10.05.2021 - 11:01 Uhr
BechtsriethOberpfalz

Gleichstromtrasse: Trasse Gift für Bechtsrieth

Der Bechtsriether Gemeinderat hat die Wahl zwischen Pest und Cholera. Wo auch immer die Gleichstromtrasse verlaufen wird, es wird der Gemeinde Entwicklungsmöglichkeiten nehmen.

Die Bundesstraße 22. Rechts davon Bechtsrieth, links Trebsau. Eine Trasse hier würde die Gemeinde noch mehr spalten und weitere Entwicklungsmöglichkeiten verhindern, ist sich Bürgermeister Markus Ziegler sicher.
von Ernst FrischholzProfil

Die geplante Gleichstromtrasse bereitet dem Bechtsriether Bürgermeister Markus Ziegler Kopfzerbrechen. "Ich bin nicht der Planer oder Bauherr, ich sitze in einem Boot mit Hunderten von Bürgermeistern, die das verhindern wollen, aber keine Chance gegen die große Politik haben. Auch ich will keine der beiden für Bechtsrieth möglichen Trassen", sagte er in der Gemeinderatssitzung, in der es eigentlich nicht um die Trassen selbst, sondern im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens um die Aufnahme von weiteren zwei Leerrohren in eine noch nicht festgelegte Tasse ging, die dann 2030 bestückt werden sollen.

Bechtsrieth blühen hier zwei Varianten und eine davon wird kommen. Entweder zwischen Bechtsrieth und Trebsau an der Bundesstraße oder westlich als Umgehung von Trebsau, Richtung Irchenrieth. "Eine Trasse zwischen den beiden Orten wäre Gift für die Gemeinde", stellt Ziegler fest, weil hier jede Weiterentwicklung und ein Zusammenwachsen verhindert würde. Also dann doch die Kröte schlucken und die lieber die Trasse westlich um Trebsau befürworten? Ziegler legte eine Reihe von Beschlüssen und Eingaben an die Bundesnetzagentur seines Vorgängers Gerhard Scharl vor, in denen sich die Gemeinde klar positionierte und auch distanzierte.

Vonseiten der Freien Wähler wurde ein Schreiben „fürs Protokoll“ eingereicht, in dem man generell den Bau des Süd-Ost-Links ablehnt. Zudem geht man auf ein Bündelungsgebot ein. Vorhandene Strukturen, das sei die Bundesstraße 22, mit der Leitung zu bündeln. Also quer durch und nicht westlich an Trebsau vorbei. Sonja Bodensteiner erläutert, dass diese Variante 800 Meter kürzer sei, 48.000 Quadratmeter westlich von Trebsau an Natur nichts zerstöre und zudem keine Spaltung der Gemeinde verursache, da diese durch die Bundesstraße ja schon gegeben sei. "Es geht nur um die zwei zusätzlichen Leitungen im diesem Verfahren und dazu müssen wir Stellung beziehen", so Ziegler. Seine Vorschlag: Grundsätzlich eine Trasse zwischen Bechtsrieth und Trebsau ablehnen und, wenn es schon sein muss und nicht zu verhindern ist, sich der Variante westlich an Trebsau vorbei zu beugen. Mit acht zu vier Stimmen fand dieser Beschlussvorschlag des Bürgermeisters eine Mehrheit.

Süd-Ost-Link: Der Unmut wächst in den Gemeinden

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