Rindviecher spielen mit SPD-Abgeordnete Verstecken

Die Mädels lassen sich nur für einen ganz kurzen Moment sehen. Zu viele fremde Menschen. Das mögen sie nicht. Die fünf Limousin-Kühe, die das LBV-Projekt Kronmühle beweiden, machen auch für Landtagsabgeordnete keine Ausnahme.

Die SPD-Landtagsabgeordneten Annette Karl und Florian von Brunn (Zweite und Dritter von rechts) bei einem Besuch des LBV-Projektes Kronmühle; mit im Bild Joachim Meyer, Maria Sauer, Cäcilia Kastl-Meier, Ralph Hotzy, Michaela Treml und Teresa Meyer (von rechts).
von Gabi EichlProfil

Steil ist es rund um die Kronmühle bei Botzersreuth (Gemeinde Püchersreuth). Sehr steil. Und eigentlich gibt es sie ja gar nicht mehr, die Kronmühle. Vor wenigen Jahren wurde der abgerissene Weiler aus den offiziellen Karten gestrichen. Erinnerte nicht eine Tafel des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) daran, wüssten nur noch Einheimische wie die Zweite Bürgermeisterin Maria Sauer von dem Hof unten im Tal.

Die fünf Damen zeigen sich nicht

Die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Annette Karl und Florian von Brunn, Letzterer Mitglied des Ausschusses für Umwelt- und Verbraucherschutz, hatten entschieden nicht die richtigen Schuhe an, um den Mädels des Ehepaars Meyer auf den Spuren zu bleiben. Nicht einmal das Schrot, das Joachim Meyer dabei hatte, konnte die fünf Damen, die sich sonst auf den kargen LBV-Flächen doch recht bescheiden müssen, aus der Deckung holen.

Aber die beiden SPD-Politiker hatten in Ralf Hotzy, dem Referatsleiter Landschaftspflege der LBV-Landesgeschäftsstelle in Hilpoltstein, einen Führer durch ein kleines Stück des Kronmühle-Projektes, das das Versteckspiel der fünf Rindviecher wett machte. Und dann waren da auch noch Teresa und Joachim Meyer, die beiden Nicht-Landwirte, denen die Tiere gehören, die Püchersreuther Gemeinderätinnen Maria Sauer und Michaela Treml und die Geopark-Rangerin Cäcilia Kastl-Meier, ein LBV-Urgestein, die alle mehr zu erzählen hatten als die vierbeinigen Meyer-Mädels, die nicht gewillt waren, sich zu zeigen.

Das LBV-Projekt Kronmühle und das Ehepaar Meyer haben sich den Worten Hotzys zufolge gesucht und gefunden. Die Hänge rund um die frühere Kronmühle wären laut Hotzy unweigerlich verbuscht, wäre es nicht gelungen, eine Beweidung durch Rinder auf die Beine zu stellen.

Genau diese Beweidung mache die Flächen so wertvoll, wie sie es heute seien. Denn die Kühe fressen nicht einfach alles kahl, sie lassen dies und jenes stehen, und genau das ist der Sinn des Projektes. Denn das Stehengelassene ist genauso wichtig für die Natur wie der Umstand, dass die Rinder verhindern, dass die steilen Hänge verbuschen.

Teresa und Joachim Meyer, denen die fünf Limousin-Kühe gehören (mehr als fünf würden die kargen Flächen nicht ernähren), sind keine Landwirte. Teresa Meyer ist Bauoberrätin am Amt für ländliche Entwicklung in Tirschenreuth, Joachim Meyer arbeitet immerhin im Staatsgut Pfrentsch, kennt sich also durchaus aus mit Rindern. Sie fahren jeden Tag nach Botzersreuth zu ihren Mädeln, deren Haltung eher eine Liebhaberei denn ein Geschäft sei, wie sie sagen.

Die Damen werden nach einem Sommer an den Hängen der Kronmühle zwar auch geschlachtet, aber sie durften etwas älter werden als ihre Artgenossinnen und hatten immerhin die Freiheit, sich den Augen hochrangiger Politiker zu verweigern, was ein im Stall festgebundenes Rindvieh nicht von sich sagen kann.

Station Gailertsreuther Mühle

Nach dem Besuch des Projektes Kronmühle hatten die SPD-Abgeordneten ein Gespräch mit Gerald Meierhöfer in dessen Gailertsreuther Mühle bei Floß, in dem es unter anderem um die Herausforderungen für Hersteller regionaler Produkte ging.

Die Coronakrise stellt Landwirte vor besondere Herausforderungen. Auch bei der Tierhaltung

Pleystein

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