11.11.2020 - 10:43 Uhr
BrandOberpfalz

Wiederbelebung einer tollen Beziehung zwischen Brand und Freunden aus Sachsen

Für eine Gruppe aus Brand wird der Tag der Deutschen Einheit mit einem Besuch in Callenberg zu einem unvergesslichen Erlebnis. Kleine Köstlichkeiten waren einst Wegbereiter für eine ausgezeichnete Beziehung zweier aufgeschlossener Orte.

Es war der Beginn einer guten Freundschaft, als direkt nach der Wende eine Gruppe Brander mit dem damaligen Bürgermeister Karl Söllner nach Falken reiste und sich mit der dortigen Bürgermeisterin Marlene Führer und mehreren Gemeinderäten traf. Marlene Führer war beim diesjährigen Besuch der Brander verreist, wird jedoch am 3.Oktober 2021 beim Gegenbesuch dabei sein.
von Bertram NoldProfil

Viele Bürger aus der ehemaligen DDR schauten sich nach der Wende im Westen um, unter ihnen auch Marlene Führer, Bürgermeisterin der damaligen Gemeinde Falken, etwa 160 Kilometer von Brand entfernt in Richtung Chemnitz. Mit ihr waren damals auch mehrere Gemeinderäte von dort unterwegs. Der Weg der Gruppe führte nach Brand, und hier lud die Bäckerei Pürner zu einer kleinen Rast ein; hier gab es kleine Köstlichkeiten zwischendurch. Marlene Führer erkundigte sich nach dem Rathaus. Es war nur 50 Meter entfernt. Dort stieß die Dame auf den Bürgermeister-Kollegen aus Brand, Karl Söllner. Dieser freute sich sehr über den Besuch. Und dass es zu einem intensiven Gespräch kommt, wenn sich Bürgermeister begegnen, war selbstverständlich. Dabei blieb es nicht. Es entwickelte sich eine gute Freundschaft daraus, die intensiv gepflegt wurde.

Callenberg statt Falken

Mächtig und tief verwurzelt symbolisiert die Linde, die die Brander vor 30 Jahren auf dem Rathausvorplatz in Falken gepflanzt haben, die Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden wie auch die deutsche Einheit. Hier wurde auf den denkwürdigen Tag mit einem Glas Sekt angestoßen.

Als Karl Söllner 2017 verstarb, war Marlene Führer selbstverständlich unter den Trauergästen. Aber auch die beiden Gemeinden blieben nicht untätig. Noch heute wird ein Exemplar der monatlich erscheinenden Dorfzeitung in den Osten geschickt, und Marlene Führer erhält stets ihr persönliches Exemplar. Allerdings wird die Post nicht mehr an die Gemeinde Falken geschickt, sondern an die Gemeinde Callenberg. Sieben Gemeinden haben sich zusammengeschlossen, haben einen gemeinsamen Bürgermeister, dessen Sitz aber ist in Falken. Auch von dort kommt das regelmäßig erscheinende Gemeindeblatt, so dass beide Partnergemeinden gut über das Geschehen in der anderen Gemeinde informiert sind.

Karl Söllner hatte es sich zu Lebzeiten zur Aufgabe gemacht, jeweils am „Tag der Einheit“ die Familie Führer in Callenberg zu besuchen, und auch die Bürgermeisterin war zu besonderen Anlässen immer wieder einmal in Brand zu sehen.

Nun erfuhr die Partnerschaft eine Renaissance. Altbürgermeister Ludwig König besuchte mit seinem Nachfolger Bernhard Schindler und einigen Brandern die befreundete Gemeinde in Sachsen, im Nordosten des Landkreises Zwickau gelegen. In Falken begann der denkwürdige Tag. Hier wurden die Brander vom Ersten Bürgermeister Daniel Röthig und einigen Gemeinde-und Ortschaftsräten begrüßt, und natürlich erinnerte man sich an die Anfänge. Vor 30 Jahren, am 3. Oktober 1990, war erstmalig eine Gruppe aus Brand nach Falken gereist. Einige Gemeinderäte und auch einige Mitglieder der Feuerwehr Brand begleiteten den damaligen Bürgermeister Söllner bei der Busreise in die sächsische Gemeinde. Bei diesem Besuch wurde auf dem Rathausvorplatz in Falken eine Linde gepflanzt, die Freundschaft wurde weiter mit Leben erfüllt. Unter anderem besuchte die Brander Feuerwehr 2001 die Wehr in Falken anlässlich ihres 60. Gründungsfestes.

Jetzt ein stattlicher Baum

Nach 30 Jahren nun ist aus der Linde ein stattlicher Baum geworden, und genau hier am Rathausvorplatz stieß man mit einem Glas Sekt auf die Freundschaft an. Es folgte eine kleine Führung durchs Rathaus, Mittagessen gab es im Gasthof „Esche“. Dann ließen die Callenberger den Tag zu einem ganz besonderen Ereignis werden und luden die Gäste zu einer Kutschfahrt durch einige der sieben Ortsteile ein; ein unvergessliches Ereignis. Auch an das Ziel wird man sich lange erinnern. Im Anwesen des Gemeinderatsmitglieds Hendrik Stiegler stiegen die Teilnehmer aus und ließen sich dessen neu errichteten Mohn-Shop zeigen. Siegler betreibt Deutschlands größten Mohnanbaubetrieb. Auf etwa 150 Hektar Ackerfläche baut er Speise-Mohn an. Natürlich gab es in gemütlicher Runde zur Kaffee-Stunde Mohnkuchen und eine kleine informative Präsentation zum das Thema „Mohn“.

Zurück am Rathaus in Falken dankte Bürgermeister Bernhard Schindler für diesen überaus interessanten Tag in der Gemeinde Callenberg und überreichte ein kleines Präsent. Bürgermeister Daniel Röthig dankte für den Besuch und kündigte für den „Tag der Einheit“ am 3.Oktober 2021 den Gegenbesuch einer Delegation in Brand an. Auch einige Feuerwehrmitglieder aus Falken möchten an diesem Tag dabei sein.

In Brand wird allerhand geboten:

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