Advent mit Sehnsucht nach Gott

Er wird Weihnachten mit Mitbrüdern vom Orden feiern. Doch denen draußen in der Welt hat Pater Anselm Grün was zu sagen. Seine Botschaft: "Denkt nach, forscht sorgsam in Euerem Inneren und lasst nach diesem Advent das Christfest beginnen."

Mit Sehnsucht die Ankunft des Erlösers erwarten und dabei sich selbst auf den Prüfstand stellen: Pater Anselm Grün zeigt Wege im Advent auf und er vermittelt völlig neue Gedanken im Vorfeld des Weihnachtsfestes.
von Autor HOUProfil

Von Wolfgang Houschka

Ja, es ist schon so, wie der Fensterbacher Gemeindepfarrer Michael Hoch zur Begrüßung sagt. Da ist einer erschienen, den man bundesweit kennt und der 14 Millionen seiner Bücher verkauft hat. Ein Ordensmann aus dem fränkischen Kloster Münsterschwarzach. Weit über Bayern hinaus ein Begriff, promovierter Theologe. Anselm Grün, Deutschlands prominentester Mönch und filigraner Denker. Der Kapellenverein Knölling hat ihn eingeladen, und er ist tatsächlich gekommen. Was in der Kirche Albertus Magnus folgt, ist ein Vortrag, der im gemeinsamen Gebet endet.

Ja sagen zum Leben

Da steht er also. Eingerahmt von vier Kerzen, die nicht vom Adventskranz leuchten. Der wird erst demnächst in den Wohnstuben stehen und die Zeit bis Weihnachten schrittweise begleiten. Vier Wochen vor dem Fest macht sich der Ordensmann Gedanken, was denn nun jeder für sich selbst tun kann, um diesen Heiligabend 2018 weitab von einem Berg an Geschenken zu feiern. Anselm Grün postuliert: "Sehnsucht ist etwas anderes als Wünsche." Er hat erkannt und gibt es an eine voll besetzte Kirche weiter: "Sehnsucht ist, dass wir Ja sagen können zur Bürde des Lebens." Doch allemal sei das tiefste Begehren "die Sehnsucht nach Gott." Wie ein Kriminalist begibt sich der Ordensmann aus Spurensicherung und stellt fest. "Es ist Aufgabe der Kirche, die Suche bei den Menschen nach etwas ganz anderem wach zu halten."

Ein Vortrag, der die Gedanken aufeinander prallen lässt. "Sehnsucht schafft den Raum für Freiheit", sagt er und gibt zu bedenken: "Sehnsucht ist eine Spur, die Gott in unser Herz gegraben hat." Genau deswegen sei dieser bevorstehende Advent in Verbindung mit dem Wort Sehnsucht zu bringen.

Atemlose Stille begleitet das Referat. Pater Anselm beschreibt den Adventskranz. Ein Produkt aus Zweigen und vier Kerzen. Die Sehnsucht nach Einheit macht er an diesen Lichtern fest. Aber sie seien auch Symbole für "Leib, Seele und Geist." Dann wendet er sich Figuren aus dem mystischen Weihnachtsgeschehen zu. "Das Kind in der Krippe möchte in unser Leben hinein kommen", unterstreicht der Mönch und spricht von Lichtwerdung, wenn er den Namen Lucia nennt.

"Tod ist immer nahe"

"Advent heißt Ankunft", übersetzt Anselm Grün das Wort. "Bei uns muss es ankommen", legt er nahe und nennt das alles eine "Zeit spannender Erwartung". Denn: "Gott will uns geboren werden". Denn nur so gebe es "einen neuen Anfang." Dabei empfiehlt der Ordensgeistliche: "Achten Sie auf Ihre Rituale." Er meint weihnachtliche Feiern im Familienkreis und denkt dabei an "das Eintauchen in die Welt der Vorfahren." So, wie man einstmals die "Stille Nacht" sang und es auch heute noch tut. In der Verbeugung vor etwas ganz Großem.

In diesem einstündigen Innehalten aber gibt es auch noch einen Satz, der mit hinaus genommen wird in die November-Nacht. Er lautet: "Das Ende der Welt kommt für jeden mit dem Tod. Und der Tod ist immer nahe." Keine Frohbotschaft. Aber mit dazu gehörend im Gedankenspiel zur Weihnachtszeit. Weil eben die Geburt des Heilands auch Anlass sein muss, das Unausweichliche mit einzubeziehen.

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