28.06.2020 - 11:53 Uhr
BrandOberpfalz

Ännchen von Tharau trifft in Brand auf Max Reger

Die Chorgemeinschaft Max Reger will mit Singen im Freien den Zusammenhalt festigen.

"Singen im Park!" Ein gut gelungener Versuch, der eine Wiederholung verdient.
von Bertram NoldProfil
Mit Manuel Strobl (vorne links) gehört künftig ein neuer, junger Sänger dem Verein. Seine Zusage, dem Chor beizutreten, wurde mit Begeisterung aufgenommen.

Corona hat das Leben verändert. Es hat auch viele Gemeinschaften und Vereine auf den Prüfstand gestellt. Viele werden nicht mehr existieren, wenn die Krise vorbei ist. Da ist Einfallsreichtum gefragt, um die schwierige Zeit zu überbrücken.

Für viele Chöre, die große Nachwuchsprobleme haben, wird die Krise immer mehr zu einer existenziellen Bedrohung. In manch einer Gesangsgemeinschaft geht die Angst um, dass alles auseinanderfällt und der Probenbetrieb nie wieder aufgenommen werden kann.

Verzicht fiel schwer

Da ist Kreativität und Zusammenhalt gefragt. Der Männergesangverein Max Reger hat sich hier etwas Besonderes einfallen lassen. Er lud zu einer Stunde „Singen im Freien“ ein. Die Aktion kam an: Die große Mehrheit der Sänger war anwesend. Dies überraschte die Organisatoren nicht, denn der Verzicht auf Gesang war den Sängern schwergefallen, zumal auch in den Gottesdiensten kräftiges Mitsingen nicht erlaubt war.

Die Sänger brachten Klappstühle und andere Sitzgelegenheiten mit. Auch für Getränke sollte jeder selbst sorgen. Allerdings war dies kein Problem, da Sänger, deren Geburtstag in die probenfreie Zeit gefallen war, reichlich für „Gurgelschmiere“ gesorgt hatten. Der Platz unter dem Baum vor dem Max-Reger-Gedenkstein erwies sich als guter Ort, um unter Einhaltung der Abstandsregeln gemeinsam zu singen. Die Positionierung zur Einhaltung der Abstände brauchte allerdings ihre Zeit.

Neues Mitglied

Chorleiter Bertram Nold eröffnete mit dem traditionellen Sängergruß „Grüß euch Gott mit hellem frohen Klang“ den Abend und präsentierte dem Ensemble auch gleich eine schöne Nachricht: Ein neuer, junger Sänger verstärkt künftig den Chor: Manuel Strobl aus Mitterteich, den die Brander als „ihren Postboten“ kennen, besuchte die erste Chorprobe, die für ihn auch gleich eine besondere war. Beruflich bedingt, wird er demnächst nach Brand umziehen und da sagte er seine Mitgliedschaft spontan zu. Überdies lernt der Postmann seit geraumer Zeit Steirische Harmonika.

Auf dem Programm standen auch angenehme Pflichtaufgaben. Der Chor musste Ständchen für runde und halbrunde Geburtstage und auch für eine Goldene Hochzeit nachholen. Sie alle wurden zusammengefasst in einem kräftigen „Sie leben hoch!“

Die Liedauswahl für den Abend war beschränkt auf gut klingende, harmonische Sätze mit wenig rhythmischer Betonung. „Akustisch gab der Platz unter dem Baum nun einmal nichts her“, so Nold. Doch „Ännchen von Tharau“, „Schifferlied“ und „Csardas“ wurden trotz aller Widrigkeiten wohlklingend und sicher gesungen wie eh und je.

„Hymne“ kündigt Pausen an

"Wo man ein Bier trinkt und ein Lied singt, da ist herrlich auf der Welt!“ Das spürten die anwesenden Sänger immer wieder, wenn diese „Hymne des Männerchores“ die kurzen Pausen ankündigte.

Und sogar Gäste faden sich ein. Sie machten es sich einem Seidel Bier auf einer Bank gemütlich und lauschten aus der Ferne den Gesängen. Am Ende ließen sie sich dann auch noch einbinden in den Chorgesang und sangen kräftig mit bei „Wahre Freundschaft“ und dem Kanon „Abendstille überall“. Der Chor dankte dafür musikalisch: „Ein Dankeschön den Freunden! Drum sagen wir beim Auseinandergeh’n: Nach dieser schönen Stunde von Herzen Dankeschön!“

Der Männergesangverein will diese Aktion demnächst wiederholen. Denn sowohl die Sänger als auch die Zuhörer hatten an dem lauen Sommerabend in der Grünanlage ihre Freude. „Des mach ma wieda“, so der einhellige Kommentar der Sänger.

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