05.05.2021 - 16:22 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Neue Idee aus Thüringen für Ebermannsdorf: Digitaler Dorfladen

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Erst ging es um einen klassischen Dorfladen. Dann wollte der damalige Bürgermeister lieber einen Supermarkt. Jetzt ist ein digitaler Dorfladen in Ebermannsdorf im Gespräch: Einkaufen rund um die Uhr – mit Chipkarte und ohne Personal.

Einkaufen im digitalen Dorfladen, rund um die Uhr: Auf diese Idee ist jetzt der Ebermannsdorfer Dorfladen aufmerksam geworden.
von Paul BöhmProfil

Ein Dorfladen ist in Ebermannsdorf schon seit geraumer Zeit im Gespräch. Inzwischen geht es aber nicht mehr um die klassische Variante, sondern um eine ganz neue, einen digitalen Dorfladen. Der war jetzt Thema im Gemeinderat. In Zusammenhang mit der digitalen Infrastrukturreform für den ländlichen Raum entstand die Idee, einen "Emmas Tag- und Nacht-Markt" in Ebermannsdorf anzusiedeln. Vorbild ist der erste "Tag- und Nachtmarkt für kleinere Gemeinden in Deutschland", der in Altengottern (Thüringen) von Montag bis Sonntag 24 Stunden geöffnet hat.

In Ebermannsdorf hatte es zwar schon Termine für die Projektvorstellung gegeben, doch diese mussten dann wegen des Corona-Lockdowons abgesagt werden. Der Gemeinderat will jetzt dieses Thema aber weiterverfolgen, nachdem der klassische Einzelhandel kein Interesse an einem Standort in Ebermannsdorf hat. Der Betreiber des Tag- und Nacht-Marktes bietet ein Vollsortiment mit etwa 1200 Produkten des täglichen Bedarfs und verspricht dabei einen hohen Anteil an regionalen Anbietern, vom Imker über Bäcker bis zum Metzger. Das Angebot soll regional angepasst sein.

Ein Notruf und ein Sicherheitsdienst sind im Hintergrund und überwachen den Markt. Personal im Verkauf gibt es nicht. Die Kunden sind registriert und nutzen beim Einkauf eine spezielle Chip-Karte.Voraussetzungen sind ein Grundstück von der Gemeinde und ein Eigenanteil von 150.000 Euro. Nach 20 Jahren würde das Gebäude ins Eigentum der Gemeinde übergehen. Dahinter steckt auch eine 20-jährige Betreiber-Pflicht durch die "Emmas Tag- und Nachtmarkt GmbH". Auf die Gemeinde kämen keine weiteren Kosten zu.

Die Idee des digitalen Dorfladens entstand, weil sich der Handel aus vielen ländlichen Regionen zurückgezogen hat. So kann man inzwischen vielerorts keine Dinge des täglichen Lebens mehr kaufen. Vor allem den Senioren mit und ohne Führerschein fällt es oft schwer, zum Einkaufen den oft kilometerweit entfernten Supermarkt anzusteuern. Ohne Laden im Ort fehlt dort auch ein wichtiger Kommunikationspunkt in der Dorfgemeinschaft. Ein automatisiertes Café im Eingangsbereich des Tag- und Nacht-Marktes böte eine Alternative.

Eine Besonderheit ist der Einkauf ohne Ladenpersonal. Die Kunden müssen sich registrieren und kaufen mit einer Chip-Karte ein. Das System erfasst die verkauften Artikel und bestellt nach, wenn ein Mindestbestand erreicht ist.

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