21.08.2020 - 15:21 Uhr
Dießfurt bei PressathOberpfalz

Parken am Freizeitsee Dießfurt: Anwohner bangt um Rettungswege

An besonders heißen Sommertagen ist am Freizeitsee die Hölle los. Das führt dazu, dass Waldwege und Seitenstraßen als Parkplatz genutzt werden. Das könnte auch für die Rettungskräfte zum Problem werden, warnt ein Anwohner.

Schon für das kleine Fahrzeug der Feuerwehr Dießfurt ist es rund um den Freizeitsee eng, wenn viele Badegäste da sind.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Der Freizeitsee Dießfurt lockt an heißen Tagen Badegäste aus der ganzen Oberpfalz und sogar Franken an. Das führt dazu, dass die Autos in nahezu jeder Straße abseits der Bundestraße 470 um den See als Parkfläche genutzt wird. Dabei gibt es einen durch die Staatsforsten freiwillig zur Verfügung gestellten Parkplatz, der einen direkten Zugang zum See hat – nur reicht dieser nicht aus.

„Das nicht vorhandene Verkehrsleitsystem sowie die unzureichend angelegten Parkplätze sorgen dafür, dass an heißen Sommertagen regelmäßig ein Verkehrschaos entsteht“, ärgert sich Andreas Eckert aus Dießfurt. Dass manche Anwohner der umliegenden Ortschaften sich über die wild parkenden Badegäste ärgern, ist aber nur ein Aspekt.

Kommentar: Kaum Hoffnung auf Vernunft

Weiden in der Oberpfalz

Keine Chance für großes Fahrzeug

Viel wichtiger ist Eckert, der selbst Gruppenführer bei der Feuerwehr Dießfurt ist, die Zufahrt für die Rettungskräfte: „Dieses Durcheinander gipfelt darin, dass zum Teil sämtliche Zufahrten und Wege für Rettungskräfte nicht mehr zugänglich sind. Jetzt haben wir bei der Feuerwehr Dießfurt schon ein kleineres Auto und kommen kaum durch. Die Kollegen aus Schwarzenbach mit ihrem neuen großen Fahrzeug haben aber gar keine Chance.“

Bisher kam es am Freizeitsee Dießfurt noch zu keinem Badeunfall. Sollte es aber so kommen, werde laut Eckert ein durch die Alarmierungskette „der halbe Landkreis ausrücken inklusive Hubschrauber“. „In solchen Momenten zählt oft jede Sekunde. Wenn der Notfall dann bei Spitzenzeiten mit vielen Besuchern passiert, könnte es sein, dass die Helfer schlichtweg nicht zum Einsatzort durchkommen“, befürchtet er.

Dießfurt bei Pressath

Polizei kontrolliert Gebiet

„Wir überprüfen das Gebiet regelmäßig. Die Streifen sind angewiesen das Parkverhalten zu überprüfen“, sagt Werner Stopfer von der Polizeiinspektion Eschenbach. Er gibt aber auch zu, dass die Polizei oft nur an die Vernunft der Gäste appellieren könne. „Wenn es keinen freien Parkplatz gibt, kann ich eben nicht an den See und muss weiterfahren. Aber viele sind da oft uneinsichtig“, sagt er.

Die Bayerischen Staatsforsten, denen das Areal bei Dießfurt gehört, sind sich der Problematik bewusst, so Revierleiter Philipp Bahnmüller. „Den Parkplatz werden wir natürlich beibehalten, obwohl wir das nicht müssten. Die Situation an Tagen mit besonders viel Andrang wird natürlich eine Rolle in den Gesprächen über ein Konzept für den See spielen. Wir müssen gemeinsam mit den Städten sowie den Sicherheitskräften sicherstellen, dass die Einsatzkräfte ihre Arbeit machen können“, erklärt er auf Nachfrage. Zwei Zugänge zu den Seen seien durch eine Schranke gesichert und so auch für die Rettungskräfte und den Oberpfälzer Fischereiverband zugänglich. Die Staatsforsten haben durch Erdwälle zuletzt den Parkplatz strukturiert.

Für Josef Ott von der Wasserwacht Eschenbach ist das ein grundsätzliches Problem an Gewässern, in denen gebadet wird: „Wenn es hart auf hart kommt, kann es schon zu Problemen kommen. Wir beobachten das natürlich.“ Durch regelmäßige Gewässerbegehungen stellt die Wasserwacht auch die Zugänge sicher, wie sie zum See gelangen kann.

Freizeitsee Dießfurt soll ein ordentliches Konzept bekommen

Dießfurt bei Pressath

Freizeitsee keine Besonderheit

Pressaths Bürgermeister Bernhard Stangl stimmt zu, dass für einen Zugang für Rettungskräfte gesorgt sein muss. Er gibt aber auch zu Bedenken, dass das der Freizeitsee in diesem Jahr wegen Corona besonders stark besucht wurde, da viele nicht in den Urlaub fahren konnten. Da sei Dießfurt keine Besonderheit. An besonders heißen Tagen seien alle Seen in der Region stark besucht, erklärt er. „Wir sind im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) in Gesprächen mit Behörden. Es ist eine langfristige Geschichte den Bereich um den Freizeitsee nachhaltig und sinnvoll zu entwickeln“, sagt Stangl. Es solle eben nicht mehr zu einem Schnellschuss komme, wie schon in der Vergangenheit. Die Parksituation sei ein Teilaspekt.

Eckert hofft, dass sich die Verantwortlichen auf ein „zukunftsfähiges, nachhaltiges und für Badegäste sicheres Konzept, welches möglichst zeitnah umgesetzt wird“, einigen. Dafür, dass der Besucherstrom am Freizeitsee nachlässt, sieht er kein Anzeichen.

Gerade an heißen Sommertagen ist am Dießfurter Freizeitsee viel los.
Die Erdwälle sorgen auf dem Parkplatz am Dießfurter Freizeitsee bei viel Andrang zumindest für etwas Ordnung.
So sieht die Parksituation am Freizeitsee an besonders heißen Wochenenden aus.

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