01.09.2020 - 10:49 Uhr
BechtsriethOberpfalz

Ein Newcomer mit Weitblick

Ein kommunalpolitischer Neuling ist der Bechtsriether Bürgermeister Markus Ziegler. Nachteil oder Vorteil? Der neue Rathauschef zieht gut 100 Tage nach einem Amtsantritt Bilanz.

Hoch oben mit Blick auf Bechtsrieth und Trebsau - das ist einer von Markus Zieglers Lieblingsplätze in und um Bechtsrieth.
von Ernst FrischholzProfil

Der Bürgermeister bei der CSU und seine Frau Hildegard stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Weidener Stadtrat. Wird da zu Hause politisiert? "Wir reden über alles, sei es Bechtsrieth oder Weiden. Man tauscht sich einfach aus, wie es in einer gut funktionierenden Familie der Fall es", erzählt Markus Ziegler. Drei Bürgermeisterkandidaten gab es in der kleinen Gemeinde Bechtsrieth. Das Rennen machte der kommunalpolitische Neuling Ziegler. Deshalb folgte auf den Stimmenfang im März in den Wochen nach dem Amtsantritt der Informationsfang. Wie funktioniert die Gemeinde, welche Projekte laufen, wo gibt es Probleme? Im langjährigen Geschäftsleiter Dieter Schobert fand Ziegler eine schier unerschöpfliche Informationsquelle und einen großen Unterstützer, erzählt er.

Weiteres Wissen holte sich Ziegler in einem kommunalpolitischen Seminar. Da er vorher in keinem Gemeinderat vertreten war, war für Ziegler alles Neuland. Dafür konnte er völlig unbelastet an seine neue Aufgabe gehen. Und die macht dem 47-Jährigen so richtig Spaß. Er versuche, das Amt mit bestmöglichem Engagement auszufüllen, erzählt er. Die Tatsache, dass im neuen zwölfköpfigen Bechtsriether Gemeinderat sechs Neulinge sitzen, findet Ziegler positiv. "Da kommen Erfahrung und neue Ideen zusammen." Ein weiteres Plus sind für Ziegler die beiden erfahrenen Gemeindearbeiter Herbert Kick (zugleich Gemeinderat) und Anton Argauer.

Der Rucksack, den der neue Bürgermeister im Amt zu schultern hatte, wog schwer. Kindergartenerweiterung, Dorferneuerung, Sanierung der Turnhalle und Erweiterung der Grundschule hat er im Gepäck von seinem Vorgänger Gerhard Scharl übernommen. Da war vieles schon vorgeplant, erzählt er. Aber da, wo es noch gehe, wolle er noch an der einen oder anderen Stellschraube nachjustieren und eigene Vorstellungen einbringen, kündigt Ziegler an.

Vor allen Dingen bei der Erweiterung der Grundschule will sich der neue Rathauschef einbringen. Weil gerade so viele große Projekte in der Gemeinde laufen, bleibt Ziegler gerade nicht viel Zeit für eigene Gedankenspiel zur Zukunft des Orts. Dabei will er so einiges anstoßen. Zum Beispiel Bauland. "Es gibt permanent Anfragen, ob es Häuser oder Baugrund gibt", erzählt der Bürgermeister, der solche Wünsche gerne erfüllen würde.

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Zur Person:

Markus Ziegler

Markus Ziegler, 47 Jahre, ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Bechtsrieth. Beruf: Bundespolizist bei der mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit für ganz Bayern. Aktiver Feuerwehrmann bei der Feuerwehr Bechtsrieth und der Feuerwehr Weiden. Hier als Brandmeister Zugführer des ersten Zuges. Mit 51,9 Prozent der Stimmen setzte sich Ziegler (CSU) bei der Wahl im ersten Wahlgang gegen zwei Mitbewerberinnen durch. Sitzverteilung im Gemeinderat: CSU: vier Sitze, SPD: drei Sitze, Freie Wähler: drei Sitze, Gemeinschaftsliste: zwei Sitze.

Wünsche, Vorstellungen, Sonstiges:

Fünf Antworten auf fünf Fragen

1. Das hab ich mir anders vorgestellt: Nach meiner Wahl zum Bürgermeister leichter an eine heimatnahe Dienststelle versetzt zu werden. 2. Meine größte Aufgabe wird sein: ... das Bürgermeisteramt, Hauptberuf und Familie alles zusammen unter einen Hut zu bringen. 3. Viel Zeit investiere ich in: ... bereits laufende Projekte, die ich übernommen habe sowie eigene neue Gedankenspiele, ob diese auch für Bechtsrieth realisierbar sind. 4. Im Gemeinderat würde ich mir manchmal wünschen,: ... dass immer objektiv und sachlich zum Wohl der Gemeinde gehandelt wird. 5. Meine Familie schimpft manchmal, weil: ... ich nachts aufstehe, um E-Mails zu schreiben oder um Unterlagen vorzubereiten.

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