16.11.2020 - 13:39 Uhr
BrandOberpfalz

Feierlichkeiten zum Volkstrauertag in Brand und Fuhrmannsreuth in gekürzter Form: "Es ist gut in Frieden zu ruhen, aber besser in Frieden zu leben!"

Moritz Ponader übernahm in diesem Jahr die musikalische Umrahmung der Feierlichkeiten in Brand und Fuhrmannsreuth. Erwartungsgemäß nahmen nur wenige Besucher an den gekürzten Feiern teil.
von Bertram NoldProfil

Volkstrauertag in Covid-19-Zeiten ist anders - nach Vorgaben der Regierung kürzer, einfacher und natürlich mit Maske und Abstand. Das alles prägte die Feierlichkeiten in Brand und Fuhrmannsreuth: kein Zug zum Friedhof, musikalische Umrahmung durch einen Trompeter: Moritz Ponader spielte allein den „Kameraden“, begleitet von drei Salutschüssen. Die Kameradschaften beschränkten sich auf Kranzniederlegungen: Irmbert Schmidt für die Soldaten- und Reservistenkameradschaft Brand sowie Reinhard Bauer für die Krieger- und Soldatenkameradschaft Fuhrmannsreuth.

Mit Gebeten eröffnete Pastoralreferent Maximilian Pravida die Feierstunden. Er erinnerte an die millionenfachen Grausamkeiten, die Menschen anderen Menschen angetan haben, und betete für die Opfer - egal, welcher Konfession, welcher politischen Überzeugung, welcher gesellschaftlichen Gruppe, welcher nationalen Herkunft - deren Tod mahnt, für die eigene Todesstunde bereit zu sein. Trost sei die Gewissheit der Auferstehung und des ewigen Lebens in Gott. Die Vermissten, Verwundeten und Toten sollten Mahner des Friedens sein, damit neuer Hass und ein neuer Krieg mit allen Mitteln verhindert würden. Terror, Verfolgung, Mord seien auch heute noch für viele Menschen grausamer Alltag, Menschenwürde ein Fremdwort. „Aber gibt uns unsere eigene Vergangenheit nicht die Bestätigung dazu, dass sich Unrecht wieder zu Recht, Böses wieder zu Gutem, Krieg zu Frieden und Diktatur zur Demokratie und letztendlich Gefangenschaft zur Freiheit wenden?“, fragte Maximilian Pravida. Der Volkstrauertag sei ein Tag des Erinnerns, des Mahnens und Überdenkens. „Es ist gut, in Frieden zu ruhen - aber es ist besser, in Frieden zu leben.“

Auch in Ebnath gedachte man der Opfer von Krieg, Gewalt und Terror

Ebnath

Bürgermeister Bernhard Schindler erklärte, dass der Volkstrauertag in Westdeutschland auf Betreiben des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge 1952 wieder als Tag der „nationalen Trauer“ eingeführt worden sei. Seit 1945 werde am Volkstrauertag auch der zivilen Opfer des Krieges gedacht. So würden neben die toten Soldaten auch Frauen, Kinder und Männer treten, die in den besetzten Ländern und in Deutschland zu Opfern von Krieg, Gewalt und NS-Verfolgung wurden. Der diesjährige Volkstrauertag stehe im Zeichen des Kriegsendes vor 75 Jahren wie auch der darauffolgenden Wandlungsgeschichte vom Kalten Krieg und Eisernen Vorhang hin zu einem friedlichen und vereinten Europa, das zugleich vor neuen Herausforderungen stehe. Es gebe viele Gründe zu danken, weil Menschen sich in diesen 75 Jahren für andere Menschen eingesetzt hätten und noch immer einsetzten. Zuletzt hätten dies viele Menschen in der sogenannten Coronakrise getan.

Die beiden Kameradschaften verzichteten heuer auf Reden. An beiden Ehrenmalen sprach nur Bürgermeister Bernhard Schindler, wie hier in Fuhrmannsreuth.
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