29.10.2020 - 08:27 Uhr
BurglengenfeldOberpfalz

Trotz Corona: Notwendige Behandlungen nicht verschieben

Oft ist die Grunderkrankung weit gefährlicher als das Risiko einer Corona-Ansteckung. Deshalb warnen die Ärzte an der Asklepios-Klinik im Städtedreieck eindringlich davor, nötige Behandlungen aus Angst vor dem Coronavirus zu verschieben.

Nötige Behandlungen sollten aus Angst vor einer Corona-Ansteckung keinesfalls aufgeschoben werden. Das betonen die Ärzte an der Asklepios-Klinik im Städtedreieck.
von Externer BeitragProfil

Die Zahl der Infektionen mit dem Corona-Virus steigt auch im Landkreis Schwandorf stetig an. An der Asklepios-Klinik im Städtedreieck ist man auf Covid-19-Verdachts- und Krankheitsfälle, soweit es möglich ist, gut vorbereitet.

Eine andere Erfahrung aus dem Frühjahr und der ersten Infektionswelle macht Dr. Josef Zäch aber besondere Sorgen: „Wir stellten damals leider wiederholt fest, dass Patienten mit schweren und lebensbedrohlichen Erkrankungen aus Angst vor dem Coronavirus dringend notwendige Klinikbehandlungen vermieden haben oder zu spät, beziehungsweise sehr spät ins Krankenhaus kamen", betont er in einer Pressemitteilung der Klinik,

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Der Ärztliche Direktor und Chefarzt Innere Medizin mahnt: „Es gibt für Menschen keinerlei Gründe zu zögern ins Krankenhaus zu kommen, wenn es ihnen schlecht geht.“ Wenn sie unnötig warten, könnten sie sich in Lebensgefahr bringen, denn die Grunderkrankung sei oft weit gefährlicher als das Risiko einer Corona-Ansteckung. Besonders kritisch seien hier Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Krebserkrankungen.

Dr. Jörg-Heiner Möller, Chefarzt der Kardiologie am Burglengenfelder Krankenhaus, betont in der Mitteilung: „Herzinfarkte, Rhythmusstörungen mit hohem Risiko für einen Herzstillstand oder Schlaganfälle sind lebensbedrohliche Krankheiten, die eine sofortige Behandlung erfordern. Wer aus Angst vor einer Infektion eine dringend notwendige stationäre Behandlung vermeidet oder auch nur verzögert, bringt sich in große Gefahr“, so der Herzspezialist.

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Ähnliche Gefahren bestünden auch für Patienten, die an Krebs erkrankt sind. „Ohne Behandlung wachsen Tumore weiter, dehnen sich in Bereiche aus, wo wir nicht mehr operieren können oder bilden Tochtergeschwülste“, schildert Dr. Albert Pronath, Leitender Oberarzt der Onkologie an der Asklepios Klinik im Städtedreieck.

Er warnt dringend davor, anstehende Behandlungen bis nach der Pandemie auszusetzen, oder begonnene Tumortherapien nicht fortzuführen: „Die Dynamik von Tumorerkrankungen wird uns eine solche Haltung oft nicht durchgehen lassen, denn Verzögerungen können viele Krebserkrankungen massiv verschlechtern, so dass eine Behandlung nur noch mit erheblich schlechteren Vorzeichen oder gar nicht mehr möglich ist.“

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