04.08.2020 - 18:32 Uhr
BambergOberpfalz

Als Bioladen getarnt: Drogen über Darknet verkauft

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern lässt "Lenas Bioladen" hochgehen. Die Ermittler gehen von einem Millionenumsatz aus, der mit dem Darknet-Drogenshop erwirtschaftet wurde.

Über den Onlineshop "Lenas Bioladen" haben Käufer aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland Cannabisprodukte bestellen können.
von Susanne Forster Kontakt Profil

Die Ermittlungen gegen "Lenas Bioladen" haben fast zwei Jahre gedauert. Im Juli hat die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Cybercrime in Bamberg zugeschlagen: Die beiden mutmaßlichen Betreiber sitzen nun in Haft, teilt das Polizeipräsidium Oberfranken am Dienstag mit.

Käufer aus ganz Deutschland und benachbartem Ausland

Über den Onlineshop "Lenas Bioladen" hätten Käufer aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland Cannabisprodukte bestellen können. Die Produkte haben die Betreiber dann per Post zustellen lassen. Die Ermittlungen haben laut Mitteilung im Oktober 2018 begonnen, als Cybercrime-Experten der oberfränkischen Polizei bei Initiativermittlungen auf den Onlineshop stießen. Die Auswertung der Spuren habe laut Polizei nach Neu-Ulm (Schwaben) geführt, von wo aus die Shopbetreiber ihre Waren verschickten.

Weitere Transaktionen

Als "Lenas Cheese" oder "Lenas Hawaiian Snow" seien zwischen Juni 2018 und März 2020 mindestens 4 Kilogramm Marihuana verkauft worden. Ermittlungen hätten 2019 zu einem 42-Jährigen aus dem Alb-Donau-Kreis geführt, so die Polizei.

Ein 31-Jähriger aus dem Zollernalbkreis habe sich später als zweiter Tatverdächtiger herauskristallisiert. Die beiden Männer sollen laut Polizeiangaben "Lenas Bioladen" gemeinsam betrieben haben. Bei Durchsuchungen der Wohnungen der beiden Verdächtigen seien entsprechende Beweismittel sichergestellt worden.

Gegen die Männer sind nun auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg Untersuchungshaftbefehle wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr ergangen. Beide würden in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten einsitzen, heißt es weiter. Die Ermittlungen und Auswertungen Kriminalpolizei Oberfranken und der Zentralstelle Cybercrime Bayern dauern an: Es gebe Anhaltspunkte für weitere Transaktionen über den Darknet-Drogenshop – mit einem Umsatz im Millionenbereich.

Experten geben Tipps, wie man sich vor Cyber-Angriffen schützen kann

Weiden in der Oberpfalz
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Tho mas

Wenn es wirklich "Umsätze im Millionenbereich" gegeben hätte und die Polizei dafür Beweise vorlegen könnte, dann würde man nicht 4 kg Marihuana mit einem Straßenpreis von 40.000 (?) Euro präsentieren. Hört sich eher so an, als hätte man endlich mal einen kleinen Fisch gefangen und möchte mit dem die Daseinsberechtigung der "Zentralstelle Cybercrime Bayern" begründen.

05.08.2020