23.09.2019 - 15:41 Uhr
BrandOberpfalz

Lebenssinn und Sinn im Leben

Zu einem überaus interessanten Vortrag hatten die KAB Brand und die KEB Tirschenreuth Gemeindereferentin Gabi Sieder eingeladen.

Die beiden Vorsitzenden der KAB-Ortsgruppe, Gabi Bauer (rechts) und Ludwig König, dankten Gabi Sieder herzlich für einen äußerst interessanten Vortrag und überreichten ihr ein Geschenk.
von Bertram NoldProfil

„Was braucht man im Leben wirklich?“ Stellt man vielen Leuten diese Frage, erhält man ebenso viele Antworten. Zu viele Dinge sind an der Antwort beteiligt, als dass man sie in wenigen Sätzen oder gar Worten fassen könnte. Gabi Sieder, ehemalige Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft Brand-Nagel, war auf Einladung des KAB-Ortsverbandes und der Katholischen Erwachsenenbildung zu einem Vortrag nach Brand gekommen, um sich dieser Thematik anzunehmen.

Es war eine gemeinsame Veranstaltung mit dem KAB-Ortsverband Ebnath, 50 Zuhörer hatten sich im Pfarrheim eingefunden. „Was im Leben wichtig ist – worauf uns Menschen aus der Bibel und der heutigen Gesellschaft hinweisen“, hatte Gabi Sieder ihr Thema genannt. Mit der Bedürfnispyramide des amerikanischen Psychologen Abraham Maslow, deren Hierarchie eben auch nur seine eigene Ordnung wiedergibt, näherte sich die Referentin der Beantwortung der Frage.

Körperliche Bedürfnisse sind die Grundlage. Die Frage nach dem Sinn wirft ein neues Problem auf, für das es keine allgemeinen Lösungen gibt, dafür umso mehr individuelle. Der Sinn des Lebens kann der ganz persönliche Sinn sein, der Sinn im Leben. Aber manche Menschen „leben einfach“. Die „Multi-Optionsgesellschaft“ wurde von Gabi Sieder als mitbestimmender Parameter angesprochen, eine Gesellschaft, die eine Fülle an Möglichkeiten bietet und den Menschen gerade durch diese große Vielfalt in einen „Glücksstress“ führen kann. Die Sinnfrage sei Grundlage von Engagement. Der Sinn sei der Weg und nicht das Ziel. Eine Krise könne man bewusst erleben, Sinnerfüllung würde der Mensch erfahren, wenn er sich als „in sich stimmig“ erlebt, wenn er die Bedeutsamkeit dessen spürt, was er macht als grundsätzliche inhaltliche Ausrichtung des eigenen Lebens und sich dadurch als Teil des großen Ganzen wahrnimmt; dadurch erfährt er Zugehörigkeit. Der Lebenssinn habe sich mit der Entwicklung der Gesellschaft auch verändert. Er ist offener und vielfältiger und auch flexibler geworden. Ein übergeordnetes Konzept sei von einer Vielzahl von autonomen Teilsystemen abgelehnt worden.

Fragen nach Tatjana Schnell regten an, nachzudenken, wo der eigene Sinn des Lebens steckt, um sich darüber im Klaren zu sein, dass der Lebenssinn nicht fest ist, sondern einer Dynamik unterliegt und sich verändert, etwa durch Alter, durch Stimmung, durch Krisen und auch durch sinnvolle Tätigkeiten. Der Aufforderung, die auf den Tischen ausgelegten Wortstreifen zu besprechen, zu verknüpfen und ihnen eventuell eine Ordnung zu geben, kamen die Teilnehmer gerne nach, wobei Gabi Sieder aufgrund der zahllosen Möglichkeiten und Varianten auf eine Reflexion verzichtete.

Als Beispiele aus der Bibel hatte die Referentin David, Zacharias und Elisabeth sowie Lydia als zentrale Figur der europäischen Gemeinde gewählt. Als beispielhafte Persönlichkeiten aus der neuen Zeit nannte sie Shay Cullen, Jutta Speidel und den Dalai Lama als Kämpfer für Gerechtigkeit, die Courage für eine bessere Welt fordern. Jo Malone war eine erfolgreiche Unternehmerin, erkrankte an Krebs und begann nach dessen Überwindung, wieder ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Harry Belafonte sieht Chancen in der Freude an der Vielfalt und empfiehlt: „Es lohnt sich immer, auf das Klopfen an der Tür zu reagieren.“

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