei auf ihn zugekommen, ob er sich eine Kandidatur für den Chefsessel im Rathaus vorstellen könne. Keine leichte Entscheidung. Zum einen war Wolfgang Söllner kein Mitglied des Gemeinderats, andererseits würde ihm gerade diese Position einen "unbelasteten" Einstieg ermöglichen.

Nach langen Gesprächen mit der Familie und engen Freunden stand relativ bald fest: "Ja, ich mach's." Dass der Lebensmittelpunkt in den vergangenen Jahren immer wieder mal in Oberfranken lag, hat nicht wirklich eine Rolle gespielt. "Ich war ja nie richtig weg", sagt Söllner, dem Corona keinen leichten Start beschert hat. Aber es läuft inzwischen. Die Zusammenarbeit im Gemeinderat sei hervorragend, alle zögen mit. Wolfgang Söllner bedauert es nach wie vor, dass die SPD das kommunalpolitische Feld geräumt habe. Der 36-Jährige will ausdrücklich nicht Salz in alte Wunden streuen, sondern nach vorne schauen, um seine Heimatgemeinde mit der Hilfe kompetenter Mitstreiter gut zu managen. Gab es böse Überraschungen? "Das Ausmaß des Arbeitsaufwands im Rathaus und in der Verwaltungsgemeinschaft Neusorg war etwa so wie erwartet."

Marktplatz im Mittelpunkt

Wichtig ist dem neuen Bürgermeister die Kommunikation mit den Mitarbeitern und der Bürgerschaft. "Vernunft und Transparenz" seien hier zwei Zauberw0rte. Die politische Agenda ist lang. Der Fokus liegt im Augenblick auf der Marktplatzsanierung. Der Abriss der Alten Schule dürfte sich nicht allzu lange hinauszögern, damit keine Fördermittel für das Projekt verloren gehen. Wolfgang Söllner hat keine Angst, dass er die Aufgaben in seiner Heimatgemeinde nicht hinkriegen könnte. Eine gesunde Mischung aus Ehrgeiz und Gelassenheit soll zum Erfolg führen. Und Angst vor großen Tieren steht nicht auf der Tagesordnung.

Hintergrund:

Ein echter Sechser

Wolfgang Söllner hat ein großes Fußballerherz. Es hängt an der DJK Ebnath, dem FC Bayern München und generell ein bisschen an allen bayerischen Vereinen, die überregional unterwegs sind. Das runde Leder kennt der Ebnather Bürgermeister aber nicht nur von den Zuschauerrängen aus. Der heute 36-Jährige stand lange Jahre selbst auf dem heimischen Fußballplatz, bis eine Knieverletzung zum Kürzertreten zwang. Immerhin konnte er als Stammspieler im defensiven Mittelfeld 2009 zum umjubelten Aufstieg der DJK in die Kreisliga beitragen – „als echter Sechser“. Seither halten die Ebnather diese Klasse. „Das ist schon bemerkenswert für so eine kleine Gemeinde “, findet Söllner. (man)

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