11.06.2019 - 14:59 Uhr
BrandOberpfalz

Festliches Konzert zum Patrozinium mit Orgel, Trompete und Posaune

Überaus positive Resonanz erlebte ein Konzert in der Pfarrkirche in Brand. Wunderbare, strahlende Musik unterstrich den Feiertag der Pfarrei Herz Jesu.

Sie hätten gerne noch ein Stunde zugehört und auch gerne mehr bezahlt. Diese Feststellung drückt die Wirkung dieser "Sternstunde der Musik" aus, die die Besucher des überaus gut besuchten Konzerts erfahren haben. Walter Thurn (Orgel), René Bauer (Trompete) und Patrick Oroudji hatten Musik aus mehreren Epochen feierlich interpretiert.
von Bertram NoldProfil

„Mag Gott Musik?“ Diese Frage stellte Bertram Nold als Vertreter des Kulturellen Förderkreises (KFK) beim letzten Konzert in den Raum und beantwortete sie mit einem Zitat des Hamburger Lyrikers Hermann Claudius: „Musik, du bist die tiefste Labe, die aus der Menschenseele quoll. Bist Gottes allerbeste Gabe, da seine Güte überschwoll.“ Damit spannte der Sprecher den Bogen zum Thema des Konzerts „Festliche Musik zum Patrozinium“: „Wir feiern Patrozinium und wir tun das auch mit Musik, mit wunderbarer, strahlender, zum Himmel aufsteigender Musik.“ Auch die Gäste des überaus gut besuchten Konzerts mögen Musik und ihre spontanen Äußerungen danach ließen etwas erahnen von dieser „Sternstunde der Musik“, in der sie, fasziniert von ihrer Strahlkraft, 60 Minuten gebannt zugehört hatten. Walter Thurn (Orgel), René Bauer (Trompete) und Patrick Oroudji (Posaune) präsentierten Werke aus mehreren Epochen durch perfektes Zusammenspiel in all ihrer Schönheit.

Das Konzert beginnt barock transparent mit einer Suite des französischen Komponisten Jean Joseph Mouret in vier Sätzen. Einem freudig gspielten „Prelude“ schließt sich an ebensolches „Allegro“ an. „Gracieusement“ lautet ein emotional interpretierter Satz, der zu einer wunderbar hell dargebotenen „Fanfare“ als Höhepunkt überleitet. Die Messlatte liegt nun hoch; auf einem Niveau, das es zu halten gilt. Die Musiker werden mitnichten enttäuschen. Die in Regers Geburtsort romantisch ausgerichtete Orgel stellt Anforderungen an einen Organisten, der auch Barockes. Er muss wohldurchdacht registrieren, um jene schlanken und bestechend hellen Klangfarben zu schaffen, die barocke Musik nun einmal ausmacht. Walter Thurn war am Konzept der Orgel beratend tätig; er löste das Problem ohne Einschränkungen. Mit der einsätzigen „Sonata“ für alle drei Instrumente von Biago Marini wird die Musik komplexer und würde man dem Programm nicht entnehmen, dass Marini bereits 1594 geboren wurde, würde man ihn schon wegen der verstärkt eingebauten Chromatik in einer anderen musikalischen Epoche vermuten. Schnell löst sich die nun etwas abgedunkelte Stimmung. Walter Thurn spielt ein Stück aus der Bach-Kantate „Wir danken dir, Gott, wir danken dir“. Schnelle Läufe, abwechslungsreich dargeboten, gestochen scharf in der Rhythmik! Es ist eine Freude, ihm zuzuhören. Ebenso Patrick Oroudji, der mit seiner Posaune, einem klanglich doch etwas schwerfälligen Instrument in einer „Bourrée“ eine erstaunliche Leichtigkeit entwickelt und dieses kurze Stück von Mozart leicht verspielt präsentiert. Mit dem „Andante“ aus dem 2. Satz des Trompetenkonzerts in Es-Dur von Joseph Haydn lässt René Bauer seine Trompete sprechen und unterstreicht mit klangschönem Ausdruck das, was Bertram Nold textlich vorgetragen hat: „Manches Mal reicht die Sprache nicht aus, um etwas auszudrücken. „Singt Gott in eurem Harzen Psalmen, Hymnen und Lieder, wie sie der Geist eingibt“. Die Pfarrei feiert Patrozinium! Und da hat auch Humor seinen Platz. Noel Rawsthornes „Hornpipe Humoresque“ enthält unzählige Bruchstücke aus der Musikgeschichte und wird in ihrer kecken Anlage mit schon fast lustigen Effekten zu einem Marsch durch die Musikepochen. Die Identifikation der Bruchstücke kann aufgrund der Anzahl und ihrer Verdichtungen doch nur ansatzweise gelingen, aber sie macht dem Zuhörer große Freude. Noch einmal klassisch mit Mozarts „Ave verum corpus“, weihevoll und würdevoll inszeniert mit den drei Instrumenten, dann ein Abstecher in die Romantik und da steht nun auch der rechte Fuß des Organisten vermehrt auf den Schweller-Pedalen, um die optimale Dynamik zu erreichen. Er schafft mit einem breiten, leisen Orgelpunkt ein tragendes Klangfundament, auf dem er ein Stück der Geschichte „Aus der neuen Welt“ musikalisch aufwendig erzählt. Und schließlich der Höhepunkt des Konzerts: „The trumpet shall sound“ aus dem Messias. Die Musiker verdeutlichten dies! Die Orgel dufte noch einmal in ihrer ganzen Vielfalt und Schönheit erklingen, Trompete und Posaune mussten sich nicht mehr zurückhalten und ließen auch einmal ein richtiges Schmettern vernehmen. Ein feierlicher Tag für die Pfarrei: „Also wird nun Gottes Gemeine, gepflegt, erhalten in der Zeit; Gott unser Hort, schützt sie alleine, und segnet sie in Ewigkeit!“ endete ein vorgetragenes Gedicht aus dem 15. Jahrhundert am Schluss dieses vielbeachteten Konzerts, das mit vier Strophen von „Komm Schöpfer Geist“ - variantenreich in der Begleitung und engagiert mitgesungen vom Publikum - als Zugabe sein Ende erfuhr

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