01.10.2020 - 14:57 Uhr
EbnathOberpfalz

250 Jahre Reliquie der heiligen Victoria

Die Jungfrau und Märtyrerin hat in St. Ägidius einen besonderen Stellenwert. Lieber ein Leben in Reinheit als eine Verbindung zu einem heidnischen Mann.

Eine Besonderheit ist der Schrein der heiligen Victoria in der Pfarrkirche St. Ägidius in Ebnath.
von Autor SOJProfil

Einer schriftlichen Überlieferung zufolge ist die Reliquie der Heiligen von einem aus Ebnath stammenden Einsiedler namens N. Zwickl im Jahr 1768 von Rom nach Ebnath gebracht worden. Im Kloster Waldsassen soll sie gefasst und am ersten Sonntag im Oktober 1770 mit einer feierlichen Prozession in den Schrein auf dem Marienaltar in der Pfarrkirche St. Ägidius eingesetzt worden sein. Die heilige Victoria, Jungfrau und Märtyrerin, wurde im Anfang des dritten Jahrhunderts in Tivoli in Italien als Kind hochadeliger christlicher Eltern geboren. Ihre Schönheit, ihr munterer Geist und ihre Freundlichkeit machte sie bei den Menschen sehr beliebt.

Ihre Eltern versprachen sie frühzeitig Eugenius, einem reichen adeligen, römischen jungen Mann, der Heide war, zur Ehe. Victoria wehrte sich aber dagegen und wollte nicht einwilligen. Die Eltern versuchten sie davon zu überzeugen, dass sie durch ihr Wesen Eugenius zum christlichen Glauben bringen könne. Dadurch ließ sie sich überreden und willigte endlich ein. Zur selben Zeit wurde ihre beste Freundin Anatolia ebenfalls von einem heidnischen jungen Mann, Titus Aurelius, als Frau begehrt. Diese schlug das Ansinnen standhaft aus, weil sie sich ganz Jesus versprochen hatte. Sie befürchtete, in der Ehe mit einem heidnischen Mann im Christentum nicht zurecht zu kommen.

Die beiden Freundinnen diskutierten sehr lange. Schließlich entschieden sich beide, in jungfräulicher Reinheit zu leben und Jesus als ihren Bräutigam zu wählen. Dieser Entschluss der beiden wurde sofort dem Eugenius und dem Titus Aurelius gemeldet. Beide boten alles auf, um die beiden Mädchen noch für sich zu gewinnen. Weil aber alle Versuche fehlschlugen, baten sie Kaiser Decius um die Erlaubnis, die zwei Jungfrauen auf dessen Landgüter bringen zu dürfen, in der Hoffnung, sie dort zur Einwilligung zu bewegen. Auch dieser Versuch scheiterte. Die Verehrer versuchten noch, sowohl mit Güte als auch mit Misshandlungen die beiden Mädchen zur Ehe zu zwingen.

Weil sie aber in ihrem Vorsatz, als Jungfrauen zu leben und zu sterben unbeweglich blieben, wurden sie als Christinnen beim Kaiser angeklagt und auf dessen Befehl getötet. Der Richter stieß Victoria das Schwert durch den Leib. Von der Kirche wird die heilige Victoria als Jungfrau und Märtyrerin verehrt. Das Authentikon für diese Reliquie ist im Pfarrarchiv der Pfarrei Ebnath erhalten. Es ist datiert vom Dezember 1768 und besagt, dass das Haupt aus dem Coemetrio Ponziani in Rom genommen ist. (Aus Hofmark Ebnath) Aus Erzählungen ist weiter bekannt, dass die Reliquie mit dem Pferdewagen vor 250 Jahren von Kemnath nach Ebnath kam. Als Ebnath sichtbar wurde, haben die Kirchenglocken begonnen zu läuten.

Das Bild zeigt die noch erhaltenen Urkunden.
Das Bild zeigt die noch erhaltenen Urkunden.
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