11.05.2021 - 09:20 Uhr
BurglengenfeldOberpfalz

Erfolgreicher Umstieg auf Ökolandbau

Vor zwei Jahren haben Maria und Ulrich Stangl bei Burglengenfeld einen neuen Kuhstall gebaut und auf Ökolandbau umgestellt. Warum die jungen Landwirte den Schritt nicht bereut haben, liegt auch an der Entwicklung der Absatzmärkte.

Lehrerin Patricia Steinbauer und Amtsleiter Georg Mayer (von links) informierten sich am Hof von Maria und Ulrich Stangl (rechts) über die Weidehaltung der Kühe und die Umstellung auf Ökolandbau.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat die Themenwoche „Ökolandbau“ ausgerufen und möchte ökologisch produzierte Lebensmittel stärker bewerben. Das Nabburger Landwirtschaftsamt beteiligt sich an der Aktion und informiert über die aktuelle Entwicklung des Ökolandbaus im Landkreis Schwandorf. „Die Betriebsleiter gehen offen mit diesem Thema um“, stellt Behördenleiter Georg Mayer fest. Bestes Beispiel dafür sei der „Blaissl-Biohof“ in Burglengenfeld-Pottenstetten.

Die Besitzer Maria und Ulrich Stangl sind beide 27 Jahre alt und haben sich an der Landwirtschaftsschule in Neunburg vorm Wald kennengelernt. Ulrich Stangl stammt aus einem landwirtschaftlichen Betrieb in Raffach bei Schwarzenfeld und heiratete in den Hof seiner Frau Maria ein.

Nach reiflicher Überlegung und Gesprächen mit anderen Ökolandbauern in der Region entschlossen sich die beiden zum Umstieg. Sie siedelten mit dem Kuhstall aus dem Hof im Ortskern aus und investierten eine Million Euro in den Bau einer Halle, in der sich die 75 Kühe frei bewegen können. Mehr noch. An den Laufstall grenzt eine Weide, auf der sich die Tiere tagsüber aufhalten können.

Nicht nur den Kühen, auch ihren Besitzern geht es gut. Sie bekommen aktuell 48 Cent für den Liter Milch und haben in der „Privatmolkerei Bechtel“ in Schwarzenfeld einen zuverlässigen Abnehmer.

Ein wichtiger Grund, sich von der konventionellen Landwirtschaft zu verabschieden, war das veränderte Verbraucherverhalten. In den Supermärkten und Discounterläden steige die Nachfrage nach Bioprodukten, beobachtet Ulrich Stangl. Dies bestätigt auch Leitender Landwirtschaftsdirektor Georg Mayer. Er sieht darin einen großen Vorteil für die Erzeuger, „die seit zwölf Jahren mit stabilen Preisen um die 50 Cent pro Liter Milch rechnen können“.

Landwirtschaftsmeister Ulrich Stangl füttert den Kühen Ackerbohnen, Erbsen, Lupinen und Kleegras. Weil er nichts dazukaufen muss, kommt der Öko-Landwirt gut über die Runden, auch wenn er weniger Milch liefern kann, wie seine Kollegen aus dem konventionellen Landbau.

Die Familie Stangl verkauft die Bio-Weide-Milch nicht nur an den Handel, sondern über die „Milch-Tankstelle“ auf dem Hof direkt auch an den Verbraucher. Der dortige Laden bietet ferner Geflügel, Eier, Honig, Kartoffeln und Käse an. Der Betrieb hat sich damit eine zusätzliche Einnahmequelle geschaffen.

„Bio aus der Heimat boomt“. Das geht auch aus dem Bericht der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft hervor. Danach habe sich die Ökoproduktion in Bayern in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Eine ähnliche Entwicklung vollzog sich auch im Landkreis Schwandorf. Im Jahr 2010 bewirtschafteten noch 53 Betriebe 1724 Hektar Ökoflächen. Inzwischen sind es 112 Unternehmen mit über 4000 Hektar bewirtschafteter Ökoflächen. „Tendenz steigend“, sagt Patricia Steinbauer. Die Lehrerin an der Nabburger Landwirtschaftsschule thematisiert im Unterricht den Strukturwandel in der Landwirtschaft, „denn die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Bayern soll bis 2030 auf 30 Prozent anwachsen“.

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