14.11.2021 - 15:07 Uhr
Burkhardsreuth bei TrabitzOberpfalz

Mit Wachsamkeit gegen das Vergessen

Viel kleiner als in "normalen" Jahren war infolge der verschärften Pandemieregeln der Kreis der Teilnehmer am Volkstrauertags-Gedenkakt in Burkhardsreuth. Pfarrer Edmund Prechtl (Zweiter von rechts) und Bürgermeisterin Carmen Pepiuk (am Rednerpult) warnten vor Resignation gegenüber totalitären Strömungen und riefen zu Wachsamkeit auf.
von Bernhard PiegsaProfil

"Wenn man aus der Geschichte etwas lernt, dann dies: dass die Menschen aus der Geschichte nichts lernen." Diese Einsicht Mahatma Gandhis stellte Pfarrer Edmund Prechtl an den Anfang des Gottesdienstes zum Volkstrauertags-Vorabend in der Burkhardsreuther Jakobuskirche.

Soll man deshalb resigniert zusehen, wie es "in vielen Teilen der Welt drunter und drüber geht"? Prechtls Antwort war ein klares Nein. Zwar könnten Einzelne kaum selbst die Welt ändern, doch ließe sich viel zum Guten hin bewegen, wenn jeder sein Denken und Handeln auf "Gedanken des Friedens und der Versöhnung" ausrichtete.

Auch beim Gedenkakt am Gefallenenehrenmal, zu dem sich coronabedingt ebenso wie zur Eucharistiefeier nur eine kleine Teilnehmergemeinde einfinden konnte, rief Prechtl auf, "uns niemals mit der scheinbaren Übermacht von Hass und Gewalt abzufinden. Die Opfer von Krieg und politischer Gewalt wären sonst vergebens gestorben." Ermutigend, so der Geistliche, sei immerhin die Erkenntnis, "dass sich Unrecht wieder zu Recht, Böses zu Gutem, Krieg zu Frieden, Diktatur zu Demokratie und letztlich Gefangenschaft zu Freiheit wendet". Laut der Trabitzer Bürgermeisterin Carmen Pepiuk müsse der Erfolg einer solchen Wende in unermüdlicher Wachsamkeit verteidigt werden, damit nicht ein gefährliches "Vergessen" die Oberhand gewinne, das mit zunehmendem zeitlichem Abstand "immer einfacher" werde.

Pepiuk warb für den Besuch der Gedenkstätten politischer Gewalt und für Gespräche mit Zeitzeugen, solange dies noch möglich sei: "Die Zeit, in der es noch Zeugen des Krieges und der Gewaltherrschaft gibt, neigt sich dem Ende zu." Trauer und Besinnung dürften nicht nur auf den Volkstrauertag beschränkt bleiben, mahnte Pepiuk. Mit der Kranzniederlegung am Ehrenmal, dem Lied vom "Guten Kameraden" und der Bundeshymne schloss die Gedenkstunde.

 

 

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