03.08.2021 - 10:11 Uhr
BrandOberpfalz

Das "schwebende Schlachthaus" in Brand ist eingeweiht

Mit einem Festakt wurde das Schlachthaus vergangenen Sonntag seiner Bestimmung übergeben. Mit dem Verlauf von der Planung bis zur Umsetzung sind die Verantwortlichen mehr als zufrieden.

von Bertram NoldProfil

Man kann jammern und klagen über schlechtes Wetter, man kann sich ärgern oder gemeinsam anpacken. Die Brander hatten sich bei strömendem Regen am Morgen für die zweite Alternative entschieden, die zur Folge hatte, dass Regenkleidung das Areal um das Schlachthaus bestimmte, wo in wenigen Stunden die Einweihung beginnen sollte.

Plan B ging auf, Zelte wurden aufgestellt und kein Wässerchen von oben konnte die gute Stimmung bei der harmonisch verlaufenden Feier trüben. Michael Ponader sorgte mit dem Akkordeon für Musik, gut beschirmt eröffnete Bürgermeister Bernhard Schindler den Festakt. Viele geladene Gäste waren gekommen, entschuldigen ließ sich die Leitende Baudirektorin der Regierung der Oberpfalz, Regina Harrer. Sie hatte aber das Schlachthaus wenige Tage vorher besucht und sich dazu sehr positiv geäußert. Auch Städteplaner Peter Heimerl mit seinem Team – Anna Firak und Judith Kinzl – waren gekommen. Sie hätten mit ihren Ideen und Vorschlägen immer wieder den Gemeinderat konfrontiert und gefordert. „Wie Sie alle sehen, führten diese Vorschläge zu einem herausragenden Ergebnis“, resümierte der Bürgermeister. Er richtete einen Dank an die Mitglieder des Gemeinderates der vergangenen und auch der laufenden Wahlperiode, die dieses Vorhaben bis zur Fertigstellung unterstützt haben. Dabei galt ein besonderer Dank Altbürgermeister Ludwig König für die Begleitung des Projekts in seiner Amtszeit.

90-prozentige Förderung

Umsetzbar sei das Projekt durch die Städtebauförderung geworden, die es mit 90 Prozent der Baukosten und der Grunderwerbskosten unterstützte. Den Eigenanteil der Gemeinde habe man durch die Stabilisierungshilfe decken können. Das Spielgerät am Wasserspielplatz hat die Steinwald-Allianz im Rahmen des Regionalbudgets mit 60 Prozent gefördert. Vielen galt der Dank des Bürgermeisters, wobei ihm die Worte an Bauamtsleiter Achim Scherm mit seinem Team ein besonders wichtig waren.

Stellvertretender Landrat Günther Kopp überbrachte die Wünsche des Landkreises, ging auf die Besonderheit des Gebäudes ein und lobte die Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen. Das Haus werde ein Anziehungspunkt für viele werden. Ein kleines Geldgeschenk des Landkreises wollte Kopp als symbolischen Akt für die Unterstützung durch den Landkreis sehen.

Haus auf Stelzen

In längeren Ausführungen erläuterte Peter Heimerl die Entstehung des Projekts, angefangen von dem Hinweis in einer alten Karte, in der an der Stelle, wo das Schlachthaus steht, ein Weiher eingezeichnet war. Der immer noch aufgeweichte Boden habe eine besondere Lösung nötig gemacht: Das Haus wurde auf Stelzen gestellt und deswegen habe er es als „schwebendes Schlachthaus“ bezeichnet. Der Begriff sei erhalten geblieben. Ein ganz großes Lob hatte Heimerl für die einzelnen Stellen und Handwerksbetriebe, die an der Ausführung beteiligt waren. Er stellte besonders die Zusammenarbeit mit Altbürgermeister Ludwig König heraus und beschrieb die Zusammenarbeit mit Achim Scherm in seiner Funktion als Bauamtsleiter als außergewöhnlich gut.

Bevor der Bürgermeister um die Segnung bat, band er den neuen Pächtern Carina Schreyer und Sven Janson die „Schlachthaus-Schürze“ um, drückte die Hoffnung auf gute Zusammenarbeit aus und wünschte ihnen viel Erfolg. Die Worte von Pater Joy und Pfarrer Andreas Kraft zur Segnung standen unter dem großen Thema „Gastfreundschaft“. Viele Scheren hatte Bürgermeister Bernhard Schindler besorgt, um auf dem Steg das blau-weiße Band zu durchtrennen, was schließlich unter großem Applaus geschah.

Anschließend waren alle eingeladen, das Haus von innen anzuschauen, streng nach den Vorschriften im Einbahnstraßen-System. Bei Bratwürsten und Bier, später Kaffee und Kuchen, wurde lange gefeiert. Kommenden Donnerstag ab 17 Uhr ist das Haus zum ersten Mal geöffnet.

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Brand

„Wie Sie alle sehen, führten diese Vorschläge zu einem herausragenden Ergebnis.“

Bürgermeister Bernhard Schindler

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