20.10.2020 - 17:42 Uhr
BrandOberpfalz

Brander Gemeinderat kämpft um Zuschuss-Lösungen

Anträge vom Männergesang- und Sportverein bereiten dem Gremium Bauchschmerzen. Die Debatte ist noch nicht ausgestanden.

von Bertram NoldProfil

Es ist nicht immer leicht, dem Gemeinderat anzugehören; vor allem dann nicht, wenn der gute Wille da ist, dieser jedoch wegen Vorschriften und Gesetzen nicht zur Geltung kommt. Zwei Zuschussanträge lagen dem Gremium in der letzten Sitzung vor: ein Antrag des MGV `Max Reger´, dessen über 50 Jahre altes Probenklavier überarbeitet werden muss, was mit rund 2000 Euro seitens der Piano-Galerie Pöhlmann aus Himmelkron veranschlagt ist, und Carina Graf hatte für die Tischtennis-Damen-Mannschaft um Fahrtkostenzuschuss gebeten. Die Gemeinde Brand bekommt Stabilisierungshilfe und hat 2013 einen Beschluss gefasst, künftig nur noch Investitionszuschüsse von fünf Prozent zu gewähren. Freiwillige Leistungen dürfen nicht mehr sein, doch bei beiden Anfragen handelt es sich aber um solche. Dass alle Gemeinderäte den beiden Anträgen sofort gerne zugestimmt hätten, war spürbar. Ihnen waren jedoch die Hände gebunden. Die Gemeinde hat sich grundsätzlich auf unabweisbare Maßnahmen zu beschränken. Auch eine mögliche Sogwirkung auf andere Vereine bei Zustimmung wurde angesprochen, dafür aber hatte Michael Brucker den befreienden Begriff parat: „Besonderheit!“ Auf „etwas Besonderes“ müsse man sich beschränken. Das sei in beiden Fällen gegeben und deshalb konnte der Wunsch des MGV relativ schnell erfüllt werden. Eine Klavierüberarbeitung sei „etwas Besonderes“ und das noch in einem besonderen Jahr. Der MGV will 100jähriges Bestehen feiern und Corona fügte eine Besonderheit hinzu. Wegen ausgefallener Veranstaltungen war der Kulturfonds kaum angetastet. Aus diesem könnte man die vorgeschlagenen 110 Euro, die fünf Prozent entsprechen, auf 200 Euro erhöhen, schlug Christian Drehobel vor. Einigkeit im Gemeinderat! Schwieriger beim SSV-Antrag: Georg Zaus hätte gerne greifbare Zahlen gehabt, auf Grund deren man sich hätte dafür oder dagegen entscheiden können. Eine Auflistung von Strecken war ihm zu greifbar. Die Besonderheit aber ist durchaus gegeben, wenn eine Tischtennismannschaft einer so kleinen Gemeinde als Meister der Landesliga in die Bayernliga aufsteigt. „Die Damen sind damit in der höchsten bayerischen Verbandsliga angekommen und das Aushängeschild des Vereins, ja der gesamten nördlichen Oberpfalz im Tischtennis-Sport,“ heißt es in dem Antrag. Weite Fahrten sind nötig geworden und die kosten Geld. Da stellte Zweiter Bürgermeister Christian Drehobel die Frage auf, warum eigentlich der SSV seine TT-Damenmannschaft nicht fördert. Eine einseitige Förderung der Fußball-Sparte wurde angesprochen. Eigentlich müssten alle gleichbehandelt werden. Da seien Gespräche nötig, nachdem die Gemeinde den Sportverein keineswegs stiefmütterlich behandelt. Was erwartet man denn von dem Antrag? Die Ergebnisse der Rechnungen, die Michael Brucker und Christian Drehobel mittlerweile angestellt hatten, waren so, dass sie keiner laut aussprechen mochte. Den angenommenen 3000 Kilometern hatten sie den üblichen Satz von 30 Cent pro Kilometer zugrunde gelegt und davon die fünf Prozent berechnet. Wer sollte den Gemeinderat nun aus dieser fühlbaren Klemme befreien? „Jeder ist dafür!“ erklärte Michael Brucker. Aber wie? Da gibt es zwei entscheidende Punkte, die sich in der Debatte herauskristallisiert hatten: Grundlagen schaffen und nur „das Besondere“ fördern. In weiser Voraussicht war für diesen Ausgang ein hilfreicher Beschlussvorschlag in die Sitzungsvorlage aufgenommen worden: „Vor einer abschließenden Entscheidung des Zuschussantrages wird allerdings um die Vorlage einer Zusammenstellung der Fahrtkosten gebeten. Anschließend wird sich der Gemeinderat erneut mit dem Zuschussantrag befassen.“ Einstimmiges Votum, dem eine erneute Debatte folgt.

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