26.11.2020 - 14:13 Uhr
BurglengenfeldOberpfalz

Vermehrt Wildunfälle im Landkreis Schwandorf

In der dunklen Jahreszeit ist die Gefahr besonders hoch: Auch im Landkreis Schwandorf kommt es derzeit fast täglich zu mehreren Wildunfällen mit getöteten Tieren und hohen Schäden. Die Polizei mahnt zu besonderer Vorsicht.

Derzeit kommt es auch im Landkreis Schwandorf vermehrt zu Wildunfällen.
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Derzeit verzeichnen die Polizeiinspektion Burglengenfeld und die Polizeistation Nittenau in ihren Zuständigkeitsbereichen fast täglich mehrere Wildunfälle mit zum Teil hohen Sachschäden. "Vor allem in den Morgen- und Abendstunden kommt es bei einsetzendem Berufsverkehr vermehrt zu Kollisionen zwischen Fahrzeugen und Wildtieren", heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Diese Unfälle enden für die beteiligten Wildtiere meist tödlich oder mit erheblichen Verletzungen.

Schlechte Witterungsverhältnisse und schlechte Sicht verstärken die Gefahr eines Wildunfalles im Herbst und Winter zusätzlich. Auf nassen oder glatten Straßen verlängert sich zum Beispiel der Anhalteweg um mindestens 50 Prozent, bei gefahrenen 100 Kilometern in der Stunde bedeutet dies laut Polizei eine Verlängerung von 83 auf mindestens 124 Meter.

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Ursensollen

Um den Zusammenstoß mit einem Wildtier möglichst zu vermeiden, empfehle es sich, gerade in Waldgebieten sowie an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern den Fuß vom Gaspedal zu nehmen und stets vorausschauend zu fahren. "Wenn Wild bereits direkt an oder gar auf der Straße steht, sollte man das Fernlicht abblenden und kontrolliert bremsen, jedoch auf keinen Fall versuchen auszuweichen", rät die Polizei.

Wildtiere können die gefahrene Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen nicht einschätzen. Grelles Scheinwerferlicht blendet die Tiere zusätzlich und macht sie orientierungslos. Hinzu kommt: "Unser heimisches Wild lebt gerade in den Wintermonaten meist in Familienverbänden, einem Tier können weitere folgen, mit Nachzüglern ist immer zu rechnen", heißt es abschließend.

Hintergrund:

Was tun nach einem Wildunfall?

Wenn es trotz Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Wildunfall kommen sollte, rät die Polizei Folgendes:

  • Ruhe bewahren, unnötiges Betreten der Straße vermeiden.
  • Motor laufen lassen, Licht und Warnblinklicht einschalten, Warnweste anziehen und Unfallstelle absichern.
  • Sollte eine Person verletzt sein, wie bei anderen Unfällen auch über die Notrufnummer 110 einen Notruf absetzen und Erste Hilfe leisten.
  • Auch wenn keine Person verletzt wurde oder das Wildtier geflüchtet ist, muss die Polizei verständigt werden. Diese informiert den zuständigen Jagdpächter.
  • Verletzten Tieren nie nähern. Dies verursacht bei dem Wildtier großen Stress und kann zu einem Angriff führen.
  • Wurde das Wildtier durch den Zusammenstoß getötet und liegt noch auf der Straße, sollte das Tier, wenn möglich, auf den Seitenstreifen gezogen werden. Zum Schutz vor Verletzung und Krankheiten oder Parasiten Handschuhe benutzen.
  • Am Unfallort, oder - falls das Fahrzeug noch fahrbereit ist - an der nächsten Möglichkeit abseits der Straße auf das Eintreffen der Polizei oder des zuständigen Jägers warten.
  • Die zur Schadensregulierung notwendige Wildunfallbescheinigung ist bei der für den Unfallort zuständigen Polizeidienststelle oder dem zuständigen Jagdpächter erhältlich.
  • Verendete Wildtiere dürfen vom Unfallort nicht entfernt oder gar mitgenommen werden, dies würde eine Anzeige wegen Jagdwilderei nach sich ziehen.
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