11.10.2020 - 10:47 Uhr
Ebersbach bei VilseckOberpfalz

Neues Feuerwehrfahrzeug: Florian Ebersbach 44/1 erhält kirchlichen Segen

Die Feuerwehr Ebersbach hat ein neue Tragkraftspritzenfahrzeug. Pater Robin Xavier spendet dem Gefährt vor der Dorfkapelleden kirchlichen Segen, bevor der Schlüssel symbolisch an den Kommandanten übergeben wird.

Das neue Tragkraftspritzenfahrzeug erhält von Pater Robin Xavier (rechts) den kirchlichen Segen. Auch die Verantwortlichen der Feuerwehr Ebersbach (links neben dem Fahrzeug) bekommen etwas von dem Weihwasser ab.
von Christina RabensteinProfil

Bereits im Mai traf das neue Tragkraftspritzenfahrzeug, kurz TSF, bei der Feuerwehr Ebersbach ein. Es ersetzt den fast 30 Jahre alten Tragkraftspritzenanhänger. Die Fahrzeugsegnung war eigentlich im Rahmen der 125-Jahr-Feier der Wehr im Juli geplant gewesen. Das Fest hatte aber aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden müssen. Nun erhielt der Wagen bei einem Gottesdienst auf dem Platz vor der Dorfkapelle unter Einhaltung der aktuellen Regeln den kirchlichen Segen.

Angeführt von den Dagesteiner Musikanten, die auch den Gottesdienst musikalisch gestalteten, bewegte sich ein kurzer Kirchenzug mit den Ebersbacher Feuerwehrleuten und deren Festdamen, den Fahnenabordnungen der Gemeindefeuerwehren und der Nachbarwehr Adlholz sowie Vertretern der Feuerwehrlandkreisführung und der Stadt Vilseck zur Kapelle. Pater Robin Xavier zelebrierte die Messe zum Erntedankfest und bezog das neue Einsatzfahrzeug und die Arbeit der Floriansjünger mit ein. Anschließend segnete er das geschmückte Fahrzeug und die Fahnenbänder und dankte den Feuerwehrleuten für ihre Hilfsbereitschaft.

Vorsitzender Manuel Lindner bedauerte im Anschluss an den Gottesdienst bedauere, dass keine normale Fahrzeugsegnung mit einer ordentlichen Feier möglich sei. Kommandant Wolfgang Rösch erläuterte die Eckdaten den neuen Fahrzeugs.

Der Feuerwehr Ebersbach stand demnach bisher nur ein Anhänger mit Tragkraftspritze zur Verfügung, der bei Bedarf von einem landwirtschaftlichen Fahrzeug gezogen wurde. Das war nicht mehr zeitgemäß. Sowohl der Stadtrat Vilseck, der einstimmig das Anliegen bewilligte, als auch die Feuerwehrlandkreisführung befürworteten und unterstützten die Anschaffung. Nach der Ausschreibung im Mai 2019 erhielt der Fahrzeugbauer Furtner & Ammer den Auftrag für das TSF, die Firma Ziegler den für die Beladung. Auf Basis eines Mercedes mit 163 PS und einem Gesamtgewicht von bis zu 4,5 Tonnen wurde der Wunsch in knapp einem Jahr Realität. Die Kabine bietet Platz für sechs Personen, das entspricht einer Staffel. An Einsatzmittel besitzt das TSF unter anderem eine mobile Staustufe, einen Schwimmsauger, eine Motorsäge, eine vierteilige Steckleiter und eine Tauchpumpe. Eine Besonderheit ist die neue Tragkraftspritze. Sie kann bis zu 1900 Liter Wasser bei zehn Bar Druck pro Minute fördern und ist damit die leistungsstärkste tragbare Feuerlöschpumpe im Gemeindebereich von Vilseck. Bei der Beschaffung wurde sehr großer Wert auf die Sicherheit der Einsatzkräfte gelegt. Dazu tragen Umfeldbeleuchtung, Lichtmast und Heckwarneinrichtung bei. Dank galt dabei dem Feuerwehrverein, der sich mit der Anschaffung der Schmutzwasserpumpe und des Nasssaugers mit 4 500 Euro an der Ausstattung beteiligt hat. Das Fahrzeug wurde laut Rösch perfekt an die aktuellen Einsatzbedingungen und -arten angepasst. Somit ist die Wehr nicht mehr nur für Brände, sondern jetzt auch für kleine technische Hilfeleistungen gerüstet. Infolgedessen vergrößert sich auch der Einsatzbereich der Wehr über die Ortsgrenze hinaus. Gleich nachdem das neue Gefährt eingetroffen war, begannen die Feuerwehrleute, intensiv mit den darin enthaltenen Gerätschaften zu üben – in drei Gruppen aufgeteilt und an sechs Tagen in der Woche. So konnte nach gerade einmal drei Wochen das TSF mit dem Funkrufnamen Florian Ebersbach 44/1 der Leitstelle Amberg als einsatzbereit gemeldet werden. Röschs dankte der Stadt Vilseck für die große Investition.

Bürgermeister Hans-Martin Schertl betont, dass ein lang gehegter Wunsch der Ebersbacher Feuerwehrleute Wirklichkeit geworden sei und man nun von einer „vollständigen Feuerwehr" sprechen könne. Die Kosten betrugen nach seinen Angaben knapp 128 000 Euro bei einer Förderung von 30 000 Euro. Schertl übergab symbolisch den Schlüssel an den Kommandanten. Grußworte sprach auch Kreisbrandinspektor Christof Strobl.

 

 

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