29.10.2020 - 14:55 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Mobilfunk-Karte mit allen Netzen in Deutschland online

Wo gibt es Netz mit dem Handy? Und wo sind die berühmten schwarzen Löcher? Jetzt gibt es erstmals eine Karte, die alle Mobilfunknetze in Deutschland darstellt und genau diese Fragen beantwortet.

Ein Mann lässt in der Region Hannover auf einem Feldweg sein Smartphone nach Netzbetreibern suchen (gestellte Szene). Die Bundesregierung will den Internet- und Handyempfang in Deutschland in den kommenden zwei Jahren grundlegend verbessern.
von Agentur DPAProfil

Die Mobilfunkabdeckung in allen Dörfern, Städten und unbewohnten Gegenden Deutschlands ist erstmals auf einer Online-Karte der Bundesnetzagentur zu sehen. Auf der am Donnerstag freigeschalteten Webseite (breitband-monitor.de) ist die Verfügbarkeit von allen drei Netzbetreibern (Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica) dargestellt.

Wo gibt es 2G, 3G und 4G?

So eine Karte gab es bisher noch nicht. Die Erreichbarkeit ist bis in die Straßen und Adressen erkennbar – und zwar nach den unterschiedlichen Mobilfunkstandards 2G, 3G und 4G. Künftig soll auch 5G dazukommen. Die Netze der fünften Mobilfunkgeneration sind erst im Aufbau. Die Daten für die umfassende Karte kommen von den drei Netzbetreibern, die Regulierungsbehörde kontrolliert stichprobenartig deren Richtigkeit. "Wir überwachen die Entwicklung der Mobilfunkabdeckung und stellen die Daten der Öffentlichkeit zukünftig regelmäßig zur Verfügung", erklärte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Die Übersicht soll quartalsweise aktualisiert werden, das nächste Mal im Januar 2021.

Hier geht es zur Mobilfunk-Karte

96 Prozent der Fläche mit 4G

Der Karte zufolge sind 96,5 Prozent der Fläche in Deutschland von mindestens einem Netzbetreiber mit 4G (LTE) versorgt. Rechnet man das langsamere 3G hinzu, käme man auf 97,3 Prozent der Landesfläche. Inklusive 2G (Edge) würden die Funklöcher, in denen kein einziger Netzbetreiber aktiv ist, auf nur noch 0,3 Prozent der Landesfläche schrumpfen. Für den Verbraucher sind dies aber theoretische Werte, weil sein Handy sich nur mit einem der drei Netze verbindet – die Gegenden ohne Verbindung für sein Smartphone sind also größer. Auf der Karte kann er genau sehen, wo ihm mit seinem Mobilfunkvertrag ein Funkloch oder Schneckentempo-Internet droht.

Daten von Unternehmen bedenklich?

Der Grünen-Bundestagabgeordnete Oliver Krischer kritisierte, dass sich die Bundesnetzagentur bei der Karte auf die Verfügbarkeitsangaben der Unternehmen verlasse. Er habe damit schlechte Erfahrungen gemacht. "LTE mag oftmals bei Sonnenschein in 50 Meter Höhe vorhanden sein, auf dem Boden habe ich aber in meiner Region Aachen vielfach sogar Probleme beim Telefonieren und Verbindungsabrisse sind an der Tagesordnung." Es sei bedenklich, dass die Bundesnetzagentur die Daten von Telekom, Vodafone und Telefónica auf die eigene Homepage stelle und so den Eindruck erwecke, dass es richtige und staatliche Angaben seien.

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