24.09.2020 - 11:56 Uhr
BrandOberpfalz

Erinnerung an ehemaligen Gasthof

In der Gemeinderatssitzung in Brand wurde die Planung für den Platz nach dem Abriss des "Goldenen Hirschen" vorgestellt. Eine Frage gibt es aber noch zu klären: Soll ein Hirschkopf in Gold oder das alte Schild das Gebäude-Ensemble zieren?

Dieses alte Schild könnte an einem der Nebengebäude zum Schlachthaus wieder Verwendung finden, wenn es der Besitzer der Gemeinde überlässt - zu welchen Bedingungen auch immer. Es zeigt neben einem Metzger auch einen Reiter, der von einem Mann mit einem Maßkrug eingeladen wird, offenbar ein Hinweis auf eine Übernachtungsmöglichkeit. Ganz oben eben der Hirsch.
von Bertram NoldProfil

Wenn der ehemalige Gasthof „Goldener Hirsch“ einmal dem Erdboden gleichgemacht ist, wird der Ortsplan dort keineswegs einen weißen Fleck aufweisen. Denn wenn das Schlachthaus eröffnet ist – am Kirchweihsamstag ist es soweit – dann sind Nebengebäude nötig. Ein Geräteraum wird gebraucht und ein Getränkelager. Da bietet es sich an, den Platz des ehemaligen „Hirschen“ dafür zu verwenden und mehr noch: einen kleinen Teil stehen lassen und zur Nutzung umbauen. So soll das auch geschehen.

Den Auftrag, einen Entwurf zu machen, hatte Landschaftsarchitekt Albrecht Strohn aus Krummennaab erhalten. Er stellte seine Idee in der Sitzung des Gemeinderats vor und erntete dafür positives Echo. Gegenstimmen gab es nicht. Geplant ist eine u-förmige Anordnung der Gebäude, ein Teil aus einer Fertiggarage, der westliche Teil aus der Wand des Hirschen bestehend, inklusive der Fenster. Die Anlage des Parkplatzes, der Lagerraum und schließlich der Keller gefielen den Räten sehr gut. Der Erhalt des ehemaligen Bierkellers war schon immer der Wunsch des Bürgermeisters Bernhard Schindler - und der scheint wahr zu werden.

„Eine schöne Ergänzung zum Schlachthaus“ formulierte Zweiter Bürgermeister Christian Drehobel (CSU). Verschiedene kleine Veränderungen wurden gewünscht, wie das von Werner Brunner (Freie Wähler) angesprochene Pultdach auf dem Keller. Weiter fehle ein wichtiger Hinweis - nämlich der auf den ehemaligen „Goldenen Hirschen“.

So soll der Platz einmal aussehen

Brand

Landschaftsarchitekt Albrecht Strohn hatte mit dem bekannten Reuther Künstler Erwin Otte Kontakt aufgenommen und ihn um einen Entwurf gebeten. Schon vor einiger Zeit stellte er seine Entwürfe in Anwesenheit von Architekt Peter Haimerl und dessen Frau im Schlachthaus vor. Ein vergoldeter Kopf sollte es sein, an der alten Mauer hin zur Straße oder an einem Holzgestell befestigt inmitten des u-förmigen Platzes. So richtige Begeisterung war im Gemeinderat allerdings nicht zu spüren, bis die entscheidende Frage gestellt wurde: „Gibt es denn das alte Schild nicht mehr?“ Gemeint war das riesige Hinweisschild, das an der Vorderseite des Gasthauses befestigt war und weit in die Straße ragte. „Das Schild gibt es noch“, wusste jemand. Es liegt angeblich in einem Schuppen des ehemaligen Besitzers des Gebäudes, Hans Zeug, der in Bamberg wohnt. Es soll eventuell nicht mehr vollständig oder zumindest renovierungsbedürftig sein. Die Gemeinde könne das Schild gegen Bezahlung auch haben, wobei seitens der Gemeinde „eher an eine Spendenquittung“ gedacht war, wie es ein Gemeinderat ausdrückte. Zweiter Bürgermeister Christian Drehobel ging näher darauf ein und erklärte, dass auf dem Schild kein goldener Hirsch war, das Gasthaus habe früher auch einmal „zum Roten Ochsen“ geheißen.

Das Fazit der Debatte: Man wolle bei dem Schild bleiben und versuchen, es zu bekommen. Bei der Anbringung müssten auch die Maße beachtet werden. Es habe damals ja bis in die Mitte der Straße gereicht. Sollte nichts daraus werden, würde der vergoldete Kopf, befestigt an der vorderen Wand, bevorzugt.

Falls es mit dem alten Schild nicht klappen sollte, würden die Gemeinderäte diese Variante mit dem Hirsch an der vorderen Mauer bevorzugen.
So soll nach den Planung des Landschaftsplaners Albrecht Strohn der Platz nach Abriss des ehemaligen Gasthauses einmal aussehen.
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