02.12.2020 - 14:52 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Neuer Christuskorpus schmückt alte Johanniskirche

50 Jahre hinterlassen auch bei Jesus Christus Spuren. In diesem Fall waren sie so gravierend, dass die Kirchenverwaltung ein neues, sakrales Kunstwerk für den Eingangsbereich der Kirche St. Johannes in Ebermannsdorf in Auftrag gab.

Der Künstler Hans-Georg Hierl bei der Vollendung der neuen Christusdarstellung, die demnächst an der Johanniskirche in Ebermannsdorf zu sehen sein wird.
von Christine Wendl - wecProfil

Hans-Georg Hierl lebt und arbeitet schon seit 43 Jahren in Ebermannsdorf. Der Künstler ist weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt für seine vielseitige Kunst, die nicht nur in Form von Bildern viele Wohnungen und öffentliche Gebäude ziert. Im Jahr 2010 zeigten sich einige tausend Besucher des Freilichttheaters Max und Moritz begeistert von der von Hierl bemalten Kulisse dazu. Das Stück spielte im Burghof damals eine Summe von 14.000 Euro ein. Geld, das von ihm und Siegfried König - dem Schreinermeister an seiner Seite - für die Renovierung der alten Schlosskirche St. Johannes gespendet wurde. Inzwischen ist diese Kirche fertig restauriert und wird wahrscheinlich Anfang des neuen Jahres wieder seiner Bestimmung übergeben.

Christus in Lebensgröße

Spätestens dann können die Menschen auch das neueste Werk des Künstlers betrachten, das einen besonderen Platz im Eingangsbereich der Kirche erhalten wird. Das Kreuz, das dort seit mehr als 50 Jahren hing und den malerisch dargestellten gekreuzigten Christus zeigte, war mittlerweile von Wind und Wetter arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Kirchenverwaltung beauftragte daher den ortsansässigen Künstler Hierl, hier etwas Neues zu erschaffen. Hierl empfand diese Beauftragung als besondere Wertschätzung seiner künstlerischen Arbeit und machte sich ans Werk. Die neue Christusdarstellung wurde von ihm in Lebensgröße sehr facettenreich auf eine wetterbeständige Aluplatte gemalt. Sehr detailverliebt bezeugt das Werk eindrucksvoll das Leiden und die Erlösung Christi. Die so genannte sakrale Kunst ist seit vielen Jahren zu einer von Hierls Leidenschaften geworden. Im ganzen Landkreis sind zahlreiche weitere Kreuzigungsdarstellungen zu finden, unter anderem in Raigering und Pittersberg. Hier wurde Christus jeweils mit der schmerzhaften Madonna gemalt.

Im Verabschiedungsraum des Hohenburger Krematoriums fanden viele Menschen das dortige Gemälde des Auferstehungsheilands im antiken Altar besonders tröstlich und ansprechend. Auch die malerische Wandgestaltung der dortigen Einäscherungshalle stammt aus Hierls Kopf und Hand. Bis vor wenigen Jahren zierte auch das Eck des Ebermannsdorfer Kindergartens ein Gemälde nach Art der berühmten Hummel-Figuren, das auf beiden Seiten farbenfroh spielende Kinder zeigte. Hans-Georg Hierl liegt jedoch nicht nur die Malerei am Herzen. Auch andere christliche Kunstwerke aus Materialien wie Kupfer, Bronze oder Alu entstanden im Lauf der letzten Jahre durch seine Hand. In Zant und Eggenberg befinden sich zwei Kreuzwege mit jeweils 14 detailreichen Reliefs aus Kupfer, an der Außenwand der Aussegnungshalle am Ebermannsdorfer Friedhof ein dreiteiliges Wandrelief, das die Kreuzigungsszene darstellt. Dieses 350 Kilo schwere, sogenannte Triptychon wurde in Bronze gegossen.

Die früheren Seelsorger der Bruder-Konrad-Kirche vertrauten dem Künstler ebenfalls diverse Arbeiten an. Martin Särve bat ihn in den achtziger Jahren, ein Bronzekreuz für die Sakristei anzufertigen, sein Nachfolger Alfons Laumer ließ von Hierl ein modernes Vortragekreuz gestalten. Dieses fertigte er aus Aluminium, in Verbindung mit speziellem Schmelzglas. Auch im Hohenburger Urnenwald findet sich ein sakrales Kunstwerk aus seiner Hand. Ein blattvergoldeter Paradiesvogel bildet hier symbolisch mit seinen Flügeln eine Brücke zwischen den Welten, auf einer Bronzestele ist dazu zu lesen „Der Tod ist nicht das Ende, sondern die andere Seite des Lebens“. Seit 2017 wird von zahlreichen Besuchern des überregional bekannten Weihnachtsmarktes auf Schloss Guteneck die christliche Darstellung der vom Ebermannsdorfer Künstler gestalteten, lebensgroßen orientalischen Krippenszenerie bestaunt. „Die sakrale Kunst ist und bleibt für mich eine Herzensangelegenheit“, sagte Hierl. „Hier finden Glauben und Kreativität zueinander, das ist etwas ganz Besonderes für mich."

Sakrale Kunst: außergewöhnliche Krippe

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