21.05.2021 - 11:22 Uhr
BechtsriethOberpfalz

Bechtsriether Grundschüler lernen Kettenbrief-Roboter und Fakefinder kennen

Internet, Medien und Co sind aus dem Alltag auch der Bechtsriether Grundschüler kaum wegzudenken. Im Onlineworkshop "Immer on" gibt Philipp Reich Tipps für einen verantwortungsvollen Medienumgang.

Beim Onlineworkshop "Immer on" klärt Philipp Reich (links) vom T1 Jugendmedienzentrum Falkenberg die Schüler der Bechtsriether Grundschule über eine verantwortungsvolle Nutzung von Medien auf.
von Julia BendzinskiProfil

Philipp Reich vom Jugendmedienzentrum T1 Falkenberg war mit einem Medienworkshop virtueller Gast bei Dritt- und Viertklässlern der Bechtsriether Grundschule. Unter dem Titel "Immer on" informierte er online Schüler und Lehrkräfte über einen verantwortungsvollen und kreativen Umgang mit Medien, Gefahren sowie auch Chancen, die das Internet bietet. Bei einem anschließenden Elternabend gab er Mamas und Papas Tipps zum Medienumgang ihrer Kinder.

Bildschirmzeiten während des Homeschoolings

Reich startete den Workshop mit einer kurzen Umfrage bei den Schülern über die Zeit, die sie tägliche am Bildschirm verbrächten. Auch wenn sich diese von Klasse zu Klasse unterschiedlich halte, befindet sich der Großteil der Schüler zeitlich unter dem erwarteten Durchschnitt – abgesehen von ein paar Ausreißern. Dass dabei aktuell vor allem das Homeschooling eine Rolle spielt, steht außer Frage. So berichtet Vater Thomas Baldauf, dass bei ihm zu Hause die Bildschirmzeiten seit Beginn des Lockdowns ein tägliches Thema sind, da es aktuell ohne Internet kaum mehr ginge. Auch Lehrer Roman Klos sieht Medien, Computer, Tablets und Co. momentan als festen Bestandteil des Unterrichts an. Lehrerin Ann-Katrin Eiber versucht neben den virtuellen Medien auch weiterhin Heft und Buch in ihren Unterricht einzubinden.

Augen auf im Internet

Aus Chance und Risiken des Internets gelte es das Beste zu machen. "Die neuen Medien sind nicht von sich aus Allheilmittel oder schlecht und gefährlich", meint Schulleiterin Katja Meidenbauer. Vielmehr sei es ausschlaggebend, wie sie genutzt würden. Das sieht auch Reich so. Beim Fakefinder für Kinder vom SWR, einer spielerischen Übung im Internet, sollen die Teilnehmer in Chatverläufen und Videos Werbung, nachträglich bearbeitete Bildeffekte und Kettenbriefe erkennen. Von letzteren hatten manche Kinder zum ersten Mal gehört, während andere solche Nachrichten schon bei älteren Geschwistern gesehen haben. "Das ist ein absolutes Thema im Grundschulalter", berichtet Reich. Einige dieser Kettenbriefe enthalten Drohungen, dass etwas Schlimmes passiere, wenn die Nachricht nicht an eine gewisse Anzahl von Kontakten weitergeleitet wird. Mit dem Kettenbrief-Roboter stellte er eine Möglichkeit vor, dass sich die Kinder nicht alleingelassen mit diesen Dingen fühlen. So können sie die Infos an den Chatbot weiterleiten. Dieser erkennt den Kettenbrief und schickt einen beruhigenden, vorbereiteten Text als Antwort zurück.

Eigenes Handy schon in der Grundschule?

Auch das erste eigene Handy war Thema des Workshops. Doch wie sieht es damit an der Grundschule Bechtsrieth aus? "Ein Smartphone bekommt mein Kind erst, wenn es auf die weiterführende Schule wechselt", berichtete Karin Bauer. Somit benutzt ihr Sohn Max auch noch kein WhatsApp, außer hin und wieder auf ihrem Handy. "Dabei gefällt mir am besten, die Smileys zu machen", berichtet der Viertklässler. Auch Stella aus der dritten Klasse benutzt hin und wieder WhatsApp auf dem Handy der Mutter, um sich mit ihrer Freundin zu verabreden. "Aber mittlerweile rufe ich lieber an, weil man dann einmal anruft, und gleich was ausgemacht hat", schreibt sie. Viertklässlerin Miriam hat schon ein Handy, dieses jedoch ohne Sim-Karte. Ihre Klasse hat außerdem einen Klassenchat für Eltern.

Zuhören, wenn Kinder über das Internet reden

"Beim Thema Medien geht es in der Schule nicht allein um die Ausstattung mit Geräten, sondern vor allem darum, diese angemessen zu verwenden."

Philipp Reich

Reich betonte die Bedeutung, dass Eltern sowohl rechtliche Verantwortung übernehmen, als auch die Privatsphäre ihrer Kinder akzeptieren. Mit der Homepage www.mediennutzungsvertrag.de stellt er den Erwachsenen eine Möglichkeit vor, wie sie zusammen mit dem Nachwuchs den Umgang mit sozialen Medien regeln können. Außerdem wies er auf Einstellungen bei WhatsApp und YouTube hin, um die Kinder besser vor Gefahren zu schützen. "Am wichtigsten ist es, offen mit den Kindern über diese Themen zu reden", rät der Experte. "Beim Thema Medien geht es in der Schule nicht allein um die Ausstattung mit bestimmten Geräten, sondern vor allem darum, diese angemessen zu verwenden."

Beamer statt Overheadprojektor

Bechtsrieth
Hintergrund:

Tipps für Eltern zur Mediennutzung ihrer Kinder

  • Vertrauensvoller Ansprechpartner für die Kinder sein.
  • Interesse an der Lebenswelt der Kinder und ein offenes Ohr für ihre Anliegen haben.
  • Gemeinsam mit den Kindern nach einer Lösung suchen, statt schnelle Verbote zu erteilen.
  • Soweit möglich sollten Eltern sich selbst mit den neuen Medien auseinandersetzen.
  • Vorbild bei der Mediennutzung sein.
  • Die Kinder nicht mit den Medien allein lassen.

 

 

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