23.09.2019 - 15:39 Uhr
BrandOberpfalz

Woll-Treffer

Das Schaffest der FGV-Ortsgruppe übersteigt alle Erwartungen. Ein Fünftel mehr Besucher und ein Drittel mehr Ausschank als letztes Mal. Es gibt eine Vielfalt an Speisen - auch vegetarisch.

Sie gaben dem Fest ihren Namen und sind auch ein Hinweis auf die wertvolle Landschaftspflege, die die Tiere leisten.
von Bertram NoldProfil

Welch ein Glück! Optimales Wetter vor einer angekündigten Schlechtwetter-Periode brachte Menschenmassen zum fünften Schaffest der FGV-Ortsgruppe nach Brand. Mit gut durchdachter Logistik und vor allem mit den Erfahrungen der vorhergehenden Feste hatte Marktleiter Gerald Hoch und ein gut aufeinander eingespieltes Team die Veranstaltung von Anfang an gut im Griff. Schon früh am Morgen wurden die Verkehrsschilder zu Straßensperrungen, Umleitungen und Hinweisschilder zu den Parkplätzen aufgestellt. Doch die Besucher warteten den offiziellen Beginn gar nicht ab und strömten schon vor 10 Uhr aus allen Richtungen ins Dorf. Bis dahin blockierten noch Fahrzeuge und Anhänger der 85 Fieranten an manchen Stellen das Festgelände; letzte Arbeiten an den Ständen, um ihre Waren einladend und ansprechend präsentieren zu können und sich für den Ansturm bereit zu machen.

Der setzte dann schnell ein und ließ bis zum Abend nicht nach, wobei das offizielle Ende für die, die es sich am Basshaus gemütlich gemacht hatten, nur ein theoretisches war. Das Schaffest führt auch immer wieder die Dorfgemeinschaft Stück weit zusammen und die gute Stimmung wurde ausgekostet, bis die Kühle der hereinbrechenden Dunkelheit dem Treiben auf der Wiese am Basshaus einen endgültigen Schlusspunkt setzte. Für Kunsthandwerker, Hobbybastler und Tierfreunde ist das zweijährig stattfindende Schaffest Mit Bauernmarkt ein Highlight und für das Fichtelgebirge und darüber hinaus ein Spiegel dessen, was an Kreativität, an handwerklichem Können vorhanden ist. Am Umgang mit natürlichen Materialien wie Holz, Glas und Wolle haben offenbar viele Menschen große Freude und diese scheint zu wachsen. Nicht allen Fieranten konnte die Teilnahme am Schaffest gewährt werden. Eine gute Mischung soll bleiben und ein Schaffest soll nicht unbedingt dem anderen gleichen. „Klasse vor Masse“ ist der Grundsatz bei der Auswahl.

Waren es im vergangenen Jahr rund 5000 Besucher, wurde die Besucherzahl heuer bei weitem übertroffen. 25 Anbieter waren heuer zum ersten Mal dabei, unter anderem eine mittelalterliche Schmiede, eine Herstellerin von Holzlampen und Holzspielwaren. Ätherische Öle und Damaszenermesser aus Tierhörnern – auch vom Schaf –wurden angeboten. Aus dem Bereich Direktvermarktung waren Säfte und Brände von Streuobstwiesen erhältlich, ein Biometzger aus dem Steinwald hatte ein reichhaltiges Angebot, ebenso war ein Käsehersteller aus der Region neu vertreten. Gartenfreunde kamen an mehreren Stellen voll auf ihre Kosten, nahmen nicht nur die eine oder andere Pflanze, sondern auch viele gute Tipps mit nach Hause. Das Fest war auch eine Plattform innovativer Entwicklungen der Region. So stellte sich der Mobile Dorfladen der Steinwald Allianz vor wie auch die Revitalisierung des Goetz-Areals einen Stand unterhielt und ab dem Nachmittag konnte die Baustelle zur Wiederbelebung des Schlachthauses besichtigt werden.

Ein Dudelsackspieler sorgte im Bereich der Tiere mit großem Können, für das er ständig unterwegs ist und Kurse belegt und zu Prüfungen sogar nach Schottland reist, für das passende Flair. Schafe, Ziegen, Ferkel, Tauben und vor allem die Alpacas, die den Besuchern mit ihren großen Augen ins Gesicht starren, waren die Stars der Kinder. Für besondere Höhepunkte und für Faszination sorgte zwischendurch Axel Götte mit seiner kleinen Schafherde. Die Frage nach der nächsten Vorführung wurde mit dem Öffnen von „Stellas“ Halsband beantwortet und nach einem kurzen „Walk on“ tat die Border Collie-Hündin ihre Pflicht und wenig später waren die Schafe im Hänger. Ein Stück von der Hasen-Leberkäs-Semmel ihres Halters durfte sie dann als Lohn genüsslich hinunterschlingen.

Die Auswahl der Speisen war riesig und für jeden Geschmack war genügend vorhanden, auch von Schaf und Hasen: Schaf am Grill, Asiatische Gerichte, Kaninchenleberkäse, Räucherfisch, Vegetarische Gerichte, Crepes und Kuchen, davon 100 Stück und dazu 250 Küchlein. Erstmals angeboten wurden Burger vom Wagyu-Rind und Schaschlikpfanne. Wer jedoch etwas zu essen haben wollte, musste sich gedulden und bereits eine Stunde vor Ende war die Schotten der Imbisswagen und Stände dich. Absolut alles war restlos gegessen.

Den ganzen Tag über waren die Bierbänke, die an mehreren Stellen aufgestellt waren, dicht besetzt und wer an den ausgestellten Waren weniger Interesse hatte, ließ es sich dort gutgehen. Der FGV hatte schon darauf geachtet, dass nicht Masse vor Klasse kommt. Es hat sich gelohnt! Überaus zufriedene Gesichter bei Veranstaltern und Anbietern und das ist zugleich Motivation zum Weitermachen. An einer Neuauflage in zwei Jahren dürfte es keinen Zweifel geben.

Nächstes Jahr am 6. August richtet die Gemeinde Brand die Sommerlounge 2020 aus. Das Schaffest, dessen Planungen, deren logistische Grundlage und vor allem die Erfahrungen der Organisatoren werden dann äußerst wertvolle Hilfen sein, wenn das Schaufenster der Wirtschaft des Fichtelgebirges in Brand präsentiert wird.

Der Ansturm war gewaltig und ließ bis zum Abend nicht nach.
Diese beiden Spinnerinnen zeigten, wie Schafwolle verarbeitet wird.
Erstmals konnten die Besucher einen Schmied aus der Nähe beobachten.
Das Schaffest war auch ein Spiegelbild künstlerischer Kreativität und handwerklichem Könnens.
Die beiden Buben nutzten das Schaffest, mit einer guten Idee ihr Taschengeld aufzubessern.
Gartenfreunde kamen an mehreren Stellen auf ihre Kosten, mit dem Kauf einer Pflanze oder mit einem guten Tipp von Fachleuten.
Reichhaltiges Angebot an biologisch erzeugtem Gemüse.
"Strohschweine"! Sie fühlen sich pudelwohl!
Lange Schlangen an den Imbisswagen
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