08.12.2020 - 13:18 Uhr
BechtsriethOberpfalz

Bechtsrieth greift für Straßensanierung tief in die Tasche

„Man muss nur warten können“, schmunzelte ein Anlieger nach Verlassen der Gemeinderatssitzung. Bürgermeister Markus Ziegler hatte die Sanierung der Brunnenstraße und des Fasanenweg auf die Agenda gesetzt. Kosten: etwa 421.000 Euro.

Ab der Pirker Straße beim Stachus beginnt die Brunnenstraße, von der dann rechts der Fasanenweg abzweigt. Wasser, Kanal und Straße sollen erneuert werden.
von Ernst FrischholzProfil

Einmal Wasser und Kanal und dann den Ausbau der Brunnenstraße und des Fasanenweg. Der Gemeinderat Bechtsrieth hatte einiges auf der Agenda. Beide Maßnahmen schließen sich an den letztes Jahr abgeschlossenen Ausbau der Pirker Straße an. Gunther König und Michael Wenning vom Ingenieurbüro König in Weiden erläuterten die Planungen. König ging auf Wasser und Kanal ein. Hierzu war bereits 2017 eine Entwurfsplanung erstellt worden, die der Gemeinderat genehmigt hatte. Die Kostenberechnung belief sich damals für den Ersatz der Wasserleitungen auf 90.000 Euro und der Abwasserleitungen auf 147.500 Euro. Nun wurden die Kostenberechnungen auf den heutigen Stand gebracht und so ergeben sich gewaltige Kostenmehrungen. "Wir befinden uns im Hoch bei den Baupreisen", merkte König an.

So lauten die neuen Berechnungen bei den Wasserleitungen 118.900 Euro und beim Kanal 207.170 Euro netto (Mischwasserkanal 135.400 Euro/Regenwasserkanal 71.770 Euro). Die tatsächlichen Kosten würde erst das Ausschreibungsergebnis zeigen. Bürgermeister Ziegler merkte an, dass sowohl Wasser als auch Kanal in der gesamten Gemeinde als Erschließungseinheit geführt werden. Es erfolge die Umlage der Herstellungskosten wie bei vorangegangenen Maßnahmen auf alle Anschließer in Trebsau und Bechtsrieth.

Anders verhält es sich beim Straßenbau, den Wenning erläuterte. Nach der Verlegung der Wasser- und Kanalleitungen sei dieser zwingend erforderlich - ohne Schnickschnack. Die geschätzten Netto-Baukosten ohne Nebenkosten liegen bei 421.072 Euro. Das sind für die Brunnenstraße mit der Stichstraße 271.661 Euro und für den Fasanenweg 149.412 Euro. Über die Feststellung von Bürgermeister Ziegler, dass ja die Straßenausbaubeiträge abgeschafft sind und die Gemeinde somit der einzige Zahler sei, entwickelte sich eine rege Diskussion. Klaus Wirth meinte, dass die Gemeinde pro Jahr 10.000 Euro vom Freistaat für den Straßenbau als Ersatz für nicht mehr umzulegende Herstellungsbeiträge bekomme. Bis letztes Jahr wären 90 Prozent auf die Anlieger umgelegt worden. Jetzt müsse die Gemeinde alles bezahlen und damit die Allgemeinheit. "Dass dies nur über Schulden geht, tut schon weh", fügte Ziegler an. Aber man habe keine Alternative. Der von Ziegler vorgelegte Beschluss, dass das Ingenieurbüro König beauftragt wird, die Entwurfsplanung und Kostenberechnung auszuarbeiten, wurde vom Gemeinderat einstimmig abgesegnet.

Ums Geld ging es auch bei der von VG-Kämmerer Sven Lederer vorgelegten Gebührenkalkulation der Wasser- und Kanalgebühren für die nächsten drei Jahre 2021/22/23. Beim Wasser müsse in die Kalkulation eine Unterdeckung der letzten drei Jahre von 48.736 Euro einkalkuliert werden. Die Wassergebühren der Jahre 2018/19/20 waren mit einem Kubikmeterpreis von 2,32 Euro zu niedrig berechnet. Ab 1. Januar ergeben sich 3,09 Euro Netto, 3,31 Euro Brutto dann für die Bürger. Beim Abwasser wurden die letzten drei Jahre 2,47 Euro pro Kubikmeter erhoben. Unter Einbeziehung einer Unterdeckung aus den letzten drei Jahren von 15.600 Euro errechnet sich dann ab Januar 2021 ein Gebührensatz von 2,91 Euro für den Kubikmeter Abwasser. Man sei in einem Abwasserzweckverband mit Irchenrieth, und die Kosten für die Irchenriether Kläranlage seien ja durch die durch die Decke gehenden Klärschlammentsorgungskosten enorm gestiegen. Wieso koste dann das Abwasser in Irchenrieth nur 1,74 Euro, wollte Sonja Bodensteiner erklärt haben. Bechtsrieth habe ein wesentlich längeres Leitungsnetz mit Bechtsrieth und Trebsau zu unterhalten als Irchenrieth, so die Antwort von Kämmerer Lederer.

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