13.05.2019 - 14:27 Uhr
Dautersdorf bei ThansteinOberpfalz

Typischen Oberpfälzer Baustil erhalten

Das baukulturelle Erbe von Thanstein und Hebersdorf soll bewahrt werden. Für die Dorferneuerung verabschiedete der Gemeinderat deshalb zwei Satzungen. Außerdem zeigte der Architekt auf, was bei den Fassaden möglich ist.

Architekt Christian Schönberger erläuterte den Gemeinderäten die Gestaltungssatzung.
von Johanna BaierProfil

Bürgermeister Walter Schauer hatte zur Sitzung in Dautersdorf auch den Architekten Christian Schönberger eingeladen. Im Zuge der geplanten Dorferneuerungsmaßnahme wurde mit dem Ziel der Erhaltung des Dorfbildes eine Sanierungssatzung im Gremium besprochen. Außerdem soll damit auch der Weg für die steuerliche Absetzbarkeit der Sanierungskosten von betroffenen Anwohnern geebnet werden.

Es wurden zusätzliche Flächen aufgenommen und die Bezeichnung auf "Thanstein-Hebersdorf" festgelegt. Anhand eines Lageplans war ersichtlich, dass Gebäude im Kernbereich mit strengeren Auflagen belegt sind. Der Beschluss wurde mit 5 zu 0 Stimmen gefasst, da betroffene Ratsmitglieder nicht stimmberechtigt sind. Auch eine Gestaltungssatzung ist als Grundlage erforderlich, welche einstimmig angenommen wurde.

Keine Fliesen am Sockel

Christian Schönberger stellte diese im Gremium vor. Die Untersuchungen im Rahmen des Dorferneuerungsverfahrens in den Jahren 2016 bis 2018 haben Folgendes ergeben: Thanstein ist ein Dorf mit bedeutendem städtebaulichem Werten. Die Satzung soll diese Werte schützen, vermitteln, weiterentwickeln und fortschreiben. Insbesondere das baukulturelle Erbe des historisch gewachsenen und geformten Ortskerns in Thanstein und Hebersdorf. Gestalterische Missgriffe sollen verhindert, Handlungs- und Rechtssicherheit gefördert werden. Für die Bürger besteht die Möglichkeit, kostenlose Beratungen in Anspruch zu nehmen. Eine "Generalklausel" legt die Richtlinien fest.

Christian Schönberger ging in seinen Erläuterungen sowohl auf städtebauliche Merkmale wie Dachlandschaften, Abstandsflächen und Gebäudestellungen ein, wie auch auf Gebäudemerkmale. Die für Thanstein typischen Fassaden wurden nochmals gezeigt und dabei erläutert, was im Zuge der Sanierung zugelassen ist und was nicht. So sollen zum Beispiel beim Sockel vorrangig heimische Materialien verwendet werden und keine Keramik- oder Zementplatten, Bleche oder Natursteinfliesen. Der Fachmann ging natürlich auch auf Putze, Wandöffnungen, Fenster, Türen und Tore ein. Bei den Dächern sind Neigungen zwischen 30 und 46 Grad zugelassen, der First soll mittig liegen. Denn die Dachlandschaften von Thanstein präsentieren mit ihren steilen Satteldächern den typischen Oberpfälzer Baustil. Dacheindeckung, Dachausbau, Gauben und auch das Thema Solar- und Photovoltaikanlagen sind in der Satzung eindeutig geregelt. Dies gilt auch für Grundsätzliches zur Gestaltung der Außenräume.

"Schlüssel" der Krippe

Bei der Sitzung wurde eine Anpassung der Gerätewart-Entschädigung der gemeindlichen Feuerwehren diskutiert. Seit über 15 Jahren wurde diese nicht mehr angepasst. Einstimmigkeit herrschte über eine rückwirkende Anpassung zum 1. Januar 2019. Der Gerätewart der Feuerwehr Thanstein-Berg erhält eine jährliche Entschädigung von 120 Euro, sein Stellvertreter 60 Euro. Die Warte der Wehren Kulz und Dautersdorf erhalten je 100 Euro, die Stellvertreter 50 Euro. Bereits im Jahr 2017 ging der Antrag von Daniel und Christina Meixensperger auf Erweiterung der Straßenbeleuchtungsanlage in Dautersdorf um einen Brennkörper ein. Nach erneuter Anfrage wurde dem stattgegeben. Die Kosten für die LED-Lampe liege bei 2337 Euro. Nur indirekt ist die Gemeinde Thanstein von der Behandlung des Mindestanstellungsschlüssels im Bereich der Kinderkrippen betroffen. Um die Betreuungsqualität zu verbessern wurde beschlossen, weiterhin die Unterschreitung dieses Schlüssels zu finanzieren. Die Empfehlung liege hier bei 1 zu 10 (auf zehn Kinder kommt eine Betreuungskraft). Einstimmig wurde einer Unterschreitung auf 1 zu 8 beschlossen. Um eine reine Formsache handelte es sich beim Tagesordnungspunkt "Flurordnung und Doprferneuerung Denglarn" mit Anhörung der Behörden und Organisationen. Nachdem das Gemeindegebiet nicht tangiert ist, wurden keine Einwände zum geplanten Verfahren erhoben.

Bürgermeister Schauer lud noch zum Spatenstich am Freitag, 17. Mai beim Umbauprojekt an der ehemaligen Schule ein. Und er informierte über die zugesagte Höchstsatz-Förderhöhe von 80 000 Euro durch das Landratsamt Schwandorf für den neuen Recyclinghof Thanstein.

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