16.02.2020 - 15:49 Uhr
BrandOberpfalz

Öko-Enzyklika: Politischer Appell an Kirche und Gesellschaft

Beate Eichinger, Umweltbeauftragte des Bistum Regensburg, sprach über die Öko-Enzyklika von Papst Franziskus. Dabei zeigte sie den Besuchern auch, was sie tun können, um Glauben und Umweltbewusstsein miteinander zu vereinbaren.

Die Umweltbeauftragte des Bistums Regensburg, Beate Eichinger, bei ihrem Vortrag im Mehrzwecksaal in Brand.
von Bertram NoldProfil

"Mit der Enzyklika 'Laudato Si' hat Papst Franziskus meinen Jugendraum erfüllt!", sagte Beate Eichinger, Umweltbeauftragte des Bistums Regensburg, bei ihrem Vortrag im Mehrzwecksaal in Brand. Auf Einladung der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) war sie nach Brand gekommen, um über das "Handbuch zur Rettung der Welt" zu sprechen, wie Bertram Nold als Vertreter der KEB im Pfarrgemeinderat die Enzyklika in seiner Begrüßung bezeichnete. Auch der Bund Naturschutz (BN) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hatten zu dem Abend eingeladen.

Die Referentin berichtete, dass grüne Aktivitäten früher auch seitens der Kirche mit Argwohn beäugt worden seien. "Laudato Si" habe auch eine Basis für das Klimakonzept des Bistums Regensburg gebildet. Die Enzyklika habe für ein anderes Bewusstsein bezüglich der Umweltprobleme gesorgt und eine andere Denkweise dafür geschaffen. Mit der Öko-Enzyklika wollte Papst Franziskus nicht nur die Politik und die Weltöffentlichkeit aufwecken, sondern auch ein Umwelt-Bewusstsein in den Ortskirchen schaffen. Ein schöpfungsfreundliches Leben gehöre zum Grundgerüst modernen Christseins und werde zunehmend zum Prüfstein unserer Glaubwürdigkeit, führte die Referentin aus.

Durchdringendes Buch

Die Öko-Enzyklika von Papst Franziskus habe nicht nur in den Medien weltweit ein begeistertes Echo hervorgerufen. Sie trage auch das Potenzial in sich, wirklich bis an die Basis von Kirche und Gesellschaft durchzudringen. Laudato si sei ein politischer Appell an alle Menschen guten Willens, umzudenken und umzukehren hin zu einer umweltbewussten Klimapolitik, einer gerechten Wirtschaftsordnung und einem bescheidenen Lebensstil.

Die Enzyklika prangert soziale Ungerechtigkeit an, sie verurteilt das Wirtschaftssystem und warnt vor der Zerstörung der Welt. Hoffnungen setze die Botschaft des Papstes in eine andere Klimapolitik, in eine ökosoziale Marktwirtschaft und ganz allgemein in die Förderung des Gemeinwohls. Mängel aufzudecken und sie zu beschreiben sei der erste Schritt. Daraus könnten Handlungen und Leitlinien entwickelt werden. Dass eine Veränderung Dialogbereitschaft aller erfordert, sei Voraussetzung.

Verantwortung jedes Einzelnen

Die Referentin griff auch aktuelle Themen wie die Lage im Amazonas-Gebiet und den Zustand der Ozeane auf. Erneuerbare Energien seien die Zukunft, vor allem der Ausbau der Sonnenenergie. Aber es auch unabdingbar, Energie zu sparen und energieeffizient zu wirtschaften. Dann ging die Umweltbeauftragte des Bistums einen Schritt weiter und wurde konkret. Sie zeigte den Besuchern verschiedene ökologische Handlungsmöglichkeiten aus allen Lebensbereichen auf. Das Spektrum reichte vom Verzehr von weniger Fleisch über Energiesparlampen bis zur Aufforderung "Nie mehr fliegen!".

Nach dem Vortrag schloss sich eine Gesprächsrunde an. Dabei betonte die Referentin, dass bei der Lösung von Umweltproblemen die Verantwortung eines jeden Einzelnen unverzichtbar sei. Ein Teilnehmer teilte die Sorge, dass es viele Länder auf der Welt gebe, in denen es kein Umweltbewusstsein gibt. Die Referentin bestätigte: "Da ist man einfach hilflos!"

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