08.03.2021 - 14:08 Uhr
EbnathOberpfalz

Der alte Ebnather Kindergarten und die Niederbronner Schwestern

Der Ebnather Historiker Tobias Damberger kümmert sich um die Geschichte der Gemeinde und der Pfarrei Ebnath. Unter anderem auch um die des Ebnather Kindergartens.

von Autor SOJProfil

Heute befindet sich der im Jahr 1973 erbaute Ebnather Kindergarten unter dem Namen Katholisches Kinderhaus St. Josef in der Ringstraße 12. Früher war der alte Kindergarten unterhalb der katholischen Pfarrkirche St. Ägidius, an der Stelle, an der heute das Pfarrheim steht, angesiedelt.

Die Kongregation der Niederbronner Schwestern, auch Schwestern vom Allerheiligsten Heiland genannt, wurde 1849 von Elisabeth Eppinger im elsässischen Niederbronn, heute französisch Niederbronn-les-Bains, gegründet. Die Kongregation verbreitete sich innerhalb kürzester Zeit in ganz Frankreich, Österreich-Ungarn und Süddeutschland. Nach der Trennung der Schwesternschaft im Jahr 1866 in Wien, Würzburg und Ödenburg (Ungarn), begannen die Schwestern, eigene Kongregationen auszubilden. Die päpstliche Approbation kam 1880 und das Generalmutterhaus wurde noch im selben Jahr nach Oberbronn (Frankreich) verlegt.

Ursprünglich sollten die Schwestern nur für die Armen- und Hauskrankenpflege eingesetzt werden, dennoch wurde der Tätigkeitsbereich auf Spitäler, Kinder- und Mädchenhorte, Handarbeitsschulen sowie Waisenhäuser ausgeweitet. In Ebnath wurde 1928 die Schwesternstation der Niederbronner gegründet. Die Nonnen arbeiteten in der ambulanten Krankenpflege, in einer Nähschule und im Kindergarten. Knapp 50 Jahre später, 1977, musste die Schwesternstation in Ebnath aufgrund von Nachwuchsmangel geschlossen werden. In den 49 Jahren waren insgesamt 39 Schwestern in Ebnath stationiert.

In Neusorg wirkten Mallersdorfer Schwestern

Neusorg

Die historische Fotografie wurde um 1943 neben dem Kirchenschiff bei der Mariengrotte aufgenommen und zeigt 62 Kinder, die im Ebnather Kindergarten von zwei Niederbronner Schwestern betreut wurden. Darunter befindet sich auch die Großmutter von Tobias Damberger, Marianne Kuhbandner, die sich auch heute noch gerne an Schwester Maria Martha erinnert.

Schwester Maria Martha stammte aus Körbeldorf bei Pegnitz und war von 1935 bis zu ihrem Tode im Jahr 1971 in Ebnath. Damals spielte Tobias Dambergers Großmutter gerne mit den anderen Kindergartenkindern oben, neben der Kirche St. Ägidius, hinter dem kleinen alten Leichenhaus. Auf der historischen Aufnahme kann man sehen, dass die Marienfigur damals noch von einem runden Fenster umgeben war und dort sowie auf der linken Seite, neben dem Eingang zur Sakristei, noch kleine Bäume wuchsen.

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